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Nachbericht: Southside 2026

Das Southside Festival 2026 fand dieses Jahr vom 18.6.-20.6. statt und hätte kaum besser starten können: Strahlender Sonnenschein, sommerliche Temperaturen und beste Festivalstimmung sorgten von Beginn an für ausgelassene Vibes auf dem Gelände in Neuhausen ob Eck. Tausende Musikfans genossen bereits am Donnerstag die ersten Konzerte, entspannten auf den Campingplätzen und feierten gemeinsam den Auftakt eines Wochenendes voller Live-Musik. Leider konnte ich, erst ab Freitag mit dabei sein, und verpasste dadurch die WarmUp Party, welche laut den Festival Besuchern und Social Media bereits ein voller Erfolg ware. Mit auf dem Programm standen unter Anderem Maja, Mola und HI! Spencer.

Freitag:
Obwohl das Line-up am Freitag für mich das schwächste des Wochenendes war, startete mein Festivalfreitag bereits um 16:00 Uhr mit Vicky auf der Red Stage und bot einen gelungenen Auftakt. Danach hatte ich Zeit, mir das Gelände etwas genauer anzuschauen. Zwischen zahlreichen Essens- und Getränkeständen, verschiedenen Mitmachaktionen und den unzähligen Festivalbesucher:innen herrschte überall eine entspannte, ausgelassene Atmosphäre. Egal ob beim gemeinsamen Essen, in der Sonne vor den Bühnen oder auf dem Weg zum nächsten Act, überall waren Vorfreude und gute Stimmung zu spüren, bevor es musikalisch mit den nächsten Highlights des Tages weiterging – dachte ich zumindest. Nach bereits den ersten Songs von A Day To Remember, die um 19:00 Uhr auf der Green Stage spielten, betrat ein Mitarbeiter die Bühne und forderte das Publikum aufgrund eines aufziehenden Unwetters auf, das Festivalgelände zu verlassen. Kurz darauf wurde das gesamte Gelände geordnet evakuiert. Besucher:innen wurden gebeten, sich in ihre Autos zu begeben, die Warnblinkanlage einzuschalten, sofern noch freie Plätze vorhanden waren, und diese anderen Festivalgästen anzubieten. Gleichzeitig wurde dazu aufgerufen, die Social-Media-Kanäle des Festivals für weitere Informationen im Blick zu behalten.

Vicky

Die Evakuierung selbst verlief insgesamt ruhig und gut organisiert. Das Sicherheitspersonal war auf dem gesamten Gelände präsent und leitete die Besucherströme. Lediglich am Übergang vom Campinggelände zu den Parkplätzen kam es kurzzeitig zu Problemen: Dort war der Zaun nur an einer schmalen Öffnung passierbar, wodurch sich schnell ein Rückstau bildete. Einige ungeduldige Besucher versuchten daraufhin sogar, den Zaun umzustoßen, um schneller auf die Parkplätze zu gelangen. Trotz dieser Situation blieb die Lage insgesamt unter Kontrolle.

Ab 22:00 Uhr konnte das Festivalprogramm schließlich fortgesetzt werden. Zwar konnten die ausgefallenen Konzerte von Rory, A Day To Remember, Clueso und Filow nicht nachgeholt werden und auch Halsey musste ihr Set verkürzen, dennoch war die Freude groß, dass der Festivalbetrieb überhaupt weitergehen konnte. Ich nutzte die Gelegenheit, mir noch einen Teil des Auftritts von Empire of the Sun anzuschauen, bevor die Vorfreude auf Provinz immer größer wurde. Da die Band in diesem Jahr nur wenige Live-Shows spielt, war ihr Auftritt für viele – auch für mich, eines der Highlights des Wochenendes und entsprechend gut besucht.

Samstag:
Nach einer kurzen Nacht stand der Samstag dennoch früh auf dem Programm. Nachdem Provinz erst gegen 3:00 Uhr ihren umjubelten Auftritt beendet hatten, ging es bereits um 12:30 Uhr zur White Stage. Dort eröffnete Liska den Festivaltag. Die Sängerin hatte sich ihren Platz im Line-up durch den Gewinn des Southside-Newcomer-Contests gesichert. Obwohl sich zu dieser Uhrzeit erst wenige Besucher:innen vor der Bühne versammelt hatten, war die Stimmung von Beginn an gut. Viele kannten die Texte bereits und sangen lautstark mit, wodurch Liska einen gelungenen Start in den zweiten Festivaltag bieten konnte.

Liska

Auffällig waren in diesem Jahr die zahlreichen Überschneidungen mit dem Line-up von Rock im Park. Während in den vergangenen Jahren viele Bands noch exklusiv bei einem der Festivals zu sehen waren, waren 2026 wieder deutlich mehr Acts bei beiden Veranstaltungen vertreten. So standen unter anderem Basement, Ecca Vandal, President und The Offspring sowohl bei Rock im Park als auch beim Southside Festival auf dem Programm.

Gegen 21:30 Uhr ging es dann für mich zu einem meiner Highlights des Tages: Yungblud spielte auf der Blue Stage. Der britische Musiker überzeugte mit seiner gewohnt energiegeladenen Performance und zog das Publikum mit seiner Mischung aus Rock, Punk und Pop sofort in seinen Bann. Mit viel Bewegung auf der Bühne und seiner direkten Art sorgte er für eine mitreißende Atmosphäre und einen der eindrucksvollsten Auftritte des Samstags.

Im Anschluss ging es für mich weiter zu Kraftklub auf der Green Stage. Aufgrund der kleinen Überschneidung mit Yungblud verpasste ich leider den Beginn des Sets, konnte aber noch einen großen Teil der Show miterleben. Die Chemnitzer Band bewies einmal mehr ihre Qualitäten als Live-Act und sorgte für eine ausgelassene Stimmung vor der Bühne. Frontsänger Felix Kummer suchte dabei immer wieder die Nähe zum Publikum: Unter anderem schlich er sich als vermeintlicher Eisverkäufer durch den hinteren Bereich der riesigen Crowd und mischte sich damit unter die Festivalbesucher:innen. Später verließ die Band sogar die Bühne und kam direkt in die Menge – ein Moment, der die besondere Verbindung zwischen Kraftklub und ihrem Publikum einmal mehr unterstrich.

Sonntag:
Der Sonntag startete mit einer Überraschung: Kaffkiez, die eigentlich erst am Nachmittag auf dem Festivalgelände spielen sollten, kündigten kurzfristig ein kleines Mittagskonzert auf dem Campingplatz an. Mit etwas Verspätung traf die Band schließlich auf einem Fahrzeug ein und verwandelte den Campingplatz an der Landebahn kurzerhand in eine kleine Konzertfläche. Vor zahlreichen Festivalbesucher:innen entstand eine ausgelassene Atmosphäre, bei der von Beginn an mitgesungen und gefeiert wurde. Selbst auf Moshpits wurde dabei nicht verzichtet. Das war definitiv ein ungewöhnlicher, aber umso besonderer Festivalmoment abseits der großen Bühnen.

Kaffkiez
Kaffkiez

Direkt im Anschluss wartete bereits die nächste Überraschung des Tages: Kurz nach dem Kaffkiez-Konzert zog ein Unwetter über das Gelände und brachte starken Regen sowie Hagel mit sich. Anders als am Freitag kam es jedoch zu keiner erneuten Evakuierung. Viele Besucher:innen suchten sich lediglich kurzfristig einen Unterstand, warteten den stärksten Regen ab und kehrten anschließend wieder auf das Festivalgelände zurück.

Wenig später sorgte Natasha Bedingfield auf der Bühne für den perfekten Soundtrack zum Wetterumschwung. Mit „Pocketful of Sunshine“ und „Unwritten“ brachte sie nicht nur ihre größten Hits mit, sondern gefühlt auch die Sonne zurück aufs Gelände. Die Songs passten dabei kaum besser zur Situation: Nach dem kurzen Unwetter verwandelte sich die Stimmung wieder in pure Festivalfreude und zahlreiche Besucher:innen sangen die bekannten Zeilen lautstark mit.

Danach ging es weiter zu Kasi und Antonius, die mit ihrer Drummerin Enya auf der Bühne stand. Obwohl Enya noch relativ frisch Teil der Band ist, überzeugte sie direkt mit einer starken Bühnenpräsenz und bewies, dass sie musikalisch perfekt in das Konzept der Band passt. Gemeinsam lieferten die beiden eine energiegeladene Show ab und sorgten für einen gelungenen Auftritt.

Anschließend folgte Kaffkiez, bevor es mit Nothing But Thieves weiterging. Der anhaltende Regen war zwar nicht ideal, verlieh dem Auftritt aber gleichzeitig eine besondere Atmosphäre und passte überraschend gut zur Stimmung vor der Bühne. Danach sorgten Florence + The Machine mit ihrer eindrucksvollen Bühnenpräsenz für einen weiteren Höhepunkt des Tages, bevor Papa Roach das Publikum noch einmal ordentlich aufheizten.

Zum Abschluss des Festivals wartete dann endlich mein persönliches Highlight: Twenty One Pilots. Mit ihrer abwechslungsreichen Show, der starken Verbindung zum Publikum und zahlreichen bekannten Songs bildete die Band einen würdigen Abschluss des Southside-Wochenendes.

Twenty One Pilots

Das Southside Festival 2026 war trotz wechselhaftem Wetter und einigen Herausforderungen ein Wochenende voller besonderer Momente. Die Evakuierung am Freitag, das spontane Kaffkiez-Konzert auf dem Campingplatz und zahlreiche starke Live-Auftritte machten das Festival abwechslungsreich und unvergesslich.

Twenty One Pilots

Neben großen Namen wie Provinz, Yungblud, Kraftklub und Twenty One Pilots waren es vor allem die kleinen, unerwarteten Augenblicke, die das typische Festivalgefühl ausmachten. Am Ende bleibt ein Wochenende mit guter Musik, einer besonderen Atmosphäre und vielen Erinnerungen.

Twenty One Pilots

Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst Festivalfeeling auf dem Southside zu erleben: Die nächste Ausgabe findet vom 18. bis 20. Juni 2027 statt, der Vorverkauf ist bereits gestartet. Ich werde auf jeden fall wieder mit dabei sein.

Paula Engels
Paula Engels

// Text & Bilder: Annabel Bader //