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Plattenkritik: Sportfreunde Stiller – Sturm und Stille

Heute kommt das neue Album der Sportfreunde Stiller „Sturm und Stille“ raus und da sie uns bei ihrem Konzert schon zu begeistern wussten, lassen wir uns eine Plattenkritik natürlich nicht nehmen.

Sturm und Stille ist das mittlerweile siebte Studioalbum der drei Münchner und auch wenn sie nicht so alt wirken, feiern sie mit der Veröffentlichung auch ihr 20-jähriges Bandjubiläum.
Was ist in 20 Jahren alles schon passiert, oder hätte passieren können?
Fans bekommen Kinder, die wiederum auch zu Fans werden und schon hat sich die Fangemeinde verdoppelt.

So einfach ist es nicht, hat sich doch die Musik und der Musikgeschmack der Gesellschaft weiterentwickelt.
Ein Bisschen, aber nicht so sehr, hat sich auch die Musik der Sporties weiterentwickelt.
Zu den früheren Titeln über Spaßhaben und Fußball und die allgegenwärtige Liebe gesellen sich mittlerweile auch mehr und mehr gesellschaftskritische Songs.
Der Sound allerdings, der blieb über die Jahre fast unverändert. Gitarre, Bass, Schlagzeug und ab und zu ein leises Keyboard bzw. Synthesizer.

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Der Sound ist es auch, was den Sporties einen Wiedererkennungswert gibt, den es so nicht oft gibt, entwickelt sich doch jede Band irgendwann weiter, oder passt den Sound dem aktuellen Massengeschmack an. Aber irgendwie klingt das neue Album genau so wie die letzten Alben. Von „So wie einst Real Madrid“ über „Burli“, bis zu „New York, Rio, Rosenheim“, alles der typische Sportfreunde-Sound. Gitarrenpop eben.

Gerade diese Tatsache macht es für mich auch so schwierig eine Kritik zu schreiben. Wenn man eine Band, die es seit 20 Jahren gibt, seit ca. 18 Jahren kennt und mag, ist es natürlich gut wenn man sagen kann „Geil, klingt wie die alten Sachen.“. Aber die fehlende musikalische Weiterentwicklung trübt das Ganze etwas. Da helfen die gelegentlichen sozialkritischen Texte auch nur marginal.

Sturm und Stille ist ein Album, das man wunderbar so nebenbei laufen lassen kann. Ein Album, das eine Party nicht zum Eskalieren bringt, aber auch die Gespräche nicht stört. Ein Album, das garantiert in den Top10 der Albumcharts landen wird, aber kaum Songs enthält, die irgendwann mal zum Klassiker werden können. Alleine „Raus in den Rausch“ versprüht hier ein bisschen den Charakter eines „auf der guten Seite“ und könnte ein kleiner „Mitgröhlhit“ auf den kommenden Konzerten werden.

Vielleicht hätten die Jungs den Vorschlag der Plattenfirma annehmen sollen und sich professionelle Songschreiber holen, aber wären das dann noch die Sportfreunde Stiller?
Wie es klingt, wenn die Texte mehr Tiefgang haben, kann man sich bei „ein Dienstag im April“ anhören. Ein Song über die aktuelle Flüchtlingsproblematik, der jedoch nur als Bonus-Track auf der Limited Special Edition des Albums enthalten ist, was ich etwas schade finde.

Was bleibt als Fazit? Auf ner Skala von 1-10 würde Sturm und Stille von mir eine 6/10 erhalten. Es ist ein Album das man beim Wohnungsputz als Hintergrundbeschallung laufen lassen kann, ein Album mit Höhen und Tiefen, die sich im Endeffekt ausgleichen. Nicht mehr als erwartet, aber auch nicht weniger.

Ich bin gespannt, wie das Konzert am 29.11.2016 in der Erlanger Heinrich-Lades-Halle wird, immerhin sollte bis dahin schon die ein oder andere Single veröffentlicht sein und auch genügend Airplay im Mainstream-Radio erhalten haben. Mitgesungen wird wohl auch bei den eher lahmeren Titeln.

www.sportfreunde-stiller.de
www.facebook.com/sportfreundestiller

/Text: Simon Strauß / Bild: Universal Music/