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Gefragt: Kytes

Beim diesjährigen Nürnberg.Pop Festival haben wir uns mit KYTES zusammengesetzt und ein kurzes Interview mit den Jungs geführt. Besonders prägnant: Essen und Spätis scheinen für die Band von essentieller Wichtigkeit zu sein. Aber lest selbst:

HDIYL: Hallo KYTES. Ihr habt ja diese Jahr wirklich total viele Festivals gespielt. Könnt ihr ein persönliches Highlight von dieser Festivaltour benennen?

Michi: Die geilsten Festivals waren das Dockville, das Melt! und das SXSW. Das Puls Open Air war auch ziemlich gut.

HDIYL: Weshalb sind euch genau diese Festivals im Kopf geblieben?

Michi: Ich finde, da kommen immer verschiedene Sachen zusammen. Welche anderen Bands spielen? Wann spielen wir? Und die Location.

Timothy: Das Publikum spielt auch eine Rolle.

Thommy: Was es zu essen gibt.

Michi: Essen ist wichtig. Wir sind eine gefräßige Band.

HDIYL: Könnt ihr generell sagen, dass ihr ein Lieblingsfestival habt, oder eine Stadt, in der ihr immer wieder gerne spielt? 

Timothy: Wir waren am Dockville und am Melt! letztes Jahr halt als Gäste. Und dann durften wir bei beiden Festivals diese Jahr spielen. Das war halt witzig, weil wir da letztes Jahr noch drüber geredet haben, wie cool es wäre, dort zu spielen. München ist natürlich eine Stadt, in der wir immer wieder gerne spielen. Das ist halt unsere Heimat.

Michi: Ich finde so einer meiner favorite Städte, die sich so entwickelt hat, ist Köln. Ich fand die Leute dort übertrieben lässig, sehr direkt, sehr offen, sehr herzig und verrückt. Also ich mag verrückte Leute und da in Köln gehts immer irgendwie ab. Es gibt einfach sehr viele geile Leute. Das ist so ne Mischung aus einer richtigen Großstadt, hat aber irgendwie auch so was Kleines und trotzdem gehts ab, weil es auch viele Spätis gibt und so. Hat mir sehr gefallen.

HDIYL: Ihr kommt ja alle aus München, seid dort aufgewachsen. Was vermisst ihr am meisten, wenn ihr auf Tour seid? Was hat München, was andere Städte nicht haben?

Michi: In erster Linie natürlich unsere Freunde und Familien.

Kerim: Bett.

Thommy: Essen.

Timothy: Abgesehen von den Menschen ist es halt einfach unsere Heimat. Die Isar. Unser Proberaum ist ein wichtiger Ort für uns, die Spätis. Der eine Späti (lacht). Ist halt schön da.

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HDIYL: Man kann ja durchaus sagen, dass die Münchner Musikszene sich in den letzten Jahren stark entwickelt hat. Habt ihr da vielleicht Geheimtipps für uns? Welche Münchner Band sollte man sich auf jeden Fall mal anhören?

Kerim: Claire auf jeden Fall, klar, ist aber eigentlich kein Geheimtipp mehr.

Thommy: Sonst gibt es noch eine Band die Sportfreunde Schiller oder so ähnlich heißt.

Timothy: Genau, was gibts noch? Occupanther ist cool.

Michi: Jasper Munk ist nice. Auch kein Geheimtipp mehr. Was gibts denn noch so kleineres?

Kerim: Die Sauna.

Michi: Die Sauna kommen aus München? Ja also die Musikszene hat sich auf jeden Fall super entwickelt.

HDIYL: Kennst man sich da auch untereinander?

Michi: Ja. Man nimmt zusammen auf, man jammt zusammen, man feiert auch mal zusammen. Also das ist echt cool. Man kennt sich auch von früher irgendwie noch so aus den alten Bands, wo man einfach nur so ein bisschen rumgespielt hat.

HDIYL: Genau, ihr habt ja früher in der gleichen Besetzung auch schon mal in einer anderen Band gespielt. Wie war der Name nochmal?

Michi: Blind Freddy.

HDYL: Blind Freddy. Und wieso habt ihr euch entschieden euch umzubenennen?

Michi: Weil wir diesen Sprung wegmachen wollten von diesem Schülerband-Image. Das hat wirklich so angefangen, wie man sich das vorstellt. In einem 11 qm Raum, der als Abstellkammer in unserer Schule genutzt wurde, wo alle möglichen abgefuckten Instrumente standen, die man so sammeln kann über Jahrzehnte. Wir haben halt so zusammengeschraubt, was ging und haben angefangen zu zocken.

HDIYL: Ok, Image ist klar. Wie siehts musikalisch aus? Ist das gleich geblieben, oder fahrt ihr da jetzt eine andere Schiene als früher?

Timothy: Das ist so eine Weiterentwicklung. Wie bei Pokémon, also so ein Ding weiterentwickelt. Es hat sich schon ein bisschen was verändert. Aber der Stil im Großen und Ganzen ist schon der Gleiche geblieben. Es ist vielleicht ein bisschen elektronischer geworden und weniger gitarrenlastig.

HDIYL: Man könnte sagen, das war für euch eine Art Findungsphase, oder? War es dann nicht in gewisser Weise auch schon ein Erfolgsgarant für KYTES, dass ihr euch vorher schon  so viel ausprobiert habt?

Kerim: Es war für uns mehr so ein Zeichen. Also weißt du, es war nicht so, dass wir dachten: „Oh geil, wir benennen uns um und jetzt klappt alles.“ Es war eher so, dass wir uns umbenannt haben, weil wir wussten, wir sind jetzt keine Schülerband mehr. Wir stecken da jetzt viel mehr Zeit und Energie rein und haben jetzt ein Team dahinter, Leute die helfen. Der alte Name war es so nicht mehr wert. Wir waren dann einfach was Größeres und haben gesagt, dass ist es wert, als neues Projekt betrachtet zu werden.

HDIYL: Verstehe. Wie siehts bei euch aus, wenn ihr auf Tour seid? Geht ihr euch manchmal auf die Nerven?

Kerim: Es ist egal, mit wem du sechs Wochen am Stück Zeit verbringst, du gehst dir automatisch irgendwann auf die Nerven. Aber dadurch, dass wir uns so lange kennen, weiß man meistens auch, wenn der andere mal kurz seine Ruhe braucht.

HDIYL: Was für nervige Eigenschaften habt ihr?

Kerim: Ich komme immer zu spät.

Timothy: Ich lasse immer alles fallen und passe nicht gut auf mein Zeug auf.

Thommy: Ich weiß immer alles am besten. Und das stimmt auch, verdammt!

Michi: Ich vergesse immer mein Handy aufzuladen und keiner weiß, wo ich bin.

Kerim: Du wäschst dein Zeug nie.

Michi: Und ich wasche mein Zeug nicht. Deswegen stinkts im Bus.

HDIYL: Schön, dass ihr das so über euch selbst sagen könnt. Ihr habt ja wirklich ein krasses Jahr hinter euch, so mit dem Album und der Festival-Tour. Gibt es Pläne für das nächste Jahr? Worauf dürfen wir uns freuen?

Michi: Geheimnisse, Geheimnisse.

Thommy: Nee, neue Musik, neue Tour. Ich glaube, wir spielen auch auf Festivals. Auch im Ausland ein bisschen.

Kerim: Wie begeistert du das sagst.

Timothy: Ein neues Album wird’s wahrscheinlich nicht geben, aber vielleicht eine EP.

HDIYL: Generell wollt ihr auch gerne international gehen, oder?

Michi: Auf jeden Fall. Das war eigentlich von Anfang an der Plan. Wir wussten: Hey, wir sind jetzt KYTES. Wir haben Bock in Australien zu spielen, wir haben Bock in Amerika zu spielen und meinetwegen auch in Südafrika.

HDIYL: War es dann für euch eigentlich jemals eine Option auf deutsch zu singen, oder stand das nie zur Debatte?

Thommy: Niemals. Nie. Keine Sekunde. Nee, da gibt es genug, die das machen.

HDIYL: Alles klar. Letzte Frage: Was für Bands wollt ihr euch heute auf dem Nürnberg.Pop anschauen?

Thommy: Drangsal würde ich mir gerne nochmal anschauen.

Kerim: The Living.

Michi: Ich schaue mir auch Von Wegen Lisbeth an.

HDIYL: Dann viel Spaß auf dem Festival. Danke für das Interview, KYTES.

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/ Text: Nicole Freier / Bild: Bing-Hong Hsiao /