Live / Musik

Nachbericht: The Wombats auf der Kulturinsel Wöhrmühle

Vom 13. bis 26. Juli 2026 läuft auch dieses Jahr wieder das wunderbare Kulturinsel Wöhrmühle Open Air vom Erlanger E-Werk. Und wie jedes Jahr sind wir auch wieder bei einigen Konzerten dabei. Unter anderem waren wir am 20. Juli bei der legendären Alternative-Rock-Band The Wombats aus Liverpool.

Ich bin ja schon allein wegen des Namens seit ihren Anfängen Fan der Band. Als großer Australien- und vor allem als großer Wombats-Fan ist das vermutlich auch keine große Überraschung. Der Wombat ist sozusagen mein Seelentier. Wusstet ihr, dass Wombats quadratische Ausscheidungen haben? Grund ist, dass sie damit ihr Revier markieren, und wenn sie rund wären, würden sie wegrollen. Verrückt, oder? Aber ich schweife ab, geht ja hier um das Konzert der Band.

Ich hab die Wombats schon mal irgendwo live gesehen, weiß leider nicht mehr genau, wo. Aber das war irgendein Festival, und so hab ich mich sehr darauf gefreut, endlich auch mal ein eigenständiges Konzert der Band zu erleben. Bei ihrem letzten Besuch in München stand ich kurz davor, hat dann aber leider aus verschiedensten Gründen nicht geklappt.

Überrascht war ich von der Menge der Menschen, die bei diesem Konzert waren. Ich bin ja auch als DJ im Indie-Bereich schon seit vielen Jahren tätig, und da spielen die Wombats natürlich auch eine große Rolle musikalisch. Das hat aber, was wahnsinnig schade ist, in den letzten Jahren etwas nachgelassen, und ich hab immer das Gefühl, dass viele, vor allem jüngere Menschen, die Band gar nicht mehr kennen. Das geht mir aber bei vielen Bands aus dieser Zeit so. Two Door Cinema Club, Bloc Party, The Strokes, The Hives… die Liste ließe sich noch um einige verlängern. Umso schöner also, dass doch soo viele Menschen zu dem Konzert kamen. Auch viele Jüngere, womit ich, nach den vorher genannten Gründen, gar nicht gerechnet hatte.

Die Location der Kulturinsel Wöhrmühle ist über jeden Zweifel erhaben. Wunderschönes Gelände, mit ganz viel Liebe aufgebaut und ausgestattet. Da gebührt den Veranstaltern und allen helfenden Händen das höchste Lob. Und es ist immer wieder schön, im Sommer vorbeizukommen.

Wir waren recht früh am Gelände und konnten uns so noch an den zahlreichen Ständen mit Getränken und Essen eindecken. Und auch die zahlreich bekannten Menschen begrüßen und kleine Pläusche halten. Pünktlich begann die 5-köpfige Vorband Cherryholt ihr Set. Eine relativ neue Indie-Pop-Rock-Band aus England, die es erst seit 2024 gibt. Musikalisch passte sie damit natürlich perfekt zu den Wombats und hat gute Stimmung und Vorfreude hinterlassen.

Die Wombats gibts dagegen schon ein bisschen länger. Bereits 2003 gegründet und 2006 die erste Single veröffentlicht. Verrückt. Schon mehr als 20 Jahre her. Mittlerweile ist im letzten Jahr schon ihr sechstes Album „Oh! The Ocean“ erschienen, über das wir hier natürlich auch in der Neuen Musik Rubrik berichtet hatten.

Natürlich wurden alle Hits gespielt. Ganz am Anfang schon „Moving To New York“ bis zur letzten Zugabe „Let’s Dance To Joy Division“. Zwischendrin kam auch immer wieder ihr Maskottchen in Form eines Wombats auf die Bühne und hat sich, weil auch das Maskottchen der Wöhrmühle eine Maus war, diese einfach geschnappt und mit auf die Bühne gebracht.

Insgesamt war die Stimmung und Atmosphäre bei diesem Konzert extrem gut und entspannt, und die 3 Jungs auf der Bühne haben von Anfang bis Ende bestens performt. Matthew Murphy, der Sänger, hat auch immer wieder betont, wie schön die Location doch ist, dass sie zum ersten Mal in Erlangen sind, und dass sie gerne wiederkommen werden.

Direkt vor mir im Publikum war eine junge Dame, die jeden, also wirklich jeden, auch die etwas unbekannteren Songs, lautstark mitsang. Es besteht also auch für die jüngere Generation noch Hoffnung…

Und bitte entschuldigt die Qualität der Bilder. Ich hatte leider keine Fotografin mit vor Ort und hab die Bilder mit meinem Smartphone selber gemacht.

// Text & Bilder: Jens Riedel //