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Nachbericht: Reeperbahn Festival 2026

Zwischen Spaßgetränken am BookerKiosk, unzähligen Showcases, Conferences und Vorträgen und dem einen oder anderen spontanen Abstecher in die nächste Venue: Vom 16. bis 19. September hatte das Reeperbahn Festival auch dieses Jahr wieder gezeigt, wie vielseitig vier Tage Musik, Musikbusiness und St. Pauli sein können. Zwischen neuen Artists, bekannten Gesichtern und jeder Menge Gesprächen gab es dabei vor allem eines: unglaublich viel zu entdecken.

Konzerte im Spotlight

Für mich standen während der vier Tage vor allem die Konzerte im Mittelpunkt. Besonders am Samstag war ich viel mit Tilly Pantha unterwegs, für die ich ebenfalls vor Ort war und durfte erfahren, wie es ist als Band auf einem Showcase Festival zu spielen. Mit Shuttle und einem Striktem Zeitplan fuhren wir zwischen den Locations hin und her und versuchten, pünktlich von einem Auftritt zum nächsten zu kommen. Am Ende des Tages waren wir zwar ziemlich müde, aber auch umso glücklicher über all die Shows und Eindrücke, die wir mitnehmen konnten.

Tilly Pantha
Tilly Pantha

Dazwischen ging es natürlich immer wieder in verschiedene Venues, zu neuen Acts und Shows, die ich vorher teilweise noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Aber auch einige bekannte Gesichter und größere Namen waren dabei – und so wurde aus dem Showcase-Festival schnell eine ziemlich volle Mischung aus Entdeckungen und persönlichen Highlights.

Konzert Hightlights:

Dani Lia und Yola verfolgen mich mittlerweile quasi überall hin – und auch auf dem Reeperbahn Festival durfte sie natürlich nicht fehlen. Ihre neue Harte Mackerinnern EP ist mittlerweile erschienen und auf dem Reeperbahnfestival feiern sie zusammen mit ihren Fans den release. Nach ihrem Auftritt durfte ich Yola sogar nochmal bei einem anderen Auftritt sehen.

Dani Lia & Yola
Dani Lia
Yola

Yung Pepp kannte ich bereits als Support von Kraftklub und von anderen Festivals. Auf dem ReeperbahnFestival war er unter anderem auf der Amazon Music Stage zu sehen, aber auch an anderen Bühnen präsent. Seine Songs sind dabei immer wieder politisch und gesellschaftskritisch- genau das, was ich an seiner Musik mag.

Yung Pepp

Bei den MORECORE AWARDS im Uebel & Gefährlich ging es dann etwas härter zur Sache. Auch Nothing But Thieves durften für mich natürlich nicht fehlen, eine meiner Lieblingsbands. Die Halle war entsprechend voll, aber gerade das Akustikset hat mich unerwartet sehr abgeholt und für einen schönen ruhigeren Moment gesorgt.

Nothing But Thieves

Mine spielte ohne klassische Band, dafür mit ihrer Pianistin Eleo und einer ganzen Reihe elektronischer Instrumente. Technisch lief dabei nicht immer alles ganz rund, aber genau das machte den Auftritt irgendwie menschlich. Die durchdachte Show und ihre Art, immer wieder kleine Geschichten und Gedanken einzubauen, haben den Auftritt für mich trotzdem zu einem Highlight gemacht.

Mine

Auch Remote Bondage haben mit einer durchdachten Show und ordentlich Stimmung überzeugt. Bei Kayla Shyx auf der Amazon Music Stage war ich ebenfalls dabei, diesmal hat sie mich deutlich mehr abgeholt als noch in der Woche zuvor beim Freeflow.

Remote Bondage
Kayla Shyx

Einige meiner liebsten Festivalmomente kamen aber auch von kleineren Acts. Liska auf der Fritz-Kola-Stage und Sharaktah auf der YouCookStage waren für mich echte Highlights. Kleine Bühnen, viele textsichere Fans und eine richtig gute Stimmung. Auch solche Shows machen für mich das Reeperbahn Festival aus.

Sharaktah

Auch Lina-Mariah, Dolphin Love und Asfar Shamsi gehörten zu meinen Entdeckungen bzw. Wiedersehen des Festivals.

Dolphin Love
Asfar Shamsi

Am frühen Morgen beziehungsweise ziemlich früh im Festivalprogramm spielte ZWEIFEL und legte direkt eine starke Show hin. Die Band kenne ich bereits unter anderem vom c/o pop, wo ich sie damals auch für ein Interview getroffen habe. Das Interview ist übrigens schon seit längerem hier online. Umso schöner war es, die Jungs auf dem Reeperbahn Festival wiederzusehen und zwischendurch nicht nur über Musik, sondern auch einfach abseits der Bühne zu quatschen. Sogar ein paar andere Konzerte haben wir gemeinsam angeschaut.

Bei Carla Ahad im St. Pauli Fanshop war es leider so voll, dass ich nur ein paar Songs mitnehmen konnte, trotzdem war ihre Show eines meiner ganz persönlichen Reeperbahn Hightlights. Anschließend ging es für mich zu Carli. Auch hier war der Andrang so groß, dass es sogar einen Einlassstopp gab. Ich hatte aber Glück und habe es trotzdem noch reingeschafft. Viel Zeit blieb zwar nicht, aber ein paar Songs konnte ich wir noch anschauen und die Show hat sich definitiv gelohnt.

Carla Ahad
Carli

Den ruhigeren Abschluss lieferte Philine Sonny. Ich hab mich sehr gefreut sie nach längerer Zeit endlich mal wieder live sehen zu haben.

Philine Sonny

Und zwischendrin natürlich immer wieder: Tilly Pantha. Gerade durch die gemeinsame Zeit mit ihr und der Band habe ich das Festival noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive erlebt.

Tilly Pantha

Abseits der Venues

Nicht alles spielte sich natürlich in den verschiedenen Venues/Clubs ab. Rund um den Spielbudenplatz und im Festival Village konnte man auch ohne Festival-Ticket kostenlos vorbeischauen. Zwischen kleinen Marktständen, Kunst und einem Mini-Weihnachtsmarkt gab es einiges zu entdecken – inklusive eines ziemlich coolen Schals, den ich natürlich direkt mitnehmen musste.

Nach all dem Hin- und Her zwischen den Venues wollte ich zwischendurch auch einfach mal kurz runterkommen und habe mir im Imperial Theater den Podcast „Fuck You Very Very Much“ von Jennifer Weist mit Gast Matilda angeschaut. Dieses Mal ging es um den bekannten Beef zwischen Taylor Swift und Katy Perry. Das war perfekt, um für einen Moment die Füße hochzulegen und einfach zuzuhören. Generell dreht sich der Podcast um die unterschiedlichsten Beefs aus dem Musikbusiness und ich freu mich schon, auf die weiteren Folgen.

Auch außerhalb des Theaters auf dem Festival Village gab es einiges zum Mitmachen: Für einen Smoothie konnte man beispielsweise selbst in die Pedale treten oder sich beim Musik-Bingo durch verschiedene Songs rätseln.

Fazit

Vier Tage Reeperbahn Festival sind definitiv nicht ohne, vor allem, wenn man versucht, möglichst viele Shows mitzunehmen. Zwischen neuen Entdeckungen, bekannten Gesichtern, vollen Venues, Band Shuttles und viel zu wenig Schlaf nehme ich vor allem jede Menge neue Musik und schöne Begegnungen mit. Zugegeben: Den Conferences, Talks und dem ganzen Branchenprogramm habe ich dabei etwas weniger Aufmerksamkeit geschenkt, bei so vielen Konzerten war die Entscheidung dann doch ziemlich schnell getroffen. Das lässt sich schließlich auch nächstes Jahr noch nachholen. Und wahrscheinlich nehme ich auch die Erkenntnis mit, dass man auf der Reeperbahn eigentlich nie wirklich alles schaffen kann – und genau das irgendwie dazugehört.

Carla Ahad
Carli
Kayla Shyx
Remote Bondage
Sharaktah
Yola
Yung Pepp

// Text & Bilder: Annabel Bader //