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Nachbericht: Highfield Festival 2026

ONE LAST DANCE – mit den letzten Tönen der Beatsteaks verabschiedete sich das Highfield am Abend des 16. August. Nicht wie gewohnt bis zum nächsten Jahr, sondern in dieser Form für immer. Die Veranstalter des Festivals am Störmthaler See bei Leipzig hatten Mitte Juli angekündigt, dass es keine Zukunft mehr für dieses Event gibt und alle Besucher:innen und Fans gebeten, ein letztes Mal dieses Kapitel aufzuschlagen und gemeinsam zu feiern. Gesagt, getan!

Fast 30 Jahre lang stand das Highfield für Lebensfreude, unvergessliche Konzerte von nationalen und internationalen Acts, Freiheit und fröhliches Miteinander. Auch wir durften nun zum dritten und letzten Mal wummernde Bässe, glückliche Menschen und Sommerfeeling am See erleben.

Das Gelände wurde in diesem Jahr noch einmal verändert – die beiden Bühnen, Main Stage und Club Stage, standen sich schräg gegenüber; der Timetable wurde so gelegt, dass sich die Acts nicht überschneiden und jede:r jede Show, auch dank der kurzen Laufwege, in voller Länge genießen kann. Die Bühne am Strand fungierte in diesem Jahr als „Electric Beach“ und bot von Yoga über Raves und DJ- Shows viel Abwechslung. Abseits der Bühnen konnten sich die Besucher:innen mit diversen Getränken und Speisen eindecken, an Gewinnspielen bei Partnern und Sponsoren teilnehmen, Giveaways ergattern und sich auf der „NGO Meile“ bei Greenpeace, Kein Bock Auf Nazis uvm. zu gesellschaftlichen und politischen Themen informieren.

Nachdem am Donnerstag die Campingplätze geöffnet und die Warm-up-Shows gefeiert wurden, ging es am Freitag um 15 Uhr dann offiziell mit dem allerletzten Highfield los. Und wer könnte ein Festival besser eröffnen als ITCHY? Der Platz vor der Bühne füllte sich schnell, nach wenigen Minuten wurde der erste Staub dank Moshpits aufgewirbelt und wir durften 60 Minuten feinsten Punk-Rock genießen. Ein Auftakt wie er im Buche steht! Weiter ging es im Programm mit Hi! Spencer und Sondaschule. Um 18 Uhr betraten Adam Angst die Bühne und das Gelände schien nun komplett gefüllt zu sein. Zwischen Abendessen, Riesenrad fahren und vor der Club Stage abrocken wurde der erste Festivalabend eingeleitet.

Mit den Giant Rooks folgte auf der Main Stage einer der Höhepunkte des Tages. In den Sonnenuntergang hinein verzauberte die Band tausende Menschen vor der Bühne. Mal ruhig, mal lauter, mal tanzend in der Abendsonne oder andächtig genießend – das Publikum schien rundum glücklich und das Festivalfeeling war nun endgültig am Störmthaler See angekommen. Mit PA69 wurde im Anschluss ein Moshpit nach dem anderen geöffnet und BHZ lieferten eine teils hitzige und teils hochemotionale Show ab. Das Energielevel erreichte den Höhepunkt! Nach dem vorletzten Slot von Levin Liam war es Zeit für den Headliner: Um kurz vor Mitternacht fiel der Vorhang für SDP, die schon in den ersten Minuten mit Pyro und Feuer die Menge zum Ausrasten brachten. Mit einem großen Feuerwerk verabschiedeten sie sich vom Highfield-Freitag.

Der Samstag startete mit ZSK auf der Main Stage mit voller Wucht. Keine Zeit zum Durchatmen war die Devise. Nach einer Menge Punk eröffnete Yung Pepp die Club Stage. Der 18-jährige Leipziger feierte heute ein Heimspiel und die Menge vor der Bühne wuchs mit jedem Song. Zwischen viel Haltung, einem Feature-Song mit seinem Vater und sommerlichem Sound wurde der Newcomer gebührend vom Publikum gefeiert. Die Main Stage und der Platz davor wurde anschließend von Querbeat zu einer riesigen Party verwandelt – die Leichtigkeit des Sommers und des Festivalgefühls legte sich über den Samstag. Bei Vicky durften wir endlich mit dem ersten FLINTA*-Act feiern – hier mischten sich schnelle Beats mit Staub und heißen Temperaturen. Das Publikum strahlte und genoss jede Sekunde. Mit Zartmann und Raum27 kehrte der Indie zurück auf die Bühnen. Aber auch die größte Nachmittagshitze konnte die zehntausenden Menschen am Störmthaler See nicht davon abhalten, lauthals ihre Lieblingssongs mitzusingen und das Leben und die Musik zu feiern.

Für die Dropkick Murphys wurden die Tanzschuhe geschnürt; mit ihrem Folk-Punk brachte die Band aus den USA internationalen Flair zum Highfield. Bei Ritter Lean bebte die Club Stage, bevor 01099 viel buntes Licht, Feuer und gute Laune auf die große Bühne brachten. Die Nacht wurde eröffnet: mit Tanzen, Springen und einer großen Portion Spaß. Das Lumpenpack schloss sich der guten Laune an und heizte als letzter Act auf der Club Stage der Menge ordentlich ein. Wer um Mitternacht den Headliner Slot spielen würde, war zwar allseits bekannt; jedoch wurde es dem Festivalgelände schon eine gute Stunde vorher noch einmal eindrucksvoll präsentiert. Ein Kran zog das riesige, leuchtende „KRAFTKLUB – STERBEN IN KARL MARX STADT“ Schild der Band in die Höhe, wo es neben der Main Stage mit einem Countdown die Besucher:innen auf die anstehende Show einstimmte. Als besagte Show dann um 0 Uhr begann, gab es kein Halten mehr. Zwischen Konfetti-Sturm, In-der- Crowd-Performances und einem Hit nach dem anderen zündeten Kraftklub das gewohnte Bühnenfeuer und das Highfield Gelände verwandelte sich 90 Minuten lang in die größte Party. Definitiv eines der Highlights dieser letzten Festivalausgabe!

Das Wetter zeigte sich fast das komplette Wochenende sonnig und heiß – und so schwitzen die rund 28.000 Besucher:innen besonders am Samstag bei mindestens 36 Grad im Schatten. Für Abkühlung und Sonnenschutz wurde in Form von kostenlosen Wasserstellen und Sonnencreme-Spendern natürlich auch gesorgt!

Mit sichtlich müden Knochen, einer leichten Hitze-Erschöpfung aber noch immer maximaler Lust auf Live- Musik und Party versammelten sich am Sonntag nach und nach wieder alle Festivalfans am Störmthaler See. Den Anfang machte an diesem letzten Festivaltag eine glückliche und dankbare Jolle und verzauberte die Menge mit ihren Songs. Mit Montreal und Kafvka folgten energiegeladene Shows, bei denen sich die Staubwolken erneut türmten und die letzte Energie noch einmal für Moshpits genutzt wurde. $oho Bani brachte die Crowd nicht nur mit seiner Version von „Zeit, dass sich was dreht“ zum Tanzen und bei Nura schien der Platz vor der Club Stage schon fast zu klein. Ein letzter Tag Highfield – die Stimmung war hervorragend und das zeigte das Publikum in jeder Hinsicht. Nach Feine Sahne Fischfilet zündete Deine Cousine ein punkiges Feuerwerk auf der Club Stage. Nach einem kurzen Regenschauer am Morgen fühlte sich die Luft an diesem Sonntag noch wärmer und schwerer an; aber es war keine Zeit für Pause. Marteria feierte im Sonnenuntergang mit den Tausenden Besucher:innen; Dilla durfte anschließend mit ihrer Show die Club Stage „verabschieden“. Ihre catchy Songs und ihre sichtliche Begeisterung über das Publikum waren höchst ansteckend.

Um 22:30 Uhr traf sich dann das gesamte Gelände vor der Main Stage. Der letzte Act des Tages, die Beatsteaks, standen in den Startlöchern. Bevor die Berliner die Bühne betraten, durften wir auf den Leinwänden einen Film der letzten zwei Tage sehen. Ein emotionaler Moment für alle! Allerdings waren die Beatsteaks nicht nur der letzte Act des Tages, sondern auch der allerletzte Act des Highfield Festivals – ever! Die Berliner Band schüttete all ihre Energie in die Show und das Publikum tat es ihnen gleich.

Singen, Tanzen, sich gegenseitig in den Armen liegen – so verabschiedeten wir mit 28.000 Menschen das Highfield. Als die letzten Töne schon längst gespielt waren und das helle Bühnenlicht für den Abbau angeschaltet wurde, blieben viele Besucher:innen noch an Ort und Stelle stehen. Nostalgisch, glücklich und gleichzeitig wehmütig blickten alle noch ein letztes Mal über das Gelände. Ein Gelände, das seit 2010 das Zuhause des Highfield war.

Was bleibt sind unvergessliche Erinnerungen, Staub in den Schuhen, Konfetti in den Taschen und ganz viel Liebe und Hoffnung für Livemusik und Festivals. Danke, Highfield, es war wunderschön mit dir!

// Text & Bilder: Sarah Weinberg //