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Now Playing: Moby Dick – Walnuss

„First wave gurrr-core“, so lautet die eigene Genrebezeichnung der Band Gurr. So pseudo-individuell dieser Titel ins Absurde weisen mag. In Wirklichkeit besteht der Sound vordergründing nur aus einer Gitarre und einem Schlagzeug. Doch weder die Instrumente noch die Genreauswahl ist entscheidend für die Empfehlung dieser Band!

Gurr klingt aufgeladen. Doch dieser Energieüberschuss ist sehr positiv zu verzeichnen und richtet sich metaphorisch gesprochen wie ein Denkzettel an die Ratgeberliteratur, die da propagiert: ,,du sollst deine eigene Mitte finden’’. Vergleichsweise ruhig erklingen die Lieder mit deutschen Texten, doch auch hier ist kein goldener Schnitt zu finden. Lieber quer, radikal und absichtlich unvollkommen lautet die Devise. Der Song Walnuss liefert ein perfektes Abbild der gegenwärtigen Gesellschaft und wiederholt ständig das Pamphlet: ,,wir nehmen Teil an der Belanglosigkeit’’. Auch wenn es keine Absicht war, hat es Gurr geschafft, mit einem Satz zu sagen, was die Band die Heiterkeit in einem Song sagt.

Leider wird das neue Album ‚,In My Head’’ erst Mitte Oktober erscheinen, bis dahin sollte man die Chance nutzen, die vielleicht letzte Furry Dream EP zu bekommen, die besser wirkt als jede Koffeintablette (Überdosierung führt zu Herz-Kreislauf Beschwerden). Immerhin gibt es schon mal die Möglichkeit einen Song vom neuen Album zu inspizieren, das Lied lautet ‚,Moby Dick’’. Hoffentlich erscheinen auf ‚,In My Head’’ auch weitere vereinzelte Lieder auf deutsch. Gurr it.

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/ Text: Leo Zimmermann / Bild: Marco Leitermann /