Geschmacksfragen / Interviews / Musik

Geschmacksfragen: Andreas Vey

Der in Berlin lebende und aus Ostwestfalen stammende Künstler Andreas Vey hat am 23. Januar seine Neue EP „introspect…“ veröffentlicht. Mit 16 hat er bereits angefangen Gitarre zu spielen und erste Songs für seine Schulband zu schreiben, und ein paar Jahre später die ersten Songs unter seinem Namen zu veröffentlichen. Nach seinem Umzug 2018 nach Berlin hat er sich vollständig auf seine künstlerische Laufbahn konzentriert. Unter anderem war er als Support-Act für Sophie And The Giants, Tom Rosenthal und auf einer deutschlandweiten Tour von Tom Schilling eingeladen. Wir haben ihm jetzt unsere Geschmacksfragen gestellt.

Dein (aktueller) Lieblingssong?

Black Friday von Tom Odell.

Ich finde, wenn ein Song es schafft, ein Gefühl so unmittelbar und eindringlich einzufangen, dann ist das etwas ganz Besonderes und Seltenes. Und wenn das Stück am Ende aus dieser leisen Melancholie in ein verzweifelt schreiendes Finale ausbricht, habe ich jedes Mal eine Träne im Auge. Es gibt mir unglaublich viel Kraft. Einfach herzzerreißend und magisch. Außerdem resonieren die Zeilen „it’s all in my head / it’s all in my mind / I see the darkness / where you see the light“ unglaublich stark in mir.

Deine (aktuelle) Lieblingsplatte?

Bis heute: A Rush of Blood to the Head von Coldplay. Man kann von ihrer späteren künstlerischen Entwicklung halten, was man will, aber ich kenne bis heute kein anderes Album, das so viele zeitlose, eingängige und zugleich wahnsinnig tiefgehende und ehrliche Songs in sich vereint. Es hat definitiv meinen eigenen Stil mit beeinflusst.

Dein Lieblingsort?

Die Wälder in meiner Heimat Ostwestfalen. Grundsätzlich liebe ich es, in der Natur zu sein. Abgeschieden vom Lärm der Stadt habe ich das Gefühl, dem Leben und der Welt näher zu sein. Ansonsten ganz cheesy das Piano. Es gibt keinen Ort, an dem ich mich so sehr mit mir und meiner Seele verbunden fühle.

Dein Lieblingsdrink?

Als Kind habe ich mal alle Sorten Malzbier, die unser örtlicher Supermarkt hergegeben hat, ausprobiert. Das war ne richtige Leidenschaft und ich liebe es auch heute noch. Damals war das Oettinger Malz hoch im Kurs!

Dein Lieblingsessen?

Ich liiiiiiebe es zu essen und zu kochen und bin dabei wahnsinnig neugierig und probiere alles mögliche aus. Das ist für mich so ein kleiner Moment der Meditation irgendwie. Mir selbst was Gutes tun, indem ich was Schönes koche. Wenn ich meine Eltern besuche, macht meine Mutter einfach den besten frischen Salat mit Kräutern aus dem Garten. Das habe ich schon immer sehr geliebt und ich bekomme das Dressing bis heute nicht so gut hin wie sie. Definitiv ein Lieblingsessen.

Was du gerne mal über dich wo lesen würdet, aber bisher ist es noch nirgendwo gestanden.

Ich komme aus einem nicht-musikalischen Umfeld und habe mir all meine musikalischen Fähigkeiten über die Jahre selbst beigebracht. Das hat bis heute sehr viel Willenskraft gefordert. Während in meiner Heimat die meisten einen soliden Job und ein festes Gehalt haben, arbeite ich an meinem kleinen Traum, Künstler zu sein. Das immer wieder vor mir selbst und anderen zu rechtfertigen wirft mich manchmal in Spiralen aus Selbstzweifeln – und trotzdem bin ich unglaublich stolz darauf, wie weit ich es schon geschafft habe.

Vielen Dank für die Antworten!

// Text: Jens Riedel / Bilder: Andreas Vey (by: Max Hartmann) //