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Festivalbericht: Brückenfestival

Das Brückenfestival wird immer größer. Da wo die „Festivalmeile“ vor ein paar Jahren noch überschaubar war und sich bei schönem Wetter links und rechts der Theodor-Heuss-Brücke jung und alt auf der Wiese niederließ, um bei Bier, Weinschorle oder Caipirinha ein Schwätzchen zu halten, zieht sich das Gelände inzwischen ein ordentliches Stück Richtung Fürth, mit richtiger Gastromeile, Cocktailbar, Kunstinstallationen und vielem mehr. Der große Erfolg des wohlgemerkt nach wie vor kostenlosen Festivals – heuer kamen laut den Veranstaltern an beiden Tagen insgesamt 25000 Besucher – gibt dem Recht. Und macht es auch schlicht notwendig, das Brückenfestival zu vergrößern.

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Dem Charme ist damit aber nicht geschadet, keine Sorge. Nach wie vor wird auf regionale Anbieter gesetzt, die lokale Szene ist vertreten und der Subkultur wird genügend Platz eingeräumt – ob in Form des ein oder anderen Künstlers, der nachmittags auftritt, oder Stand- und Plakatiermöglichkeiten für Veranstalter. Vermutlich dem wachsenden Besucherstrom (und dem nicht wachsenden Platz unter der Brücke) geschuldet, fand der traditionelle Poetry Slam am Samstag nicht auf einer eigenen, sondern in der Zeltbühne statt, die ansonsten klassische Musik und klasse Unterhaltung (Gymmick und Philipp Moll) jeweils in den Umbaupausen der Hauptbühne anbot.

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An der Speerspitze des Programmes auf der Hauptbühne traten dieses Jahr Hundreds und The Animen (Freitag), Blaudzun und Elektro Guzzi (Samstag) auf. Durch die Bank mit größter Spielfreude, die sowohl die Musikfreunde unter der Brücke als auch die sich außenrum beim Ratschen Tummelnden ansteckte.

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Tagsüber konnten die Besucher über die Festivalmeile flanieren, es gab Kinderprogramm, Klamottenstände und nicht zuletzt ein vielfältiges kulinarisches Angebot. Und hier und da den ein oder anderen außerplanmäßigen Beitrag wie den der rappenden Fliege. Oder was auch immer das war, was da mit gelbem Pappmaché-Kopf durch die Besucher wuselte. Aber viel zu sehen, viel zu entdecken und vor allem wahnsinnig viele Menschen zu treffen ist ja nur einer der wenigen Gründe, aus denen man sich auf den Weg unter die Brücke macht – und das auch, wenn der nach der traditionellen After-Party in der Desi Freitagnacht ein bisschen schwer fällt.

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Das an diesem Wochenende eher durchwachsene Wetter hielt, vor allem ab spätnachmittags, die Menschenmassen nicht davon ab, das Brückenfestival als Treffpunkt wahrzunehmen. Man ist ja erstens nicht aus Zucker und zweitens spätestens seit diesem Sommer regen- und kälte-erprobt. Und ansonsten hilft Tanzen. Oder die Cocktailbar. Die teils noch nicht so bekannten Bands des erneut sehr angenehm die Genres mischenden Line-Ups zwischen Garage-Rock, Hip-Hop und Elektro freuten sich über die große Aufmerksamkeit des Publikums oder nahmen kurzerhand ein crowdsurfendes Bad.

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Die Veranstalter bedankten sich kurz nach dem Festival bei allen Unterstützern und „blicken voller Erwartung und mit Vorfreude auf das nächste Jahr!“ Wir auch. Eh klar. Brü-brü-brü!

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/ Text: HDIYL, Bilder: Tobi Kaiser /