Nachbericht: Fatoni im E-Werk
Das Konzert-Sommerloch ist vorbei und Fatoni hat den fast ausverkauften Saal im E-Werk am 04. September ordentlich eingeheizt.
Seit Anfang September ist der Münchner Rapper mit seiner „Drama endet nie“-Tour unterwegs und hat den Tourstart auch am zweiten Tag in Erlangen gefeiert. Das Konzert sollte eigentlich schon vor einem halben Jahr stattfinden – da ist allerdings die eigene Netflixserie „Kacken an der Havel“ dazwischengekommen.

Den Abend eröffnet Keno, den viele vielleicht als ehemaligen Frontmann der Urban Brass-Band Moop Mama kennen. Eingefleischte Fans wissen, dass Fatoni und er bis in die 00er Jahre zurückgehen und schon mit „Creme Fresh“ in Nürnberg und Umgebung gespielt haben.

Er hat einen Mix aus eigenen, teils unveröffentlichten Liedern dabei. Als er über das nach Hause kommen rappt, wird es kurz andächtiger. Bei „Molotow“ und „Kapuze“ aus Moop Mama Zeiten können viele mitsingen und kommen in ausgelassene Stimmung. Ein kurzer Ausflug über den Graben zum Publikum tut dieser keinen Abbruch. Er spielt eine knappe halbe Stunde, die Keno aber gerne verlängert hätte.

Zu den Klängen von Bowies „Major Tom“ betritt Fatoni mit Astronautenhelm und in Begleitung seines DJs und Schlagzeugers die Bühne. Das Konzert wird mit dem ersten Track „Alles neu“ des zwei Monate alten Albums eröffnet und geht über in den titelgebenden Song „Drama endet nie“.

Passend zu aktuellen Wahlergebnissen, thematisiert er kurz, dass auch hier in Bayern die Umfragewerte der AfD hoch sind, obwohl gerade in der Metropolregion eigentlich die Söder-Ultras sein müssten. Auf einem Fatoni-Konzert findet man die allerdings wahrscheinlich nicht. Passend dazu folgt „Nachos“, ein Song über den steigenden Faschismus.

Zum Bass von „Auseinander“ wird fleißig gemosht und der Refrain mit dem Aufruf zieht sich durch den ganzen Abend.
Fatoni und Keno spielen zusammen zwar nicht das neue gemeinsame Lied „Moment“, mit Ami Warning, dafür unterstützt er ihn bei der zweiten Strophe von „Hollywood“, die er am selben Tag noch schnell gelernt hat.

Durch die schon erwähnte Netflix-Serie, in der Fatoni einen eher weniger erfolgreichen Rapper spielt, dürfte er wohl neue Fans erlangt haben. Kein Wunder also, dass beim Hit (zumindest im Serienuniversum) „Bussard“ viele textsicher am Start sind.

Fatoni hat nicht nur genug Songs allein, sondern auch zusammen mit Juse Ju und Edgar Wasser, die letztes Jahr gemeinsam ein Album released haben und damit auf Tour waren. Über das Medley der bekanntesten Songs freut sich das Publikum sehr und zeigt bei „7Eleven“, „Beste Kombi“ und „Nein! Doch! Oh!“, was es kann. Da legt der Rapper dann sogar einen Freestyle wie in vergangenen Zeiten in der Clubbühne hin.

Auch bei einer Rap-Show darf es ruhigere Momente zum Durchatmen und für Gefühle geben. Bei „Oktober“ spielt Fatoni selbst auf der Gitarre und singt „Vergissmeinnicht“ im Sitzen auf der Bühne. Generell wirkt das Konzert durch spontane Kommentare und die generelle Stimmung sehr vertraut.

Als der Song „Das ist alles Kunst“ ertönt, freuen sich viele, dass auch Lieder der schon älteren Alben gespielt werden. Spätestens mit den Konfettikanonen passend zu den Lyrics „wir ballern“, ist die Energie wieder da. Auch mit „Authentizität“ und „Die Anderen“ holt er seine langjährigen Fans ab.

Fatoni lobt die „stabilen fränggischen moschbids“, möchte aber die Testosteronladungen für einen Moment entfernen und überlässt den Floor dem weiblichen Teil der Menge. Spätestens jetzt haben alle „vom Feeling her ein gutes Gefühl“.

„Alles zieht vorbei“ (leider ohne den tollen Sprechteil) und das Outro des neuen Albums „Wenn wir uns wiedersehen“ runden den Abend in schöner Stimmung ab. Nur die betrunkenen Zwischenrufe „Kleeblatt Fürth“ stören den Moment des gemeinsamen Singens leider etwas. Trotzdem ein gelungenes und energiegeladenes Konzert, das Spaß gemacht hat.





// Text & Bilder: Ilsa Hösch //
