AETNA Iga Drobisz

ÄTNA im Interview // Verlosung

Hinter ÄTNA steckt das Dresdner Duo um Inéz und Demian, das sich gekonnt zwischen Elektro-Pop und Avant-Garde bewegt und sich mit außergewöhnlichen Live-Effekten und monochromen Bühnenkostümen mittlerweile einen beachtlichen Namen erspielt hat. Nach zwei EPs ist am 14. Februar ihr Debütalbum „Made By Desire“ erschienen. Zum Albumrelease brannten uns einige Fragen auf den Nägeln, die uns Inéz und Demian per Mail beantwortet haben.

Am 13. März machen sie außerdem im Club Stereo Halt. Und ihr habt die Chance auf 2×2 Gästelistenplätze!

Wie erging es euch während der Produktion und wie geht es euch nun nach der Veröffentlichung von „Made by Desire“?

ÄTNA: Die Produktion war absolut beeindruckend! Moses Schneider im Hansa Studio zu erleben, wo all diese Legenden vorher schon ihre ebenfalls legendären Alben aufgenommen haben, wie z.b. David Bowie, Iggy Pop und Depeche Mode – das war für uns ein besonderes Erlebnis. Viele Stücke haben durch die Atmosphäre nochmal eine andere Note bekommen.

Jetzt wo das Album endlich da ist, ist es toll, wie viele Menschen neu entdecken was wir für Musik machen. Die Konzerte sind so toll besucht und die Besucher sind so extrem aufmerksam und mitgerissen, das ist großartig! Es fühlt sich sehr gut an, die Songs mit unserem Publikum zu feiern. Wir freuen uns auch sehr über die Möglichkeit, MEUTE aus Hamburg bei mehreren ihrer Europa-Shows supporten zu können.

Ich mag die Mischung aus Schwere und Leichtigkeit auf eurem Album. Auch stilistisch ist es ein buntes Potpourri: von schwer technoiden Einflüssen in „Ruining My Brain“, über leichten Synthie- und Electro-Pop in „Made By Desire“ hin zu der (zunächst) reduzierten, ernsten Ballade „Try“ – wo und wann hört man sich das Album aus eurer Sicht denn am besten an?

ÄTNA: Wir haben schon ganz unterschiedliches Feedback bekommen, wo und wie sich die Platte am besten hören lässt. Einige haben uns gesagt, dass ihnen Songs wie „Try“ oder „If You Were Gone“ über eine schwere Zeit hinweg geholfen haben, andere ließen verlauten, dass sie ein „Won’t Stop“ zum Feiern animiert hat. „Come To Me“ ist ein guter Soundtrack für alle Arten von Fortbewegungsmitteln!

In eurem Opener macht ihr die klare Ansage „We Won’t Stop“ – ist das ein Versprechen an eure Fans?

ÄTNA: Ja definitiv! Wenn wir eins wollen, dann ist es, immer weiter neue Musik zu entwickeln und für unsere Zuhörer zu spielen. Da ist noch so viel zu entdecken. Demian hat jetzt auch angefangen, neben den Drums auch Bass zu spielen und vielleicht bekommt Inéz ihn noch dazu, auch mitzusingen!

Euer Song „Made By Desire“ vermittelt eine sehr positive, lebensbejahende Stimmung mit „if there is something that money can‘t buy, it’s my life“ – wieso ist dieser Titel auch zum Albumtitel geworden?

ÄTNA: Der Songtitel erklärt in seiner Bedeutung eigentlich perfekt, wodurch das Album entstanden ist: Verlangen! Die Leidenschaft und das Wollen sind unser Antrieb.

Das Lied selbst ist für uns schon fast ungewöhnlich positiv. Das fanden wir auch eine interessante und überraschende Message: Ätna ist nicht immer nur melancholisch und schwer. Es gibt auch noch mehr im Leben!

Und direkt nach dem fröhlichen „Made By Desire“ kommt das fast erdrückende „Try“. Ist das ein bewusst gewählter Kontrast?

ÄTNA: Wenn man die beiden Songs einzeln betrachtet, dann wirkt das wie ein sehr starker Kontrast, aber im Gesamtkontext, wenn man einen Bogen über zehn Songs spannt, relativieren sich die Brüche und ergeben eine Klangreise, die hier und da mit überraschenden Verläufen aufwartet.

Mir gefällt der Switch zwischen Deutsch und Englisch in „Try“, es kommt so unerwartet und passt doch so wunderbar rein. Wieso habt ihr euch dafür entschieden?

ÄTNA: Wir lieben es, mit unerwarteten Wendungen zu spielen. Überraschung ist eines der tollsten Gestaltungsmittel in der Musik. Bei „Try“ war es erstmal nichts, was wir uns hätten vorstellen können, aber als wir verschiedene extreme Ideen ausprobiert haben, war sofort klar, das ist es!

Ihr erzeugt in „Try“ zum Ende hin auch so einen orchestralen, gar hoffnungsvollen Sound – was war die Inspiration dazu? Steckt eine konkrete Geschichte oder Person dahinter?

ÄTNA: Die Inspiration zu „Try“ war das Leben eines Neo-Nazis, der sich spät aber immerhin doch noch zu seinem Irrweg bekennt und sich entscheidet, einen anderen Weg einzuschlagen. Die orchestrale Dramatik entsteht durch unseren herrlichen Freund Jan Heinke, der mit seinem Stahlcello Klänge erzeugt, die nicht von dieser Welt sind.

Eure Videos haben eine beeindruckend futuristische und gleichzeitig eine 90er-Ästhetik, aber reihen sich dennoch alle schön in ein einheitliches Bild ein – verfolgt ihr ein bestimmtes Konzept?

ÄTNA: Vielen Dank! Wir empfinden die visuelle Ebene – sei es ein Musikvideo oder die Bühnenbilder oder Mode – als weitere Möglichkeit, uns auszudrücken. Wir begeistern uns für so unterschiedliche Kunstformen, die dann – wenn auch homöopathisch – ihren Weg in unsere Welt finden. Unser Geschmack bildet dann den roten Faden, der das ganze vielleicht stimmig bleiben lässt.

Wurden die Videos auch wie die Vorgängervideos schon im Dresdner Umkreis gedreht oder habt ihr dieses Mal neue Gebiete erkundet?

ÄTNA: Die meisten Videos unserer zweiten EP sind in Dresden entstanden. So z.b. die Videos zu „Bond“, „Remission“, „Hearts“ und „Brother“. Für „Come To Me“ war es notwendig, in Berlin und Umgebung zu drehen, da wir so viele unterschiedliche Vehikel und Orte brauchten.

Bei „Won’t Stop“ wollten wir den architektonischen Brutalismus. Dafür sind wir nach Italien gereist. Das Gebäude in dem Video steht in Trieste. Weitere Einstellungen haben wir dann ganz in der Nähe in Slowenien und Kroatien gedreht. Es war ein großer Spass!

Ihr wollt am 13. März beim ÄTNA-Konzert im Club Stereo mit dabei sein? Dann schreibt uns dafür über unsere Facebook-Seite oder per Mail an sarah[at]hdiyl.de mit dem Betreff „ÄTNA“. Der Support des Abends: LIE NING.

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ÄTNA in Echt:
13.03. – Club Stereo, Nürnberg
14.03. – Kassablanca, Jena
20.03. – Milla, München
03.04. – Between The beats, Lörrach
16.04. – Popsalon, Osnabrück

// Text: Sarah Grodd //
// Bild: Iga Drobisz //