Nachbericht: Jules Ahoi im Z-Bau
Keine Vorband, keine große Promo, kein Drumherum – bei Jules Ahoi stand an diesem Abend vor allem eines im Mittelpunkt: die Musik. Am 20. Oktober machte die Kölner Saltwaterfolk-Band im Rahmen ihrer Abschiedstour Halt im Z-Bau in Nürnberg. Dabei konnte sich die sechsköpfige Band ganz auf das konzentrieren, worum es bei Konzerten eigentlich geht. Jules Ahoi erzählte, dass es sich gut anfühle, einmal keine Promo machen zu müssen, wie Bands es sonst häufig vor Tourstarts oder Albumveröffentlichungen tun. Statt Interviews, Social-Media-Kampagnen, Merch und Werbung für neue Releases ging es diesmal einfach darum, gemeinsam auf der Bühne zu stehen und gute Musik zu spielen.

Natürlich durfte auch die ein oder andere Geschichte nicht fehlen. Eine davon handelte von einer Kiste, die auf der Autobahn gesichtet wurde – eine dieser Anekdoten, die man vermutlich nicht so schnell vergisst. Überhaupt präsentierte sich die Band ausgesprochen sympathisch: Zwischen den Songs wurde gelacht, gescherzt und erzählt, während alle Bandmitglieder gefühlt dauerhaft mit einem Lächeln auf der Bühne standen.

Dabei wurde deutlich, wie gut die einzelnen Musiker:innen miteinander harmonieren. Julian Braun an Gesang und Gitarre, Muriel Bonn am Cello und Bass, Ornella Tobar-Gaete an Geige, Keys und E-Gitarre, Joe Rüther am Schlagzeug, Joris van Treeck an Bass und E-Gitarre sowie Louise Ulrich an Geige und Synthesizer ergänzten sich musikalisch zu einem vielschichtigen Gesamtbild. Die unterschiedlichen Instrumente griffen wunderbar ineinander, ohne dass dabei die einzelnen Musiker:innen in den Hintergrund rückten.

Auch abseits der Musik war die Verbundenheit der Bandmitglieder spürbar. Besonders schön wurde es, als sie gemeinsam Songs anstimmten und damit für zusätzliche Nähe zum Publikum sorgten. Jules Ahoi nahm die Besucher:innen mit seiner lockeren Art immer wieder mit und sorgte nebenbei dafür, dass vermutlich einige künftig behaupten werden, sie hätten „schon mal im Z-Bau gesungen“.

Ein besonderer Moment folgte bei der Zugabe: Jules Ahoi ließ die Bühne hinter sich, schnappte sich seine Gitarre und kam mitten ins Publikum. Dort spielte er einen Song in akustischer Version, begleitet vom gemeinsamen Gesang der Crowd. Die Nähe zwischen Künstler und Publikum verlieh dem Moment eine ganz eigene Intimität und machte noch einmal deutlich, worum es bei dieser Tour geht: gemeinsam Musik erleben und Erinnerungen schaffen, die über den letzten Ton hinaus bleiben.

Auch nach dem letzten Song war der Abend noch nicht ganz vorbei. Statt direkt hinter der Bühne zu verschwinden, kamen alle Bandmitglieder zum Merchstand und nahmen sich Zeit, um mit den Besucher:innen ins Gespräch zu kommen und sich persönlich zu verabschieden. Gerade im Rahmen einer Abschiedstour waren diese Begegnungen besonders schön. Sie machten deutlich, dass es an diesem Abend nicht nur um die Musik ging, sondern auch um die Menschen dahinter und die Verbindung, die über die Jahre entstanden ist.

Wie es für Jules Ahoi nach der Abschiedstour weitergeht, bleibt vorerst offen. Konkrete Pläne für neue Musik oder weitere Konzerte gibt es zunächst nicht. Umso mehr rückte an diesem Abend das in den Vordergrund, was bleibt: gemeinsame Erinnerungen, ehrliche Begegnungen und Musik, die Menschen miteinander verbindet.

So wurde das Konzert am 20. Oktober zu einem warmherzigen Abend voller Musik, Humor und gemeinsamer Momente und zu einem passenden letzten Kapitel dieser Band. Für mich steht fest: Ich werde diese Konzerte nie vergessen und auch nie aufhören, diese Musik zu hören. Denn sie fühlt sich an wie eine warme, vertraute Umarmung und hat die Kraft, so vieles zu heilen.





// Text & Bilder: Annabel Bader //
