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Konzertbericht: Gurr

Back to the roots

Gurr hätten bei ihrer aktuellen Tour locker in größeren Läden als dem Club Stereo spielen können, hatten sich aber bewusst für kleinere Clubs entschieden. Der Vorteil hierbei ist natürlich, dass der Laden ziemlich sicher ausverkauft sein wird, aber es erdet die Künstler auch ein Bisschen, wenn man nicht nach dem ersten Erfolg gleich in die großen Venues wechselt.

Bei Andreya von Gurr war der Besuch in Nürnberg auch ein Heimkommen zu ihren Wurzeln, stammt sie doch aus dem benachbarten Fürth und hat angeblich früher so einige Nächte im Stereo durchgefeiert. Genaueres erfuhr man von ihr an diesem Abend nicht, es war wohl zu viel Familie anwesend…

Dieses Heimkommen wurde auch entsprechend gefeiert. Stagedive, Crowdsurfing, ein aus allen Nähten platzender Club, das war schon ziemlich geil, was da abgeliefert wurde. Nachdem „Jealous“ aus Berlin mit sehr rotzigem Punkrock Erinnerungen an Courtney Love zu schlechteren Zeiten weckten, aber trotzdem gut anheizten, kamen Gurr und hauten ohne großes Palaver direkt auf die 12.

Die etwas ruhigeren Stücke wurden direkt am Anfang abgefrühstückt und danach war das einfach ne geile Indierock Show. Die Mädels haben diese rotzig freche Punkrock Attitüde perfektioniert ohne überzogen zu wirken. Das Publikum sog diese Attitüde begierig auf und bedankte sich durch richtig gute Stimmung. Nach einer kurzen Aufforderung fand sich relativ schnell eine Freiwillige, die nen Stagedive machte und für die Zugaben wählte Andreya den direktesten Weg zur Bühne, den Weg über das Publikum. Hatte ich so auch noch nicht gesehen, war aber ziemlich cool.

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Gurr bewiesen eindrucksvoll, dass sie problemlos kleinere Clubs an die Belastungsgrenzen bringen können und werden wohl so schnell nicht mehr in Läden dieser Größenordnung spielen. Einerseits sehr schade, andererseits aber auch verdient.

Aber egal wo sie künftig spielen, die Stimmung sollte kein Problem sein.

www.gurrband.com/
www.facebook.com/Gurrband/

/ Text & Bilder: Simon Strauß /