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Nachbericht: RACT! Festival 2026

Am 12. und 13. Juni fand das RACT! Festival in Tübingen statt. Ich war am Freitag für euch mit dabei, wurde sehr schnell sehr positiv überrascht und wollte euch hier nun meinen Nachbericht liefern.

Das Gelände war relativ überschaubar und sehr übersichtlich aufgebaut. So gab es neben den zwei Hauptbühnen auch eine DJ-Bühne auf einer großen Wiese, vor der mit reichlich Platz geraved, getanzt und gefeiert werden konnte. Natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt: Zahlreiche Essens- und Getränkestände boten für Festivalverhältnisse erfreulich humane Preise. Ein kleiner Kritikpunkt war jedoch, dass an den Ständen keine Kartenzahlung möglich war, sodass man auf Bargeld angewiesen war.

Außerdem konnten sich die Besucher über zahlreiche NGO-Stände und Mitmachangebote freuen, die die Zeit zwischen den Konzerten kurzweilig gestalteten. Besonders positiv fiel dabei die klare politische Haltung des Festivals auf. Die linke Ausrichtung war nicht nur an den vielen politischen und gesellschaftlichen Initiativen auf dem Gelände erkennbar, sondern wurde auch von nahezu jedem Act auf der Bühne in Form von politischen Botschaften und Ansagen thematisiert.

Besonders positiv fiel mir zudem die liebevoll gestaltete Dekoration auf. Mit viel Liebe zum Detail wurden nicht nur die Wege geschmückt, sondern selbst die DJ-Bühne passte mit ihrer riesigen „Eat the Rich“-Raupe Nimmersatt perfekt ins Gesamtbild. Zwischen bunten Lichtern, Tüchern, Lampions und selbstgebastelten Wegbeschilderungen traf man auf viele alternative junge Menschen, die gemeinsam ein schönes Wochenende frei von Stress, Gewalt und Ausgrenzung verbringen konnten.

Auf das LineUp am Freitag habe ich mich besonders gefreut: sehr Flinta* freundlich, feministisch, links und irgendwas zwischen Rap und deutscher Indie- also genau meins. Den Start machte LISÆ, nachdem ich die beiden, auf dem Modular Festival live erleben durfte freute ich mich riesig auf das Heimspiel derTübingerinnen auf dem Ract Festival. Mit ihrer sympathischen aber direkten Art, schafften sie es die ganze Crowd zum Tanzen und Moshpitten zu bekommen. Bei einem SXTN Cover, riefen LISÆ auf, so viel Flintas* auf die Bühne zu holen. Schnell füllte sich die Bühne mit unzähligen Flintas*. Definitiv ein starkes Statement das so schnell nicht mehr vergessen wird.

Direkt danach spielte Paula Carolina auf der Bühne nebenan und lieferte mit ihrer typischen Paula- Carolina-Show eine richtig starke Performance ab. Besonders auffällig war dabei, dass Leo am Bass als ein neuer Teil der Band mit dabei war, und sie sich nahtlos in die energiegeladene Bühnenpräsenz einfügte und das Set musikalisch bereicherte.

Nochmal schnell die Bühne gewechselt und weiter ging es mit KAFVKA. Mit ihnen stand nun eine der bekanntesten linken Rap-Rock-Bands aus Berlin auf der Bühne. Die Berliner überzeugten nicht nur mit ihren politischen Texten und ihrer energiegeladenen Mischung aus Rap und Rock, sondern auch mit ihrer beeindruckenden Bühnenpräsenz. Besonders bemerkenswert war, mit welcher Intensität alle Bandmitglieder performten und über die gesamte Show hinweg Vollgas gaben, wodurch die Energie unmittelbar auf das Publikum übersprang.

Antifuchs war für mich keine Unbekannte mehr, da ich sie bereits auf dem NBG Pop letztes Jahr live erleben durfte. Dennoch konnte sie mich auf dem Ract noch einmal mehr von sich überzeugen, denn gerade unter freiem Himmel kamen ihre energiegeladene Performance und ihre starke Bühnenpräsenz besonders gut zur Geltung und erschuf so einen perfekten Festival Abschluss.

Mein Fazit fällt durchweg positiv aus: Das Festival überzeugte mit seiner entspannten Atmosphäre, einem starken FLINTA*-Line-up, einer klaren linken Haltung und einer beeindruckenden Liebe zum Detail. besonders in Erinnerung bleiben die freundlichen Mitarbeitenden und das angenehm unaufdringliche Sicherheitspersonal, die maßgeblich zum Wohlfühlcharakter beitrugen. Umso bemerkenswerter ist, dass das gesamte Festival kostenlos war. Einziger kleiner Kritikpunkt bleibt die fehlende Möglichkeit zur Kartenzahlung an vielen Essens- und Getränkeständen. Ansonsten war es ein rundum gelungenes Wochenende. Ich freue mich jetzt schon auf nächstes Jahr.

LISÆ
Paula Carolina
Kavka
Antifuchs

// Text & Bilder: Annabel Bader //