Konfetti! Und außerdem … Badengehen
Es gibt so Tätigkeiten, bei denen man sich um Vorfeld ungefähr nichts denkt außer „Geile Idee, das mach ich!“ – und ein paar Minuten oder Stunden später die vormalige Begeisterung kein bisschen mehr verstehen kann. „Warum hab ich das bloß getan?“ hab ich mich gefragt, als ich mal so zum Spaß Platz genommen hatte in zwei Metern Höhe, nämlich auf dem Rücken eines so mächtigen wie schreckhaften Gauls, von dem ich annahm, dass er mich in sicheren Tod schaukeln und hüpfen werde. Und sehr dunkel erinnere ich mich auch an eine Fahrt mit einer Todesbahn in einem Freizeitpark, von der ich vor allem gelernt habe, wie unfassbar lang und laut ich schreien kann. Meine Lektionen habe ich hierbei gelernt, ich mache das alles ganz bestimmt kein zweites Mal. Worauf ich aber immer und immer wieder hineinfalle, ist dieser alles durchdringende Wunsch nach einem Freibadbesuch. Weil wie herrlich ist das denn? Bräsig im Halbschatten liegen, gelegentlich an einer eiskalten Melone lutschen, schön Buch und hier und da das Käsebein mal kurz ins Wasser gedippt – perfekt! Es erfolgt also ein Taschepacken „mit dem Nötigsten“, darauf die Erkenntnis, dass eine Fahrradfahrt derart bepackt nicht möglich ist. Nachdem man sich die Pfoten am Lenkrad des Autos verbrannt und irgendwann schwitzend einen Parkplatz gefunden hat, beginnt die Müh der richtigen Platzwahl (Spoiler: Gelingt nie!). Es folgt das Einrichten – schön ordentlich legt man ein Mosaik aus Decken, Handtüchern, Unterhaltungsmedien und sonstigem Gedöns, aber man will ja nicht ausschauen wie ein Flodder – und die wenig grazilen Verrenkungen, die ein schnelles Umziehen in die Bademode erforderlich macht. Geschafft, man sinkt zu Boden und ist bereit zum chillen. Dann piekt ein Zweiglein unterm Hintern. Dann muss man aufs Klo. Dann wollte man doch schwimmen. Dann muss man sich erstmal einschmieren. Dann unbedingt Händewaschen. Dann einziehen lassen und lesen. Neuer Zweig unterm Hintern. Besuch des Pools, aber erst nochmal Klo. Schwieriger Poolbesuch weil Wasser sehr kalt. Dann trocknen. Schatten weg, Einrichtung drei Meter weiter zerren. Viel trinken. Dann lieber doch umziehen (Blase!). Dann lesen. Oh, eigentlich Hunger. Pommes. Händewaschen. Hinlegen. Durst. Klo. Baden? Später. Oder doch gleich, weil plötzlich wird’s voll. Trocknen, umziehen, Schatten weg, neuer Platz. Eincremen, Händewaschen, les… Telefon. Trinken. Klo. Schatten!! Aber erst schwieriger Besuch im Pool weil Wasser sehr warm … Nach ein paar Stunden so verlässt man völlig erschöpft die Badeanstalt und fragt sich, warum man nicht auf der kühlen Couch verblieben ist. Naja – bis zum nächsten Mal.
// Text: Katharina Wasmeier / Foto: David Häuser //
~~ Diese Glosse erscheint unter dem Namen „Runter vom Sofa“ in der Freitagsausgabe der Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung ~~
