reden ist silber

Konfetti! Und außerdem … 200x Dankeschön

„Vor lauter Qual“, hab ich grad in eine Email hineingeschrieben, „dieses sehr weiße Blatt Papier für euch zu befüllen, hab ich ganz vergessen, dass ich mir eigentlich heut für’s 200. Sofa auf die Schulter klopfen wollte.“ Und weiter: „Aber dann klopf ich halt stattdessen euch auf die Schulter, weil ihr immer so ganz arg geduldig seid mit mir und gar nicht pausenlos anrufen müsst und nachfragen, ob denn das Sofa wohl noch kommt. Danke!“ Weil man darf ja nicht vergessen: Die wahre Leistung mit dem allwöchentlichen Kanapee, auf welchigem ich selbst mich rekele und hier und da geschwind mal eine kleine Glosse aus dem Ärmel schüttle, bevor ich mich wieder meinen anderweitigen Kontemplationen zuwende, die erbringen selbstverständlich die Herr- und vor allem Damschaften in der Redaktion. Ich tu mir ja leicht. Ständig springt mich eine Inspiration an, sei’s nachts im Schlaf, sei’s beim heiteren Beisammensein, sei’s bei der Leibesertüchtigung, immerzu ist’s lustig in meinem Kopf, und dann nehm ich den lustigen Gedanken und pack ihn mirnichts, dirnichts, mal eben ins Papier hinein, und kaum eine bis neun Stunden akribischer Formulierkunstarbeit ist das Opus auch schon fertig und dann drück ich einmal auf „Senden“ und huuuuuui fliegt das Sofa einmal quer übers Nürnberg und hinaus aus meiner Verantwortung. Dann lehn ich mich zurück in meinem Massagesessel und stell mir vor, was jetzt da drüben wohl passiert: „Hat jetzt die Wasmeierin schon das Sofa geschickt?“ – „Nein, immer noch nicht.“ – „Aber da ist sie schon, oder?“ – „Ja also ich weiß von nichts anderem.“ – „Und schicken tut sie’s auch?“ – „Hat sie doch bisher immer.“ – „Aber Kreuzbirnbaumundhollerstauden hast du schon mal auf die Uhr geschaut? Ich ruf jetzt da lieber mal …“ – „Nein besser nicht, wegen noli turbare circulos meos.“ – „Hä?“ – Passt schon. Ach schau, jetzt hat sie was geschickt.“ – „Hat die ein Glück. Schaust du’s dir an?“ – „Bitte nicht schon wieder, ich hab doch erst letzte Woche …“ – „Na gut, aber dann motz nicht wieder, wenn ich die ganzen Logikfehler überseh.“ – „Naa ist schon gut, ich mach das ja auch meistens eher so ‚Augen zu und durch‘!“ – „Echt jetzt? Schlägst du nicht lieber immer jedes Wort, das komisch klingt, im Duden nach?“ – „Bist du wahnsinnig, da kommt doch kein Mensch hinterher. Und die Wasmeierein sagt eh: ‚Wenn ich das Wort mal geschrieben hab, dann gibt’s das ab dem Moment auch.‘ Die Diskussion kannst dir also sparen.“ – „Und am End steht eh ihr Name drüber.“ – „Genau.“ Und so weiter und so fort. Eine schlimme Mühsal, und das nur wegen mir, und das schon seit 200 Wochen. Da sag ich jetzt einmal „Dankeschön“ und … Oha, eine Email: „Liebste Katharina, bearbeite gerade deinen schönen Longboarder-Beitrag, aber a Sofa brauchma scho aa no …“ Ja ja, ist ja gut. Ist doch erst 16 Uhr … Ein Gläschen auf euer Wohl – und eure Geduld! Kommt ihr mit?

 

// Text: Katharina Wasmeier / Bild: Hannah Rabenstein //

~~ Diese Glosse erscheint unter dem Namen „Runter vom Sofa“ in der Freitagsausgabe der Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung ~~