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Konzertbericht: Steiner & Madleina

Familienbande

Was in Deutschland die Chemnitzer Familie Brummer (Kraftklub, Blond) ist, ist in der Schweiz die Familie Pollina. Vater Pippo Pollina ist sicherlich kein Unbekannter und hat seine musikalischen Gene an seine beiden Kinder Julian und Madleina weitergegeben. Julian Pollina dürfte euch unter seinem Künstlernamen Faber vielleicht etwas bekannter sein und Madleina ist eine Hälfte des Duos Steiner unn Madleina, die uns an diesem Abend im Club Stereo beehrten.

Genetisch waren da auf jeden Fall schon beste Voraussetzungen für einen gelungenen Abend gegeben. Jetzt musste das nur noch musikalisch gelingen.

Für ihre Tour hatten sich Nora Steiner und Madleina Pollina noch ein kleines Schmankerl ausgesucht. Der Support war nämlich geheim. Bei einigen Konzerten wurden sie von Faber unterstützt und in Nürnberg von James Hersey. James, der eigentlich eher elektronisch angehauchten Indie-Pop macht, begleitete sich hier nur auf der Gitarre und schuf so eine wunderbar heimelige Atmosphäre, die definitiv Lust auf mehr machte.

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Als dann Steiner und Madleina die Bühne betraten, wurde diese Stimmung wunderbar weitergetragen. Egal ob auf Englisch, Deutsch oder Schweizerdeutsch, die Songs wurden vom Publikum angenommen und mit großem Applaus bedacht. Ihre Texte handeln vom schönen Leben, das man auch mal aufgeben muss, von Beziehungen und deren Eigenheiten.

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Musikalisch bewegen sich die beiden irgendwo zwischen Folkrock und Indiepop und wecken durch ihre Gesangsparts durchaus Erinnerungen an Boy oder First Aid Kit. Ab und an könnte es auch ein Faber-Song sein, den jetzt eben seine Schwester singt, da merkt man die Verwandschaft halt doch. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass sie abkupfern, sondern nur, dass man hier stilistische Parallelen findet. Steiner und Madleina haben ihren eigenen Stil, haben ihre eigene Musik und das ist sehr gut und auch sehr schön!

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Auch Papa Pippo Pollina, der im Stereo vor Ort war, lächelte das Konzert über stolz vor sich hin und meinte nach dem Konzert nur bescheiden „Wenn die Kinder glücklich sind, dann bin ich auch glücklich.“. Das Konzert vermittelte zumindest nicht den Eindruck, dass seine Tochter unglücklich sei, sondern dass sie mit diesem Job sehr zufrieden ist. Das kann sie auch sein, denn die Musik ist wirklich sehr schön.

facebook.com/SteinerMadlaina
steinermadlaina.bandcamp.com/

/ Text & Bilder: Simon Strauß /