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Nachbericht: Max Herre

Wir waren letzten Montag in der Fürther Stadthalle bei Max Herre und haben einen fantastischen Abend erlebt. Hier unsere Eindrücke.

Max Herre also. Endlich seh ich den auch mal Live. Einer der Künstler, die ich schon seit vielen Jahren höre und feier. 1997 ist das erste Album von seiner damaligen Band Freundeskreis erschienen. Deutscher Hip-Hop war gerade auf dem Höhepunkt und ist im Mainstream angekommen. Freundeskreis war wahrscheinlich neben den Fanta 4, Fettes Brot, Rödelheim Hartreim Projekt, Absolute Beginner und Advanced Chemistry, die sich aber 1995 schon wieder zurückgezogen haben, die einflussreichste Hip-Hop Band. Ich begleite den guten also schon von Anfang an auf seiner musikalischen Reise, aber irgendwie ergab es sich bisher nicht, ihn auch mal Live zu erleben. Das hat sich jetzt zum Glück geändert.

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Im Rahmen seines neuen Albums „Athen“ ist er gerade auf Tour und hat auch halt in Fürth gemacht. In dem Album verarbeitet er seine Kindheit, die er, weil sein Vater eben in Athen wohnte, viel in der Stadt verbrachte. Es sind also viele persönliche Texte und Emotionen in dem Album verarbeitet.

Das Konzert in der Fürther Stadthalle war bestuhlt, was aber die Gäste nicht daran hinderte, relativ schnell aufzustehen, um mit zu tanzen. Es gab keine Vorband und relativ pünktlich um 20 Uhr kam die Band auf die Bühne. Das Konzert dauerte, mit mehreren Zugaben, über 2 Stunden und was da musikalisch und gesanglich passiert ist, gehört zum besten was ich seit Langem gesehen habe. Eine großartige Band und eine wahnsinnig gute Sängerin begleiteten einen sehr souveränen Sänger, dem man anmerkt, dass er schon seit über 20 Jahren auf der Bühne steht. Locker und sympathisch war der Gute und hat immer wieder das Publikum, bei schnelleren Nummern, aufgefordert aufzustehen, zu tanzen und mitzusingen.

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Natürlich lag das Hauptaugenmerk auf den Songs seines neuen Albums, aber logischerweise liefen auch alle großen älteren Songs wie ANNA, Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte, Halt dich an deiner Liebe fest, Wolke 7, Fühlt sich wie fliegen an usw.

Das Einzige, was wir nicht ganz verstanden haben war, wieso das Konzert bestuhlt war, wenn doch eh immer wieder aufgefordert wurde, aufzustehen um zu tanzen und, das man nur vor dem Konzert Getränke kaufen konnte und es nicht erlaubt war, die Getränke mit in die Halle zu nehmen. Es gab also keine Möglichkeit, während der 2 Stunden irgendetwas zu trinken.

Ansonsten hatten wir einen großartigen Abend und bei mir lief bei dem ein oder anderen Song aus meiner Jugend schon eine kleine Gänsehaut über den Rücken. Wie eine Zeitreise in frühere Tage, an denen alles noch so viel einfacher und besser war. Vermeintlich.

Danke Max Herre und danke dem Concertbüro Franken!

// Text, Videos & Fotos: Jens Riedel //