Nachbericht: ok.danke.tschüss im Wizemann
Am 22.03.2026 feierten ok.danke.tschüss im ausverkauften Stuttgarter Wizemann (Halle) ihren Tourabschluss der „Knutschen und Boxen Tour 2026“. Nachdem es mir in Nürnberg schon so viel Spaß gemacht hat, dabei zu sein, und ich nie genug ok.danke.tschüss-Konzerte haben kann, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, auch noch in Stuttgart mit dabei zu sein.

Die Vorband „TROPIKEL LTD“ wurde von Lukas (Sänger und Pianist der Band ok.danke.tschüss) höchstpersönlich angekündigt und schaffte es mit ihrer verrückten, lustigen Art sofort, das Publikum abzuholen und zum Springen und Tanzen zu bringen. Tropikel Ltd. lieferten impulsive Synthie-Pop-Klänge, inspiriert vom Sound der 80er Jahre, welcher etwas an Italo-Disco erinnerte. Zwischen Liedern wie „Die Hitze ist heiß“ und „Kribbelnde Gefühle“ öffneten sich die Moshpits wie von ganz alleine, und eine ausgelassene Stimmung breitete sich in der gesamten Halle aus. Am Ende ihrer Show kündigte „Tropikel LTD“ ihre kommende „Betriebstemperatur-Tour“ an, mit welcher sie im April/Mai in gleich 20 Städte kommen.


Einige Zeit später wurde es dunkel, Scheinwerfer wanderten zu „Eye of the Tiger“ über die Bühne, und die Vorfreude im Publikum stieg. Nacheinander kamen nun die Bandmitglieder auf die Bühne, zeigten ihren „Box Move“ und hatten so ihren individuellen, ganz eigenen Moment, bevor sie als Band perfekt harmonierten und interagierten.


Als erstes Lied spielte die Band „E-Scooter“, ein Lied des neuen Albums „Knutschen und Boxen“. Ein Plakat eines Fans der ersten Reihe wurde nach vorne gehalten und lyricgetreu von der Sängerin Eva „kaputt gekickt“. Schnell wurde klar, wie intensiv die Band mit ihren Fans interagiert. Diese Nähe zum Publikum sorgte von Beginn an für eine energiegeladene und mitreißende Atmosphäre.


Zwischen vielen tanzbaren Einhorn-Rock-Liedern fanden auch die ruhigeren, emotionalen Songs ihren Platz im Set. Während „Je t’atme“ und „Soldat“ stiegen unzählige Seifenblasen aus dem vorderen Bereich der Crowd auf und tauchten die Szenerie in eine fast schon träumerische, berührende Stimmung. Einige Fans hatten dabei sogar Tränen in den Augen – so schön war die Stimmung.


Viel Zeit für Tränen blieb jedoch nicht: Bei den folgenden Liedern kam die gute Laune wieder und schien für einen Moment stillzustehen. Es wurde mitgetanzt, mitgesungen und Moshpits gerockt. ok.danke.tschüss überzeugte vor allem mit ihrer Spontanität und lockeren Art, so wurde während eines technischen Ausfalls kurzerhand das Lied „Zu laut in der Disko“ angestimmt und gemeinsam mit dem Publikum weitergeführt. Stuttgart zeigte sich textsicher und ließ sich von den technischen Schwierigkeiten nicht stören.

Zusätzlich gab es einen improvisierten Jam, bei dem Fans Wörter in die Menge rufen durften, aus denen die Band live einen Song formte. Außerdem hatte die Band für jede Stadt ein eigenes Lied geschrieben – an diesem Abend durfte sich das Publikum sogar über zwei ganz neue Songs freuen.

Für die Zugabe und das Lied „Sexy“ wurden die Instrumente kurzzeitig beiseitegelegt und gegen Tanzbeine ausgetauscht. So standen auf einmal nicht nur die Band auf der Bühne, sondern neben der Tourmanagerin und weiteren Teilen der Crew auf einmal auch noch eine Freundin und ich (!) mit auf der Bühne, um gemeinsam den Tourabschluss zu feiern und mitzutanzen. Ein ganz besonderer Moment, den ich definitiv nie vergessen werde.

Als Fazit lässt sich sagen, dass ok.danke.tschüss nicht nur musikalisch überzeugten, sondern auch mit Haltung: Besonders bei Songs wie „Neue Normal“ und „Joel“ wurde ihre klare, links geprägte politische Einstellung deutlich. Gleichzeitig blieb die Band durchgehend nahbar, suchte aktiv den Kontakt zu den Fans und hatte sichtlich Spaß auf der Bühne. Diese Energie übertrug sich direkt auf das Publikum, das textsicher, moshpitbereit und dabei trotzdem aufmerksam und respektvoll miteinander feierte.

Ich bin unendlich dankbar, dass wir auf die Bühne geholt wurden, definitiv eines der vielen Highlights, welches diesen Abend unvergesslich machte. Nachdem der erste Teil der Tour letztes Jahr krankheitsbedingt frühzeitig verschoben werden musste, stehen im April noch vier weitere Termine an. Ich freue mich jetzt schon darauf, mindestens einmal wieder dabei zu sein und kann wirklich nur jedem ans Herz legen, diese Shows live mitzuerleben.






// Text & Bilder: Annabel Bader //
