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Festivalbericht: Uniopenair 2015

Bereits zum dritten Mal lockt mich das Uniopenair (UOA) nach Oberfranken – ein kleines, nicht-kommerzielles Festival auf dem Campus der Universität Bayreuth, ehrenamtlich von Studenten organisiert und das bereits seit 27 Jahren.

Die Sonne strahlte, das Gewitter, das noch bis zum Morgen gemeldet wurde, hatte sich verflüchtigt, perfekte Bedingungen für ein Openair. Die „Ausverkauft“ Meldung am Vortag hatte mich überrascht, da es in den letzten Jahres noch eine Tageskasse für Kurzentschlossene gab – dass das Festival beliebt ist, stand außer Frage.

Sawa, eine Band aus Bayreuth, eröffnete das Uniopenair mit ihrer Mischung aus Soul, Jazz, Funk und Raggae und kündigten zugleich an, dass es das letzte Konzert der Band ist.

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Der Wirkungskreis der Band bezog sich in den letzten drei Jahren fast ausschließlich auf Bayreuth, der Auftritt beim UOA war der einzige in den letzten anderthalb Jahren, denn mittlerweile fehlt dem Sextett die Zeit, das Projekt weiterzuführen. Ganz so sicher wie von der Band angekündigt, ist das Ende noch nicht, wie ich im Gespräch mit Sängerin Aileen erfuhr. Egal ob letztes Konzert oder nicht: Die ersten tanzten bereits und ließen sich von der Musik ziemlich schnell in Festivalstimmung bringen.

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So langsam füllen sich die leeren Ränge – die Mehrzahl der Gäste,  wohl ansässige Studenten, lauschten und beobachteten entspannt, was sich da auf der Bühne tat. Der Tag verging gefühlt sehr schnell, die Bands Cosby (Synthiepop aus München) und Impression (Indierock aus Lauingen an der Donau) waren nett anzuhören und so verflog die Zeit.

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Etwas aus der Reihe tanzten die Alternativerocker von Tune Circus, und das nicht nur musikalisch. Zahlreiche aufblasbare Gitarren wurden ins Publikum gereicht und sorgten für mächtig Luftgitarrenaction vor der Bühne. Viel Überzeugungsarbeit musste dafür bei den Festivalgästen übrigens nicht geleistet werden und zur Erfrischung gab es danach noch Freibier für die temporären Gitarristen.

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Überraschung des Tages war die Berliner Band Say Yes Dog, welche mit ihren tanzbaren Electropop-Nummern nicht nur mich durchweg überzeugten: Es gab die ersten Zugabe-Rufe des Tages. Ihr Auftritt wäre fast geplatzt, da sie 80 Kilometer vor Bayreuth in meiner Heimatstadt mit dem Tourbus liegengeblieben waren. Kein Problem für die drei Jungs: Kurzerhand wurde ein Taxi bestellt und alles umgeladen, so dass sie gerade rechtzeitig zum Soundcheck eintrafen. Glück gehabt.

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Hierzulande sind Say Yes Dog noch ein Geheimtipp, während sie in Frankreich und Luxemburg bereits bekannter sind. Das Debütalbum „PLASTIC LOVE“ der seit 2011 bestehenden Band ist schon so gut wie fertig und kommt im am 04.September 2015, anschließend wird durch Deutschland und die Nachbarländer getourt – die Planungen laufen auf Hochtouren, wie mir die Band verraten hat. Zum Bandnamen gibt es übrigens keine Geschichte, er entstand ganz simpel im Proberaum durch die zufällige Aneinanderreihung der Worte.

Während ich noch etwas mit Say Yes Dog plaudern durfte, stand schon Yalta Club aus Paris auf der Bühne und begeisterte das ausgelassen feiernde Publikum mit Happy Indie Pop und vielfältigem Instrumentarium.

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Musikalisch gab es zum Abschluss des Festivals einen gewaltigen Umschwung: Moop Mama – zehnköpfiger deutscher Urban Brass. Der Campus tanzte die letzte Energie raus und schrie nach Zugaben. Trotz meines vielfältigen Musikgeschmacks, fand ich am Headliner leider keinen Gefallen.

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Das wäre auch der einzige kleine Kritikpunkt nach einem wundervollen Tag auf dem Campus der Universität in Bayreuth: Moop Mama hat für mich persönlich stilistisch nicht in das doch überwiegend (Electro-/Synthie-/Indie-)Pop Lineup gepasst.

Mal schauen was nächstes Jahr geboten wird, ich bin jetzt schon gespannt was mich erwartet.

/Text + Fotos: André Prager /

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