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Nachbericht: Pop-Kultur Berlin 2018

2017 verfolgten uns kleine Katzen auf dem Pop-Kultur Berlin. Dieses Jahr wurden die Plakate mit idyllischen Landschaftsmotiven bebildert. Schon Wochen vor dem Festival, wurde die Stadt mit grün und blau strahlenden Alpenpanoramen gefüllt. Neben einem neu aufgesetzten ästhetischen Setting gab es alte Konflikte mit dem BDS, eine politische Formation, die sich für Palästina einsetzt. Da es u.a. einen jüdischen Sponsor gab, wurden mehrere Auftritte von diversen Künstlern abgesagt.

Ist es utopisch die Palästinenser schützenden Bands für einen öffentlichen Talk – kein Auftritt – nächstes Jahr zu gewinnen?

Der erste Festival Tag begann mit den Mausis, ein Intermezzo bestehend aus der Sängerin Stella Sommer – die Heiterkeit –  und dem Drangsal Leadsänger Max Gruber. Die finale Empfehlung der Beiden: ,,als Maus sollte man sein Geld lieber in Käse investieren’’. Es folgte Sophia Kennedy mit einer Commissioned Work Show, die eine Roboter Rodeo Plattform im Hintergrund beherbergte. Für zwei Lieder kam diese auch zum Einsatz, das Tempo hätte schneller seien können. Wirklich gut war insbesondere der Auftritt der Band die Nerven. Mit einer Liverundfahrt durch ihr Album ,,Fake’’ gab es wenige Atempausen, sondern nur eine kurze Begrüssung am Anfang: ,,Hallo Pop-Kultur Festival oder heißt es saufen mit Niveau?“

IMG_2692Sophia Kennedy

IMG_2923Die Nerven

Der nächste Tag startete mit einer düster, metallisch und aggressionslastig klingenden Performance von Pan Daijing. Vergleichsweise happy und high war der Auftritt von den Gaddaffi Gals. Kurze Trinkpause. In der Alten Kantine folgte Agar Agar, die mit ihrem french-retro-wave-pop die Reaktionsgeschwindigkeit des Publikums wieder befeuerten und satte Soundvibes verströmten. Die letzte Zündschnur an dem Abend entflammte Ms Banks erfolgreich. Boom.

IMG_3233-2Pan Daijing

IMG_3472-2Agar Agar

,,Männer müssen geil sein, Frauen müssen cool sein, Jobs müssen Geld bringen.’’ Leider verzichtete die Band International Music auf ihren viralen Katzen-Video-Song: ,,Cool bleiben’’. Die Vocals waren desolat abgemischt, aber an der  später folgenden Konserven Hip-Hop Queen Haiyti wären die Drei zumindest instrumentell spielend vorbeigefahren. Haiytis Konzert war 1 1-Song Dauerschleife. Nüsch nice. Dafür gab es ein royales Finale mit Noga Erez im blau gefluteten Franz Club. Die Bewegungen waren präzise, die Klänge energetisch und jede Stimmbewegung treffsicher. Hätte sie Black Friday von Kendrick Lamar nicht nur gecovert, sondern selbst geschrieben, wir wären in Ohnmacht gefallen.

IMG_4092-2Haiyti

Rückblickend betrachtet waren wir sehr neidisch auf das Catering von die Nerven, denn gegen Ende ihres Auftritts am Mittwoch zertrümmerten sie Melonen auf der Bühne und verteilten diese im Publikum. Wir wollen Melonen für Alle! Pop-Kultur Berlin bedeutet den Bruch mit Retortenfestivals. Deswegen sehen wir uns nächstes Jahr garantiert wieder! Bis dahin. Cool bleiben!

IMG_4203Noga Erez

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/ Text & Bilder: Leo Zimmermann  /