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Now Playing: AnnenMayKantereit – Oft Gefragt

Letzens saß ich im Auto, die Ampel auf Rot und im Hintergrund dudelt das Radio. Plötzlich läuft da „Oft gefragt“ von AnnenMayKantereit und ich habe keine Kontrolle mehr. Tränen über mein Gesicht und ich kann nichts dagegen tun. Ich war einfach überwältigt.

Das ist der persönlichste Artikel, den ich bis jetzt geschrieben habe. Ich habe lange überlegt, ob ich ihn überhaupt veröffentlichen soll. Weil ich mir unsicher war, ob ich nicht zu viel von mir preisgebe und damit eine Angriffsfläche darstelle. Doch es geht ja nicht um mich alleine, sondern um meine Liebe zur Musik und darum, was Musik bei Menschen auslösen kann. Und das ist etwas Wunderbares.

Musik ist so vielseitig und kann in jedem von uns Emotionen wecken. Ob positive oder negative, die ganze Bandbreite wird angesprochen. Für mich ist Musik zu hören wie eine Art Tagebuchschreiben. Mit jedem Lied verbinde ich eine Erinnerung und das Gefühl, das ich in der jeweiligen Situation hatte. Und wenn ich die Lieder wieder höre, erinnere ich mich. Und klar: Sie lösen Emotionen aus.

Ich hatte den Titel „Oft gefragt“ schon mehrmals gehört, auch beim Konzert im Februar im E-Werk hat mich der Text angesprochen und ich fand es schön, dass Henning diesen Titel für seinen Vater geschrieben hat. Hat wohl ein wenig gebraucht, bis ich wirklich begriffen habe, worum es geht. Wenn ich das Lied jetzt höre, denke ich an meine Mutter, an die guten und schwierigen Zeiten, die wir hatten. Ich kann gar nichts dagegen tun, doch die Tränen kullern immer und immer endet es in dieser Mischung aus Weinen und Lachen, weil mich die Situation jedes Mal aufs Neue überrascht. Schon wenn ich darüber schreibe geht es wieder los. Und genau das gefällt mir an Musik. Es ist nicht nur das Mögen von Songs und Bands, es sind auch die Emotionen, die man damit verbindet, ob bewusst oder unterbewusst. Es kann einen immer überraschen, egal wo oder wann. Wie bei mir an der Ampel.

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/Matilda Pfeil/