Turbostaat

Konzertbericht: Turbostaat im E-Werk

Unser Gastautor Barni hat die norddeutschen Indiepunks erstens schon mehrmals gesehen und das zweitens aus Gründen. Einige davon hat er nach dem Besuch des Konzertes im Erlanger E-Werk für euch zusammen gefasst:

Turbostaat, die mit ihrem Stil und 6 Alben schon so viele Bands beeinflusst haben sind nun schon im 18. Jahr ihrer Bandgeschichte unterwegs. Wahnsinn. Und sie haben für mich nichts von ihrer Faszination verloren. Nochmal: Wahnsinn!

Den Anfang in Erlangen macht die lokale Band HEIM, von der ich allerdings nur die letzten Stücke höre und das von der Schlange zum Biertresen aus. Sieht man sicher bald wieder hier in der Region.

Um kurz nach 21:00 Uhr betreten dann die fünf Nordlichter die Clubbühne im leider nicht ausverkauften, aber gut besuchten E-Werk. Warum diese Band im Süden nicht so viele Menschen wie im Norden zieht bleibt mir ein Rätsel. Verdient hätten es Turbostaat allemal.

Das Publikum an diesem Abend ist gemischt, da sind sicherlich so einige am Start, die schon bei den ersten Shows der Band rund um das Jahr 1999 vor der Bühne gestanden und gejubelt haben.

Die spezielle Beleuchtung der Turbostaat-Konzerte – die Band wird nur von hinten angestrahlt – sorgt für eine ganz eigene Atmosphäre. Dämmriges rotes und blaues Licht zeigt die Bandmitglieder oft nur als schwarze Schemen. Im Vergleich zu früheren Touren, die das jeweils aktuelle Album in den Vordergrund rückten, wirkt die Setlist dieses Mal recht ausgeglichen: Auch die fünf älteren Alben, die vor dem aktuellen Werk „Abalonia“ erschienen sind, sind Teil des Konzertes, selbst live schon verloren geglaubte Stücke wie „Schwan“ sind mal wieder dabei.

Fast absurd ist es zu sehen, wie viel Mitsing-Potenzial manche der textlich durchaus vertrackten Turbostaat-Klassiker über die Jahre entwickelt haben. Der Sänger Jan Windmeier wird quasi ohne Pause lautstark vom Publikum unterstützt. Beim Song „Insel“ gröhlt das gesamte Publikum die Hook „Husum verdammt noch mal“ mit. Andere Bands hätten hier sicherlich den Namen der jeweiligen Stadt in der gespielt wird eingesetzt. Turbostaat tun das nicht. Gut so!

Turbostaat waren, sind und bleiben für mich eine der besten Livebands auf dieser Welt, das wurde bei diesem 100 minütigen Konzert einmal mehr bewiesen. Fazit: Die sollte jeder mal gesehen haben!

/Text & Bild: Sebastian Barnickel/