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MABADEMO (Februar’16)

Vor zehn Jahren erschien das Debütalbum der Arctic Monkeys, dass ließ die Indie Herzen und vor allem die Blogs noch mal in der Vergangenheit schwelgen. Welche Lieder waren 2006 noch große Indiehits, die vielleicht heute nicht mehr alle kennen?

Arctic Monkeys war noch nie meine Band, das muss ich hier gestehen. Ein, zwei Lieder find ich gut, aber warum sie so gefeiert werden, ist mir ein Rätsel. 2006 trat noch eine andere Band ins Rampenlicht, die im Laufe der Jahre immer größer und bekannter werden sollte – The Kooks. Die Mädchen Indie Band schlechthin. Wie kann man Luke Pritchards Charme denn nicht widerstehen?

Damals war Naive noch so neu, ihr Debütalbum „Inside In Inside Out“ gerade erschienen. Die Welt stand ihnen offen. Viele Festivals, Auszeichnungen (MTV European Music Award, Brit Award Nominierung) und vier Alben später, touren sie immer noch durch die Welt, doch es scheint, als hätten sie diesen unvergesslichen Charme etwas verloren. Egal, The Kooks sind Kult.

Mit den vier Jungs aus Brighton verbinde ich zwei besondere Momente, die ich noch meinen Enkelkindern erzählen werde. Und sie gehören einfach zu meinem alten Blog. Wenn es eine Band gibt, die wie die Faust aufs Auge passt, dann ist es The Kooks.

Kommen wir zu meinen beiden Geschichten. Es ist schon fünf Jahre her, dass ich bei ihrem Konzert in München ohnmächtig wurde. Das erste und bis jetzt das letzte Mal. Ich hoffe, das bleibt auch so. Gott sei Dank hatten The Kooks damals zwei Vorbands. Die erste war Auletta, damalige Lieblingsband. Die zweite, deren Namen ich vergessen habe, gefiel mir aber gar nicht. Und wenn ich wegen der sauschlechten Luft schon ohnmächtig werden musste, entschied sich mein Körper, bei dieser Vorband alle Lichter auszuschalten. Von der Mutter wurde ich aus der Menge erstmal zur Bar am Rand gezogen, im Schlepptau die Freundin, die absoluter Kooks Fan ist. Meine Mutter wollte mich erst mal mit Cola wieder zurückholen, bevor mich am Ende Sanitäter aus dem Zenith tragen und der Abend dahin wäre. Guter Plan, ging aber nicht auf. Wir mussten trotzdem zu den lieben Sanitäter und konnten dort etwas hinter die Bühne schauen. Und wen sahen wir da? Den Luke Pritchard und Hugh Harris. Ab diesem Moment hätten sie uns auch nach Hause schicken können. Aber es kam viel besser: Sie hatten Mitleid und wir durften im vorderen Bereich vor der Bühne, wie wir später erfuhren, der VIP Bereich, das Konzert anschauen. Ich war zwar noch sehr wackelig auf den Beinen, aber das war ein Spitzenkonzert. Konnte ja keiner ahnen, dass wir einen Jahr später Luke Pritchard in London treffen würden!

Meine zweite Geschichte. Die finde ich auch immer noch surreal. Wer geht schon davon aus, dass man an einem stinknormalen Vormittag durch Covent Garden schlendert, nachdem man gerade Fish & Chips gegessen hat und dann eine bekannte Person auf der Straße trifft? Die Stochastik Genies unter euch könnten mir vielleicht die Wahrscheinlichkeit ausrechnen. Ein Jahr nach meinem „Ich-werde-mal-eben-ohnmächtig“ Anfall beim Kooks Konzert laufen wir, mir nichts dir nichts, durch besagtes Covent Garden und entdeckten vor einem Pub den Luke. Ansprechen oder nicht? Könnte peinlich enden, aber es wäre eine verpatzte Gelegenheit, wenn man sie nicht wahrnimmt. Also wurde Luke angesprochen und ein Foto gemacht. Dieses breite Grinsen vom mir würde ich im Nachhinein gerne etwas dimmen. Geht aber nicht mehr. Egal.

Warum sie mit ihrem letzten Album „Listen“ nicht an die alten Erfolge anknüpfen konnte, weiß ich auch nicht. Das Album hat schon den musikalischen Charme der Jungs und es klingt, als hätten sie auch etwas ausprobiert. Doch so richtig vom Hocker reißen mag es nicht. Manche der Bandmitglieder haben ja auch schon Kinder, vielleicht werden jetzt ruhigere Seiten angeschlagen…

Mein Mädchen Indie Band Herz werden sie immer höher schlagen lassen.

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/ Text: Matilda Pfeil / Bild: Pressefreigabe /