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Konzertbericht: Cari Cari

Dear Mister Tarantino…

Kalifornien im Jahr 1849, am Colorado River wäscht ein kleiner mexikanischer Junge mit seinen Eltern Gold. Der Junge wird von allen „Mapache“, spanisch für Waschbär, genannt, weil er tagein tagaus am Gold waschen ist. Plötzlich ein Freudenschrei, sein Vater winkt ihn zu sich und zeigt auf seine Goldpfanne. Darin befinden sich mehrere Goldnuggets von der Größe eines Taubenei. Sie haben wohl den Jackpot geknackt. Endlich ist das Leben in Armut vorbei. Im Laufe der nächsten Tage holen sie immer mehr Gold aus dem Fluss, welches der Vater in ihrer kleinen Hütte am Ufer versteckt.

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Eines Morgens wacht Mapache auf und findet seinen Vater mit durchschnittener Kehle und die Hütte durchwühlt vor. Vom Gold keine Spur. Sein einziger Hinweis ist ein blutiger Handabdruck mit nur vier Fingern und eine Packung Tabak der Marke Red Apple, welche der Mörder verloren haben muss. Mapache schnappt sich den Revolver seines Vaters und macht sich auf die Suche nach den Mördern seines Vaters, nach dem Gold und danach seinen Rachedurst zu stillen.

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A Band apart presents

A Film by Quentin Tarantino

MAPACHE

und dann beginnt dieses Lied zu spielen.

Cari Cari sind eine Band, die sich aus nur einem Grund gegründet hat, einmal auf einem Tarantino Soundtrack zu landen und das hört man ihnen definitiv an.
Sie machen aber nicht nur die passende Musik zu Tarantino Filmen, sie übertragen auch die Energie seiner Filme 1:1 auf die Bühne.

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Egal ob Sängerin und Multiinstrumentalistin Stephanie, oder Gitarrist Alexander, die beiden verstehen sich blind und zeigen außerdem deutlich, dass aktuell die geilsten Acts aus Österreich kommen. So einen Abriss zum Jahresauftakt hatte ich im Club Stereo auch noch nicht erlebt.

Die beiden rockten mit Didgeridoo, Maultrommel, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Synthie die Bühne und Stephanie spielte irgendwie alles mal und das auch noch verdammt gut. Das Ganze immer wieder aufgelockert von Alexanders Geschichten über das Leben in London, die ersten Auftritte in Australien oder den ersten kleinen Schritt nach Hollywood. Denn einer ihrer Songs hat es immerhin in den Soundtrack der Serie Shameless geschafft. Zwischendrin dann noch ein wunderbares Cover von Nancy Sinatras „Bang Bang“. Grandios!

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Wenn sie so weitermachen, dann ist der Sprung in den nächsten Tarantino Soundtrack nicht mehr weit. Ihre Musik hat auf jeden Fall genau den treibenden Rhythmus, die mitreißenden Gitarren und die perfekte Stimmung für einen seiner Filme.

Cari Cari lieferten mit dem ersten Club Stereo Konzert des Jahres zumindest schon ein ziemliches Highlight, das noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Ich bin mir sehr sicher, dass sie es irgendwann auf einen Soundtrack des guten Quentin schaffen, immerhin heißt der erste Song auf ihrer 2014 erschienenen EP „Dear Mr Tarantino“.

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/ Text & Bilder: Simon Strauß /