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Konzertbericht: Newcomer Contest Bayern

Newcomer Contest Bayern 2015

Der NCB2015 ist Geschichte und hat einen mehr als würdigen Sieger. Aber ich will nicht direkt am Anfang spoilern. Der Sieger wird erst gegen Ende des Artikels verraten. Ätsch.

Was ist der Newcomer Contest Bayern eigentlich genau?
Wie der Name schon sagt, wird hier der beste musikalische Newcomer aus Bayern gesucht. Aus über 100 Bewerbungen bayerischer Bands und Musiker wurden im Vorfeld fünf Finalisten ausgewählt, die in der Würzburger Posthalle nicht nur das Publikum, sondern vor allem auch eine Fachjury aus Musikern, Veranstaltern und Musikjournalisten überzeugen müssen.

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Dem Sieger winkt eine Reise nach Quebec und ein Auftritt beim dortigen Envol et Macadam Festival.

Aber auch die anderen Finalisten gehen nicht leer aus. Unter allen Finalbands werden noch die folgenden Preise vergeben:

– Ein Slot beim Seewärts Festival in Chieming
– Ein Auftritt beim Stadtfest Würzburg auf der FRIZZ-Bühne
– Ein Fotoshooting für Promofotos
Thomann-Gutscheine im Gesamtwert von 750 Euro
– Ein einjähriges Bandcoaching inklusive Auftrittsvermittlung

Lohnt sich also mitzumachen.
Ihr habt eine Band und habt’s vor allem richtig drauf? Dann bewerbt euch doch einfach für nächstes Jahr. Alle Infos, wie das funktioniert, findet ihr auf der Homepage des Wettbewerbs.

Kommen wir aber zu den fünf Finalisten. Um euch einen Eindruck zu geben, wie wir die Bands fanden, haben wir sie nicht in ihrer Auftrittsreihenfolge angeordnet, sondern direkt in der Rangfolge, in der der Wettbewerb unserer Meinung nach enden hätte müssen.

5. Platz: Swallow Tailed:

Die Münchner Band trifft mit ihrem Synthiepop den Geschmack des aktuellen Durchschnittshipsters und auch ihr Auftreten war mir persönlich zu sehr Hipster. Inklusive Polaroid-Foto des Publikums. Die Musik war in meinen Augen okay, aber mehr auch nicht. Einfach zu generisch. Vielleicht bin ich aber auch nur durch die aktuelle Masse an Synthiepop-Bands übersättigt.

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4. Platz: Zico

Zico aus Nürnberg machen Reggae mit intelligenten, humorvollen Texten über Säbelzahntiger oder darüber, immer Cowboy bleiben zu wollen. Funkige Melodien gepaart mit gechilltem Reggae gingen gut ins Ohr und es fällt mir schwer, ihnen „nur“ den vierten Platz zu geben. Aber die anderen drei waren eben noch besser.

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3. Platz: Avalanche Ahead

Post Rock mit ordentlich Stromgitarre aus Würzburg, in Kombination mit der melodischen Stimme von Sänger Fabian ein musikalischer Farbkleks im aktuellen Einheitsbrei. Erfrischend und an irgendeine Band erinnernd, die mir partout nicht einfallen will. Die Jungs behalte ich auf jeden Fall auf dem Schirm.

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2. Platz: keiner

Es gibt keinen zweiten Platz, da wir uns schlicht nicht entscheiden konnten, wer von den beiden verbliebenen besser ist.

1. Platz: William’s Orbit und Timothy Auld

Den ersten Platz teilen sich die Weidener Indierocker William’s Orbit und der Münchner Soul- und Funkbarde Timothy Auld.

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Da, wo William’s Orbit mit Gitarren und ausdrucksstarkem Gesang an die Kings of Leon erinnern, springt Timothy Auld zu funkigen Rhythmen wild über die Bühne und bringt den Soul der 70er Jahre zurück ins Rampenlicht.
Beide überzeugten mit absolut massentauglichem Sound und Songs, die man so auch gerne mal im Radio hört.

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Kein Wunder also, dass die Jury sich ähnlich wie wir entschied und William’s Orbit zum besten Newcomer Bayerns wählte. Herzlichen Glückwunsch in die Oberpfalz.

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Noch ein paar Worte zur Veranstaltung an sich. Das Publikum bestand zu einem großen Teil auch aus Newcomern, zumindest schien der Zahnspangenanteil doch sehr hoch. Es wurde aber nicht nur der Preis für den besten Newcomer Bayerns vergeben, sondern auch der bayerische Musiklöwe an Andreas Bourani als besten nationalen Künstler. Durch EgoFM-Moderatorin und Jury-Mitglied Elise Hoffmann erhielt die Münchner Indiepop Band Cosby den EgoFM-Hörerpreis. Hier setzten sie sich übrigens gegen Künstler wie Annenmaykantereit und Philipp Dittberner durch.

Nachdem die Preise alle vergeben waren, betrat mit OK KID der Hauptact des Abends die Bühne und riss erwartungsgemäß die Hütte ab. Stagediving, hüpfende und kreischende Teenies, wippende Köpfe und erhobene Hände. Wenn man die Jungs, wie ich, schon ein paarmal gesehen hat, kann man eigentlich nur sagen: „gewohnt geil“.

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Aber in ‚nem kleineren Club kommen sie dann doch noch besser rüber als in der großen Posthalle. Hier war die Location vielleicht etwas zu weitläufig.

In diesem Sinne:
Macht’s gut, macht’s oft.

http://www.newcomercontest-bayern.de/

http://www.facebook.com/newcomercontestbayern

// Text: Simon Strauss / Fotos: André Prager //

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