Schreibschwein © David Häuser
Konfetti - Die Kolumne

Konfetti! Und außerdem … Herbsturlaub

Wie jeder anständige Mensch meines Alters ohne Kinder wollte selbstverständlich auch ich die allerallerletzten schönen Tage des Jahrhunderts in Europa (meteorologisch. Vom Rest wollen wir hier lieber weiterhin nicht sprechen. Lalalala!) nutzen und noch einmal heftig Urlaub machen, um unbeschwert von lästigen Schulferienzwängen auch noch das allerletzte Fünkchen Sonnenstrahl tief in mich einzusaugen. Wie immer hab ich mich mit der Wahl des besten Ortes schwergetan. Weil weißt du nie: Wo ist’s jetzt eigentlich noch so, dass man am End den bereits vakuumierten Bikini noch einmal ans Tageslicht zerren und ordentlich strawanzen kann, ohne die Mühsal elend langer Flugreisen auf mich nehmen zu müssen? Weil nein nein, auf eure heiligen Schwüre der schnellen Landfluchten via Luftbrücke fall ich nicht mehr rein, denn auch zwei Stunden Nettoflugzeit sind halt unterm Strich dann doch immer acht im brutto. Letztes Jahr hab ich mir ein Ei gelegt und war eine Woche Regengucken am Iseosee. Das geht schon auch, aber richtig optipropti isses irgendwie dann doch nicht. Also? Hin und her, Trend (Albanien) versus Kultur (Benelux und Elsaß) versus Naheliegendes (Schwarzwald), und nach vielem Hirnen hat mich das Leben mit einem Angebot überrumpelt, dass ich dann nicht abwehren konnte: Zwei Wochen Vollpension (und Spätaufsteherfrühstück!) mit Option auf Verlängerung zum unschlagbar schmalen Taler von zehn Euro pro Tag – das kann selbst ALDI-Reisen nicht toppen. Ich also zugeschlagen, und so hab ich die vergangen zwei Wochen äußerst bequem geurlaubt, viel gelesen, in der Sonne gedümpelt, unvernünftig große Mengen Affogato genossen und mich sehr fein ausgeruht. Ein schönes Einzelzimmer hab ich ergattern können, mit einem herrlichen Blick auf Abendrot und Baukräne und konnte Tag für den Tag den Kastanien beim erbunten zusehen. Die Küche war jetzt eher so lala, aber preislich wie gesagt unschlagbar. Auch der Wellnessbereich hat vielleicht schon bessere Tage gesehen, wenn man’s mal streng nimmt, aber ich hatte einen ganz für mich und nicht etwa Dusche auf dem Flur, und das Angebot, mehrmals wöchentlich die Dienste einer mit außerordentlichen Zauberhänden gesegneten Masseurin in Anspruch zu nehmen, hab ich freilich nicht ausgeschlagen, zumal: all inklusive! Das Personal war durch die Bank außerordentlich entzückend, stets zu Diensten und mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen, und der Hotelmanager kein abgehobener Geck mit Dünkelattitüden, sondern ein gutgelaunter und außerordentlich engagierter Kerle mit einem elefantengroßen offenen Ohr für die Wünsche und Sperenzchen seiner Gäste. Und weil ich’s eingangs so erwähnt hab: An- und Abreisezeit absolut unschlagbar. Abgesehen vom 24-Stunden-Check-in hat’s nur 15 Minuten Autofahrt gebraucht, und so schnell kommst du ja nicht einmal in die Fackelmann-Therme! Ich sag: Vergelt’s Gott, Klinikum Nürnberg Nord. Ich komme gerne wieder. Google-Bewertung (10/10) folgt.

// Text: Katharina Wasmeier / Foto: David Häuser //

~~ Diese Glosse erscheint unter dem Namen „Runter vom Sofa“ in der Freitagsausgabe der Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung ~~