Live / Musik

Nachbericht: Modular in der Elbphilharmonie

Am 17.01.2026 ging es für mich zu meinem ersten Konzert in diesem Jahr nach Hamburg zum allerletzten Modular Konzert, und das ausgerechnet in der Elbphilharmonie.

Nachdem das Publikum im kleinen Saal seine Sitzplätze eingenommen hatte, wurde das Licht gedimmt und der aufmerksame Saal verstummte. Ohne Vorband startete Modular pünktlich um 20:30 Uhr.

Die Sängerin betrat mit ihrer Band die Bühne und erzeugte sofort eine magisch/mystische Atmosphäre. Das Publikum wurde auf eine Reise mitgenommen, die durch die gesamte Release Geschichte von Modular führte. Die Setlist war chronologisch aufgebaut: Vom ersten Release bis hin zum Debütalbum spielte die Band jeden Song (bis auf einen) in der entsprechenden Reihenfolge.

Nach den ersten Liedern sprach die Frontsängerin überwältigt und den Tränen nahe ins Mikrofon: „Hallo liebe Elbphilharmonie … heute ist ein Tag wie kein anderer. Wir spielen unser allerletztes Konzert und dürfen das mit euch in der ausverkauften Elbphilharmonie erleben.“ Eigentlich habe sie geplant, diese Show „super edgy“ zu gestalten, die Songs zu spielen und erst am Ende etwas zu sagen. Doch die Dankbarkeit sei so groß, dass sie diese Gefühle jetzt schon teilen müsse.„Jetzt lasse ich euch aber in Ruhe und sage wirklich erst am Ende wieder etwas. Seid emotional, lasst euch fallen, weint, schließt die Augen, tanzt, singt mit und genießt den Abend“, sagte sie jetzt sichtlich gerührt.

Im weiteren Verlauf betraten eine Cellistin sowie eine zweite Sängerin die Bühne, die die Band bei mehreren Songs musikalisch unterstützten. Die gesamte Band harmonierte perfekt miteinander, tanzte mit und hatte sichtlich Spaß auf der Bühne. Das Publikum war bunt gemischt: von textsicheren Fans über Kinder bis hin zu den „klassischen Elbphilharmonie-Besucher*innen“ war alles vertreten. Dennoch sangen viele mit oder klatschten im Takt zu den eingängigen Liedern, die Modular selbst dem NNDW-Genre zuordnet.

„Ich find’s scheiße, nicht mit euch zu reden! Habt ihr eine gute Zeit?“ erklang plötzlich wieder Modulars Stimme durch den Saal. Sie zeigte sich extrem dankbar, mit ihren liebsten Menschen auf dieser Bühne stehen zu dürfen, erkannte viele Gesichter im Publikum wieder und betonte, wie viel ihr dieser Abend bedeute. Anschließend kündigte sie ihr Debütalbum Lonely Hearts Club an, das nun vollständig gespielt wurde.

Mein persönliches Highlight des Abends war definitiv das Outro zum Song „Wohin“, das in einer neuen, veränderten Version gespielt wurde. Jede/r Musiker/in bekam dabei einen ganz eigenen Moment auf der Bühne. Den krönenden Abschluss bildete Modulars Vater, der nicht nur gemeinsam mit seiner Tochter das gesamte Projekt aufgebaut hat, sondern auch Gitarre (und Piano) in der Live-Band spielt. Die enge Bindung zwischen den beiden wurde im Laufe des Konzerts immer wieder spürbar.

Erneut wandte sich Modular an ihre Fans und erklärte, dass sie den letzten Song des Albums („Nichtschwimmer“) an diesem Abend nicht spielen werde und wir nun am Ende angekommen wären. Sie bedankte sich bei all den Menschen, ohne die dieses Projekt niemals das geworden wäre, was es heute ist. Während sie die Namen ihrer Liebsten nannte und Blumen als Dankeschön verteilte, klatschte das Publikum ununterbrochen. Lächelnd und sichtlich emotional fragte sie schließlich:„Wusste jemand nicht, dass das heute mein letztes Konzert ist und ist jetzt etwas verwirrt, warum ich so emotional bin?“

So wie das Konzert begann, endete es auch: Modular spielte ein letztes Mal „Betrüger“. Das Publikum erhob sich und feierte den letzten Song als gemeinsamen Abschluss.

Das Licht kam größtenteils von weit hinten und war insgesamt sehr düster, sodass die Sängerin oft nur schemenhaft oder lediglich als Umriss zu erkennen war. Das war zwar schade, verlieh dem Konzert aber gleichzeitig eine besondere, edgy Atmosphäre. Vor allem die Stroboskop-Momente waren visuell sehr stark und wirkten extrem passend zur Musik. Die Band war harmonisch, perfekt aufeinander abgestimmt und es machte großen Spaß, ihnen zuzuschauen. Das Konzert wirkte emotional, intensiv umso schwerer, dass es das letzte war. So schön und intensiv dieser Abend war, so endgültig fühlte er sich auch an. Mit diesem Konzert endet ein bedeutendes Kapitel, und was danach kommt, bleibt wohl offen.

// Text: Annabel Bader / Bilder: Daniel Dittus //