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Nachbericht: Jesse Barnett im Club Stereo

Das Stereo feierte am 11.09.2026 nicht nur seinen Geburtstag, es gab auch Besuch von Jesse Barnett – ganz ohne Stick To Your Guns, ganz ohne Ways Away und Trade Wind, und dennoch hatte er Songs all seiner Projekte im Gepäck.

Nur er, sein Gesang und seine Gitarre, stellenweise begleitet von seinem Freund Noah Calvin am Klavier.

Noah eröffnete den Abend am Klavier, untermalt von ein paar Synths – dass er an Soundtracks arbeitet, war nicht zu überhören. Ein sehr angenehmer, ruhiger und atmosphärischer Einstieg in das Konzert.

Ich möchte behaupten, dass der ganze Abend nicht unbedingt in mein übliches musikalisches Portfolio passte und gerade deswegen so gut war. Lieder, die ich in einer deutlich härteren Variante kennen und lieben gelernt habe, durfte das gut besuchte Stereo in einer entschleunigten, intimeren Version genießen.

Mit „Amber“, einem absoluten Publikumsliebling seiner Band Stick To Your Guns, eröffnete Jesse ohne große Worte sein Set. Es war etwas ungewohnt, hier und auch bei Songs wie „Nobody“ keine Moshpits im Publikum zu erleben. Gar nicht ungewohnt und wie dafür gemacht waren dagegen die Mitsing-Passagen der Besucher*innen sowie die persönliche, emotionale Stimmung.

Als Jesse während einer Ansage erzählte, dass viele der Lieder für Stick To Your Guns genau so oder so ähnlich entstehen – akustisch, nur mit der Gitarre in seiner Wohnung –, ergab plötzlich alles einen Sinn! Natürlich dürften die meisten Hörer*innen die dargebotene Musik mit mehr Geschrei verinnerlicht haben, dennoch zeigte dieser Abend wieder eindeutig, dass sich Musik nicht in eine Schublade stecken lässt – genauso wenig wie mein eigener Musikgeschmack.

If your life already gives you a hard time: Besuche ein Konzert von Jesse Barnett, lass dich darauf ein und genieße einfach einen intimen, emotionalen Abend mit guter Musik unter guten Leuten!

Ach so: Respektvolles Schweigen zwischen den Liedern führt dazu, dass Herr Barnett einen Monolog hält und hinterfragt, warum alle so leise sind – ich war daraufhin kurz peinlich berührt! 🙂 Ebenso gehört bei Noah laut, eigener Aussage, extremes Lampenfieber auf der Bühne zum Alltag – lasst ihm etwas Liebe da!

// Text & Bilder: Adrian Kappler //