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Rezensionen: Einar Stray Orchestra, Zeds Dead, Nothing But Thieves, Charli XCX

EINAR STRAY ORCHESTRA – POLITRICKS
(Sinnbus)
Ganz zu Recht hat der norwegische Jung Einar Stray seine Band mit dem neuen Werk im Namen gewürdigt. Das „Orchestra“ ist nicht übertrieben, auch wenn live kein Orchester mitspielt. Denn sowohl auf der Bühne als auch auf dem Zweitwerk von Einar Stray, der einst in Skandvika, einer kleinen Gemeinde südwestlich von Oslo, mit der Musik begann, wirkt das Konzept orchestral. Und setzt auf Multiinstrumentalismus, der weit über das Klischee vom Glockenspiel als Pflichtteil des skandinavischen Sounds hinausgeht.

Gleich der Opener „Honey“ setzt die Messlatte enorm hoch an. In Skandinavien wird Popmusik bekanntermaßen von Grund auf anders definiert als in Rest-Europa. Und so sollte man bei diesem Postrock-Monumentum in Überlänge durchaus noch von Pop sprechen, um einem Wunderwerk von Song gerecht zu werden. Es folgt der Titeltrack des Albums, der in einer Wand aus Melancholie endet, wie sie schöner nicht sein könnte.

Dann sieben weitere Songs, die ebenfalls wunderbar in die Gehörgänge hinein reisen, allerdings den Ausgang am anderen Ende der Glückseligkeit etwas schneller wieder finden als die beiden fulminanten Einsteiger.

Es sei aber angemerkt, dass dieser Eindruck beim ersten Hören dieses Albums entstand. Und man weiß ja, was nach dem Drücken der Repeat-Taste noch so alles passieren kann. In diesem Sinne: Repeat!

www.einarstrayorchestra.com
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/ David Lodhi /

ZEDS DEAD – SOMEWHERE ELSE (EP)
(Mad Decent)
Ganz schön lang für eine EP, acht Tracks insgesamt. Die brauchen Zeds Dead auch um die gesamte Bandbreite ihrer Musik zu zeigen. Waren die Kanadier trotz verschiedener musikalischer Einflüsse bisher eher der Dubstep Ecke zugeordnet, folgt nun der endgültige Befreiungsschlag.

Wer hätte gedacht, dass die zwei mit „Lost You“ einen der besten House Tracks oder mit „Hadouken“ einen der besten Trap Songs des Jahres schreiben. „Stoned Capone“ und „Dead Price“ schließen an die Hip-Hop-Vergangenheit der beiden an. Jedoch weit ausgereifter, und mit Omar LinX und Sean Price hat man die passenden Rapper dabei. Zeds Dead beweisen uns hier, wie sehr sie sich weiterentwickelt haben, „Somewhere Else“ beweist uns wie hetero- und homogen ein elektronisches Album zeitgleich klingen kann.

www.facebook.com/zedsdead

/ Alex Pahl /

NOTHING BUT THIEVES – GRAVEYARD WHISTLING (EP)
(RCA Record Label)
Nothing But Thieves kommen von der Insel, genauer gesagt aus Essex. Im Juli dieses Jahres erschien ihre EP „Graveyard Whistling“, die ersten Live-Erfahrungen sammelte die Band in ihrer Heimat. Tja, und so viel mehr gibt’s dann fürs Erste noch nicht über Nothing But Thieves zu sagen. Ich wende mich also ihrer Musik zu:

Nothing But Thieves erinnern mich an One Republic, nur etwas rockiger und düster. Die vier Songs sind alle etwas ruhiger und sind somit perfekt für die Zeit nach dem Sommer.

Mein Fazit: Wer One Republic mag, der wird auch Nothing But Thieves mögen. Selbst wenn man One Republic nicht so dufte findet wie ich, der kann seinen Gefallen an Nothing But Thieves finden, weil sie mal wieder frischen Wind in die Musiklandschaft bringen.

P.S.: Dieser Tage arbeiten die fünf an ihrem Debütalbum.

www.nbthieves.com
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/ Matilda Pfeil /

Nothing But Thieves – Graveyard Whistling from Lewis Cater on Vimeo.

Charli XCX – BOOM CLAP (Single & Remixe)
(IAMSOUND Records)
Manche kennen sie durch ihren neuesten Song „Boom Clap“, andere durch ihre Songs als featured Artist. Beispiele: „I Love It“ von Icona Pop oder „Fancy“ von Iggy Azalea.

Charli XCX macht aber auch eigene Songs und ist damit sehr erfolgreich! Ihr Debütalbum „True Romance“ wurde von Fans und Kritikern gefeiert, nun steht der Nachleger in den Startlöchern. Aber erst mal veröffentlichte sie ihre neue Single „Boom Clap“ samt Remixen. Das Teil ist in Amerika sehr erfolgreich: seit mehr als fünf Wochen in den Top Ten der iTunes Charts vertreten, in den Billboard Charts auf Platz 25. Mit Tendenz nach oben.

Meine Meinung: An sich gefällt mir „Boom Clap“ schon, obwohl mir Charli XCX bei „Fancy“ (hat sie übrigens mitgeschrieben) viel besser gefällt. Trotzdem und vielleicht auch deshalb bin ich mir ehrlich geschrieben nicht so ganz sicher, wie ich diese Stimme nun finden soll. Alles in allem sollte man Charli XCX aber durchaus auf dem Schirm haben.

www.charlixcxmusic.com
www.facebook.com/charlixcxmusic

/ Matilda Pfeil /

Charli XCX – Boom Clap from Chief Productions on Vimeo.