Nachbericht: Christian Steiffen bei der Kulturinsel Wöhrmühle
Der „Gott of Schlager“ war am 17. Juli zu Gast bei der Kulturinsel Wöhrmühle und als großer „Ich fühl mich Disco“ Fan war früh klar, das Konzert ist ein Pflichttermin.
Auf dem Weg begegnete ich schon einigen Leuten in ausgefallen Klamotten und angeklebten Bärten, die bereit für eine gute Zeit waren. Natürlich durften auch die signifikanten rosafarbenen Rüschenhemden nicht fehlen.
Pünktlich und noch bei strahlendem Sonnenschein legen Support „The Livelines“ aus Osnarbrück eine energiegeladene Show hin. Mit Liedern ihrer EP „Framing Realitys“ heizt die junge Band das Publikum gekonnt ein. Mehr oder weniger erfolgreich bringt Sängerin Maria dieses zum Mitsingen und überzeugt mit ihrer präsenten und ansteckend positiven Art auf der Bühne.


Ein Highlight war definitiv das Cover von „Teenage Dirtbag“, bei dem vor allem der Schlagzeuger seinen Moment hatte, als er den letzten Refrain mit hoher Stimme ins Mikrofon sang.

In einer kurzen Umbaupause verdunkelt sich langsam der Himmel und als kurze Zeit später Christian Steiffen auf der Bühne stand, regnet es schon dicke Tropfen.

Ganz schamlos kündigt er sich selbst groß an und startet – wie sollte es auch anders sein – mit „Wie gut, dass ich hier bin“. Wie gut, dass er endlich für uns singt! Schon nach dem ersten Song wird lautstark eine Zugabe gefordert. Ein Wunsch, dem Christian Steiffen nach jedem Lied mit einem weiteren entgegenkommt.

Es geht munter weiter mit „Hier ist Party“, was sich definitiv in der Menge widerspiegelt, da sie sich die Laune vom drohenden Gewitter nicht verderben lässt. Nur die vielen bunten Kostüme wurden langsam von Regenjacken und Ponchos versteckt.

Vollen Einsatz zeigt auch sein Musikerkollege Martin Schmeing, der für die verschiedenen Einsätze der jeweiligen Instrumente auf der Bühne hin und her rennt. Unterstützt wurde Steiffen zusätzlich von einer Sängerin und für die späteren Lieder von einem Saxophonspieler.

Als Christian Steiffen bei „Ein Glück“ eine Pause für den Einsatz des Publikums einlegt, kommt ihm ein perfekt getimter Donner zuvor. Da darf man auch mal kurz aus dem Konzept kommen.

Neben „Verliebt Verlobt Verheiratet Vertan“, dem titelgebendem Song seines ersten Albums „Arbeiter der Liebe“ und „Selbstmitleid“ darf auch „Eine Flasche Bier“ nicht fehlen.

Bei den letzten Takten des Lieds suchen viele schon Unterschlupf unter den Bäumen, begeben sich zum Ausgang oder tanzen fröhlich weiter im Regen und genießen das Konzert, solange es noch anhält.

Ganze 33 Minuten unterhielt der “Gott of Schlager“ das Publikum der Wöhrmühle, ehe die Show wegen zu starkem Unwetter abgebrochen werden musste. Sehr verständlich, trotzdem schade, weil der Abend bestimmt noch mehr großartige Unterhaltung geboten hätte.

Zum Abschied wirft Steiffen sein Hemd in die Menge und besucht noch einmal kurz das Publikum, bevor sich alle in Sicherheit vor dem Gewitter bringen.

Das Leben ist manchmal eben einfach eine Flasche Bier und nicht immer nur Pommes und Disco. Es war trotzdem ein Abend, von dem man noch die ganze Nacht träumen kann.




// Text & Bilder: Ilsa Hösch //
