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Konzertbericht: Brian Fallon

„We are just Sultans of Swing“

Der Begriff Pflichttermin wird ja gerne etwas inflationär gebraucht. Wenn aber der Ryan Gosling des Rock sich in Nürnberg die Ehre gibt, dann sollte man das nicht verpassen. Dachten sich auch die gut 1500 Leute, die den Löwensaal schon im Vorfeld ausverkauften. Das der Löwensaal eher wirkt wie eine triste Schulaula aus den 80ern… geschenkt!

Dave Hause lieferte den Support. Der Sänger und Frontmann der Punkband The Loved Ones brauchte keine Anlaufphase zum Warmwerden und nahm das dankbare Publikum gleich mit. Zusammen mit seinem Bruder Tim lieferte er ein Set bester Singer-Songwriter – Kunst ab. Kein Leerlauf, keine Melancholie, dafür mehr Kämpferisches wie „Dirty Fucker“. Adressat der Nummer war übrigens ein bekannter Polit-Clown in Washington D.C. Schmissigen Songs wie „We could be Kings“ oder „With you“ machten das kollektive Glückgefühl perfekt. Bei nächster Gelegenheit gerne wieder!

Nach einer Pause betrat Brian Fallon die Bühne, bereit sein zweites Solowerk „Sleepwalkers“ zu präsentieren. Das gut bestellte Feld von David Hause griff er dankbar auf und sorgte für einen weiteren Kick nach vorne. Seine rauchige markante Stimme transportierte während des ganzen Abends einen Hauch von Springsteen durch den Saal. „A Wonderful Life“ vom ersten Album „Painkillers“ als Opener, dann das fantastische „Forget me not“, dass die Spuren klar zu „Gaslight Anthem“ legt. Nach weiteren Nummern auf dieser Schiene (If your Prayers don’t get to Heaven, My Name ist the Night) steuerte der Abend auf den (ersten) Überraschungshöhepunkt zu: „Sultans of Swing“. Welch ein Cover! Welche eine Interpretation!

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Brian Fallon entkernt die Stadionrock-Seele der Dire Straits Nummer und schafft ein Stück Coolness, dass sich nahtlos in das Set einfügt. Geht noch mehr? Oh ja! Im Zugabenteil folgt dann eine weitere Querverbindung zu Fallons Stammband Gaslight Anthem: „The `59 Sound“ in einer wundervollen Pianoversion. Anschließend leitet „See you on the other side“ den Übergang zum großen Finale des Abends ein: eine gemeinsam mit Dave Hause dargebotene Version von „I still haven`t found what I`m looking for“. U2s Klassiker als Reminiszenz an die jugendliche Adoleszenz. Weniger Gospel, mehr Rock. Brian Fallon kann es einfach! Der Löwensaal nimmt es dankbar auf und ist begeistert. Schöner kann man kaum in den kalten Samstagabend zurückgeschickt werden.
Volle Punktzahl!

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/Text: Jörg Meyer /
/Bilder: Simon Strauß /