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Konzertbericht: 9 Jahre MUZ-Club

Wenn der MUZclub zum neunten Geburtstag einlädt, dann dürfen wir natürlich nicht fehlen.

Vor allem dann, wenn mit Monobo Son eine Band angekündigt ist, die ich schon in meinem Bericht über das Weinturm Open Air mit Lob überschüttet habe.

Um schon mal ein bisschen zu spoilern, meine Erwartungen wurden definitiv nicht enttäuscht.

Aber da war ja noch eine zweite Band angekündigt. Camera, eine Berliner Krautrock-Kombo. Im Vorfeld hatte ich mich nicht größer informiert, da ich ja eigentlich wegen Monobo Son da war.

Also erwartete ich völlig unbelastet den Auftritt der drei Jungs und war mächtig gespannt. Schließlich verbinde ich mit Krautrock Klangteppiche, die nur mit der Einnahme einer größeren Menge psychoaktiver Substanzen erklärt werden können.

Ich sollte hier auch nicht enttäuscht werden. Immer getrieben vom Beat des Stehschlagzeugers Michael Drummer (welch passender Nachname), verlor sich der Keyboarder Timm Brockmann in psychedelischen Klangwelten, die zusammen mit schrammeligen und verzerrten Gitarrensounds den einzigartigen Sound Camera’s ausmachen. Die Übergänge der Songs waren fließend und häufig waren das Ende des einen Stückes und der Anfang des Nachfolgers nicht zu erkennen. Gesang gab es nicht und er hätte auch wahrlich nicht zur Musik gepasst.
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Einziger Nachteil war, dass es mit der Zeit doch anstrengend wurde, den Kompositionen und Improvisationen zuzuhören. Hier hätte es für meinen Geschmack ein kürzerer Auftritt auch getan.

Nach einer kurzen Umbaupause war es dann so weit. Monobo Son, die bayerische Weltmusikkombo um Labrassbanda-Posaunist Manuel Winbeck, betrat die Bühne und fegte direkt mal alles weg.
Kaum erklangen die ersten Töne aus Posaune, Trompete und Querflöte, gab es kein Halten mehr und es wurde wild im MUZclub. Ob Ausflüge ins Publikum, Mitsingpassagen, bei denen mehr Inbrunst gefordert wurde, oder Instrumentenwechsel. Monobo Son boten pure Abwechslung zum tristen Einheitsbrei der deutschen Radiolandschaft.

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Aber nicht nur die mitreißende Musik, auch die lockere ungezwungene Art der Band machte es zu einem unglaublich geilen Abend. Als Manuel einer jungen Dame in der ersten Reihe versehentlich den Wein verschüttete, ging er einfach mal schnell an die Bar und holte einen neuen, während seine Bandkollegen weiterspielten. Bereits beim dritten Song zog direkt die ganze Band quer durchs Publikum und wiederholte dies auch ein paar Mal am Abend.
Eine Band zum Anfassen, die auf den Gesichtern der anwesenden Gäste ein kollektives Lächeln erzeugte. Je weiter das Konzert fortschritt, wurde das Lächeln auch um die eine oder andere Schweißperle ergänzt, geht doch dieser Mix aus Afrojazz, Balkanbeats und Brass-Sound mächtig in die Beine.
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Mein Fazit des Abends war dann auch ein erschöpftes, aber glückliches „Scheiße warn die geil!“.

Lieber MUZclub, es war mir ein Fest mit dir zu feiern.

Bitte zum zehnten Geburtstag wieder Monobo Son einladen, ich komm bestimmt!

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/ Text & Bilder: Simon Strauss