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Gefragt: Your Careless Spark

Das Release der EP „Ashes“ steht vor der Tür. Bevor Your Careless Spark am 30.04.2015 im Club Stereo auf der Bühne stehen, haben wir Frontmann Claus auf ein Kaltgetränk getroffen, um ein paar Fragen loszuwerden.

Hdiyl: Hallo Claus, gleich zu Beginn: how deep is your love?

Claus: So tief wie der Marianengraben. (Anm. d. Red.: 11.034 Meter).

Wenn wir jetzt anfangen würden, über Liebe zu philosophieren, dann kann’s echt lang werden, glaub ich. Man muss sich einfach meine Texte anhören, dann erfährt man ein bisschen mehr drüber.

Hdiyl: Welchen eurer Songs würdet ihr jemandem vorspielen, um ihn von eurer Musik zu überzeugen?

Claus: (überlegt) Da würde ich drei nennen und könnte mich nicht ganz entscheiden, welcher von den dreien. Zum einen „Under Water“, das andere ist „Trojan Horse“ und das dritte ist „By My Side“ von der neuen EP „Ashes“.

Ich glaube, „By my Side“ ist derzeit mein Favorit.

Hdiyl: Ihr seid über Nacht in einem Plattenladen eingesperrt, welche Scheiben laufen auf Heavy Rotation bis in den nächsten Morgen hinein?

Claus: Da muss ich jetzt für uns alle vier sprechen, das ist ziemlich schwierig.

Hdiyl: Dann sprich doch erstmal für dich.

Claus: Ich würde mich einsperren mit Wilco; wenn ich eine Platte auswählen müsste, wäre es vermutlich „A Ghost is Born“. The National „High Violet“ würde auf alle Fälle bei vielen von uns laufen. (überlegt) Ich würde auch die komplette Beatles-Diskografie mitnehmen, das bin dann aber eher ich, der Rest der Band ist nicht so „beatlesmäßig“ aufgestellt.

Hdiyl: Gibt es einen Secret-Spot oder Lieblingsplatz in deiner Heimat Forchheim?

Claus: Es gibt einen Lieblingsbaum. Vermutlich weil ich als Kind darauf rumgeklettert bin, aber vielleicht auch, weil es ein sehr imposanter Baum ist. Es ist eine Buche, die im Garten meiner Eltern steht. Sie ist riesig und hat einen doppelten Stamm der in sich verdreht ist. Das tolle an ihr ist, dass die Blätter in jeder Jahreszeit unglaublich tolle Farben haben. Hier ist ein Foto von dem Baum im Herbst, hier rechts.

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Er zeigt mir das Bild auf dem Display seines Mobiltelefons – das Handy, so sagt er, habe die „Spider-App“ installiert – sprich das Display war komplett gesplittert. Nebendran zerschellt ein volles Weizen klirrend auf den Boden, die Kellnerin erstarrt einen kleinen Moment mit dem nun leeren Tablett in der Hand.

Hdiyl: Ohje, Ohje!

Claus: Das gute BIER!

Und es gibt auch tatsächlich einen Secret-Spot. Das ist ein bisschen verrückt, dass du es ansprichst, finde ich sehr geil. Es gibt eine Art Feld oder Wiese oder so, das liegt zwischen A73 und dem Walberla. Auf dem Weg zwischen Ausfahrt und Gosberg, wenn man in die Fränkische fährt, liegt die Stelle am Waldrand direkt an der Straße und ist an sich ziemlich karg, nichts besonderes. Aber aus irgendeinem Grund ist genau das ein komischer Sehnsuchtsort für mich – ich seh‘ das und denk „Wow“  und dann fahre ich daran vorbei. Ich bleib nie stehen, steig aus oder geh dahin, nein, ich seh es immer nur.

Hdiyl: Vielleicht schaffst du es ja das nächste Mal anzuhalten.

Claus: Weil mir das selbst ein bisschen unheimlich war, hab ich meinen Vater mal gefrag,t woran das liegen kann. Er erzählte mir, dass dort früher einmal im Winter eine Überschwemmung war und wir, als es gefroren war, Schlittschuhlaufen waren, genau auf dieser Wiese und in den angrenzenden Wald rein. Also wir sind um die Bäume herum Schlittschuh gefahren. Das wusste ich noch, aber ich wusste nicht mehr, dass es an diesem Ort war. Wahrscheinlich liegt es daran. Ganz eigenartig.

Hdiyl: Kommen wir zu was ganz anderem, etwas Kulinarischem: Sechs auf Kraut oder Schäufele? Oder doch lieber was Vegetarisches?

Claus: Nein. Ich würde eher dazu neigen das Schäufele zu nehmen. Wobei ich Sechs auf Kraut auch mag, also mit „chs“, das andere wäre ein bisschen komisch …

Hdiyl: Äh ja … Allerdings. Zurück auf die Bühne. In fünf Jahren Clubkonzert oder Festival-Mainstage?

Claus: (wie aus der Pistole geschossen) Clubkonzert! Ich hab zwar immer schon gesagt, mal so bei einem richtig großen Festival auf der Mainstage spielen wäre schon echt geil. Wenn man sich so Auftritte anschaut, von Blur im Hyde Park zum Beispiel vor fünf Jahren, als sie sich „reunited“ haben, das ist unglaublich geil. Aber du nimmst halt nur noch die Masse wahr statt einzelner Menschen, und das finde ich spannender, also die einzelnen Menschen. Wobei, wenn bei einem Festival irgendwie ganz viele Leute mitsingen würden, was mir mit meinen eigenen Songs jetzt noch nicht so passiert ist, weil die noch nicht so viele Leute kennen, ich glaube, da würde ich möglicherweise dann irgendwann nicht mehr singen können, weil mir ein Kloß im Hals sitzen würde, weil ich das so abgefahren fände.

Hdiyl: Jetzt wird es fies: Auf wen in der Band könnt ihr am wenigsten verzichten?

Claus: Auf mich, weil ich die Songs größtenteils schreibe, das wäre die nächstliegende Antwort.

Hdiyl: Und wenn man die Frage umdreht?

Claus: So was kann man nicht beantworten. Und zwar deshalb nicht, weil du als Musiker immer in Konstellationen bist. Man ist wie eine Familie, deine Geschwister kannst du dir auch nicht aussuchen. Man hat irgendwann zusammengefunden und man ist jetzt eben zusammen, da führt kein Weg dran vorbei. Wir sind sicherlich nicht immer einer Meinung, wir sind oft nicht einer Meinung, aber das macht’s auch aus, irgendwie. Das regt einen auch mal auf und es gibt auch Streitereien, ganz klar, aber das ist wie in jeder Familie auch, was natürlich ein bisschen klischeehaft ist.

Hdiyl: Schön gesagt. Eure neue EP „Ashes“ erscheint am 30.04.2015, ihr präsentiert sie am selben Tag live im Club Stereo. Wann kommt das Album?

Claus: Also wir werden natürlich wieder ein neues Album machen, aber wir haben die EP jetzt mehr oder weniger zwischenrein geschoben, weil wir gedacht haben, wir wollen mal ein paar Songs aufnehmen, bei denen wir das Gefühl haben, die sind besonders und würden vielleicht ein bisschen krass rausstechen in einem Dramaturgiebogen auf einem Album.

Zum Beispiel sind jetzt zwei Lieder dabei, die sehr lang sind und einen langen Instrumentalteil drin haben. Einer ist zehn Minuten lang und sechs Minuten davon sind einfach nur instrumental. Eigentlich müsste man zu diesen Songs kiffen, glaube ich, zum Titelsong „Ashes“ zum Beispiel. Sowas würden wir auf dem Album nicht machen. Aber wir haben als wir die Songauswahl getroffen haben erst festgestellt, dass die Songs total gut zusammenpassen. Wir haben einen total roten Faden auf der EP, den wir auf dem Album nicht so deutlich hatten.

Also die EP passt in sich dramaturgisch viel besser zusammen, als das alte Album „Your Careless Spark“, welches viel heterogener war, eigentlich. Und wir haben jetzt eher die düstereren Songs ausgewählt, daher auch der Titel „Ashes“. Das Ende von etwas: Tod, Verrottung und der Beginn von etwas Neuem. Das ist so der thematische rote Faden der EP.

Hdiyl: Eure Musik schwankt ja generell zwischen den Extremen Melancholie und Euophorie.

Claus: So extrem finde ich das nicht, das ist im Ganzen noch relativ subtil.

Hdiyl: Liegt dir noch was auf dem Herzen, was du loswerden möchtest?

Claus: Ähm…

Hdiyl: Möchtest du vielleicht jemanden grüßen?

Claus: (lacht) Ja, meine Mutter würde sich füchterlich freuen, wenn ich sie grüßen würde.

Beim Konzert am Donnerstag im Club Stereo spielt wieder die Linda mit, von Linda & the Small Giants oder jetzt The Apartment Orchestra. Eigentlich sind wir nur zu viert, aber die Linda war echt ein Glücksfall gewesen und singt auch beim Lied „By my Side“ mit auf der Platte.

Was die EP angeht: Ich finde sie großartig, ich kann sie immer noch hören und das will was heißen.

Hdiyl: Wie lange hörst du sie denn schon?

Claus: Wir haben die Aufnahmen im Januar begonnen, das ging jetzt relativ schnell. Und grade heute kam sie per Post, aber sie ist noch nicht fertig, weil sie noch verziert wird. Wir werden jede einzelne noch mit Farbe bespritzen und es gibt noch verschiedenfarbige Bookletcards.

Hdyil: Das scheint auch eure Musik widerzuspiegeln. Persönlich gestaltete CDs finde ich immer sehr schön.

Claus: Das war uns total wichtig. Wer kauft sich heutzutage denn noch CDs? Es muss also etwas besonderes sein, etwas, bei dem man sich sagt: „Boah, das ist schön!“. Dadurch, dass wir die CDs bespritzen und vier Farben für das Booklet haben, wird jede CD ein nummeriertes Unikat sein, ein Sammlerstück limitiert auf 200 Stück.

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Hdiyl: Vielen Dank Claus für das Interview.

Wer live dabei sein will: Das Releasekonzert der EP „Ashes“ findet am 30.04.2015 20:30 Uhr im Club Stereo statt. Tickets gibt es im Vorverkauf oder an der Abendkasse.

HDIYL schickt euch auf das Konzert, denn wir verlosen via Facebook 2×2 Gästelistenplätze, schaut mal vorbei.

Vorgeschmack gefällig? Hier noch ein EP-Teaser:

/Text: André Prager/

/Bilder: Claus Friedrich / Your Careless Spark  /