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#feinemusic: Die Konzertwoche mit TV Noir und Bierchen & Bühnchen

Eine Kirche, die mit tosendem Applaus geflutet wird und ein Stadtviertel, das zum Festivalgelände wird – das hatte es in sich! 

Tex und Maxim auf TV Noir Tour #13 zu Gast in der Dreieinigkeitskirche Nürnberg am 22.04.2015

Und wieder einmal war’s ganz spontan. Mittag die Zusage für How Deep is your Love zur Teilnahme, am Abend noch die Fotoerlaubnis für den Beginn des Konzerts – läuft, würde ich sagen.

Einlass um 19 Uhr, dann gespanntes Warten, lautes Gemurmel füllt den Kirchenraum. Bei den Sitznachbarn werden derweil aufgrund der Atmosphäre Gelüste auf sonntägliches Essen wach. Ja, Konzerte in einer Kirche sind immer etwas Besonderes, nicht jede Band passt in diesen Rahmen, doch das gemächliche TV Noir Format ist genau das Richtige und sorgte für viel Applaus, der ganz besonders zur Geltung kam.

Maxim eröffneten den Abend mit zwei Songs, es folgte ein stetiger musikalischer Wechsel mit Tex und ebenso gemeinsame Einlagen.

Die urbane Musik von Maxim wurde von einer kleinen Rahmengeschichte eingefasst, die sich um Liebe und eine Fernbeziehung drehte, um den Glauben an Gott und Entschuldigungen dafür, dass er, Maxim, in einer Kirche spielt und nicht an den Herrn glaubt, in der Hoffnung es geht für ihn da oben klar.

Der Begründer des Formats TV Noir, Singer & Songwriter Tex, war das erste Mal seit langem wieder mit auf Tour und genoss es auch sichtlich mit von der Partie zu sein. Zeitweise wurde er musikalisch von Ela, einer Musikerin aus Berlin, unterstützt. Kurz vor der Tour wurde von Tex noch schnell ein per Crowdfounding finanziertes  Download-Album auf die Beine gestellt, auf dem er intime Akustiksongs auf Klavier und Gitarre mit den Gastmusikern Alin Coen, ELA und Shélhôm spielt. Klar, dass dies am Merchandise-Stand zusammen mit dem im selben Rahmen entstandenen handgemachten Tex-Songbook verkauft wurde.

Beschlossen wurde der erinnerungswürdige Konzertabend mit einer Zugabe von Maxim, der das Publikum mit dem Song „Meine Soldaten“ in die Nacht entließ.

Bierchen und Bühnchen im Stadtteil Gostenhof am 25.04.2015

Ein Kneipenfestival auf Spendenbasis in Gostenhof wurde vergangen Monat angekündigt und kräftig im Socialmedia beworben, 16 Locations die als Bühne für 24 Künstler dienten – Bierchen und Bühnchen eben. Das durfte ich mir nicht entgehen lassen, also den ersten Anlaufpunkt des Abends ausgewählt: Salon Regina.

Eigentlich hätte man sich es auch vorher schon denken können, der Laden war VOLL und nicht nur das – auch davor drängten sich die Leute ziemlich dicht auf dem Gehweg rund um den Laden. Das Barpersonal war dazu übergegangen das Bier kistenweise nach draußen zu karren und direkt aus dem Kasten an die Wartenden zu verkaufen. Die Entscheidung für einen Standortwechsel fiel ziemlich leicht, We brought a Penguin kannte ich schon von ihrem Auftritt im Arsch&Friedrich, von daher war es nicht so tragisch.

Der Eindruck von der ersten Location spiegelte sich im ganzen Stadtviertel wieder, überall zwischen den in Gostenhof verteilten Bühnen strömten die Menschen durch die Straßen, es war spürbar mehr los als üblich.

Auch an der Galerie Eisdiele das gleiche Bild, der Gehweg über und über bevölkert von Festivalbesuchern. Innen fand ich dann mit meinen Freunden doch noch ein Plätzchen und so entschieden wir uns, auf Boat Shed Pioneers zu warten statt weiter durch das Szeneviertel zu streifen. Zwischenzeitlich wurde verkündet, dass es kein Bier mehr gibt, allerdings gab es kurze Zeit später dann doch noch Nachschub.

Der Auftritt der Band war ebenso wie das Live-Debüt eine gelungene Sache und sorgte für gute Stimmung in der bis zum letzten Platz gefüllten Galerie.

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Fazit des Abends: Vielleicht wurde ein bisschen zu viel Werbung dafür gemacht, vielleicht gehört das dichte Gedränge aber eben auch zu einem Kneipenfestival. Ich persönlich hätte gegen etwas weniger Andrang und zugänglichere Bühnen beim nächsten Mal keine Einwände.

/Text+Bilder: André Prager/

/Titelbild: Simon Strauss/

Addicted to Concerts NBG

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