live

Geburtstags-Interview: LA-BOUM

20 Jahre LA-BOUM! Das wird gefeiert und zwar am Freitag, den 12. September im Nürnberger Hirsch. Die Indie-Polka-Ska-Band hat sich zur großen Jubiläumsparty Gäste, Ehrengäste und Wegbegleiter der vergangenen 20 Jahre eingeladen und verrät im exklusiven Vorab-Interview mit HDIYL auch sonst noch so einiges:

Wie würdet ihr euch in maximal fünf Sätzen vorstellen?
Wir sind die Band LA-BOUM aus Nürnberg. Uns gibt es seit 1994 und wir haben bereits von Kleinkunstbühnen bis zu Festivals mit 20.000 Besuchern alles gespielt. Unseren charakteristischen Sound haben wir bei zahlreichen Straßenmusiktouren auf heißen und staubigen Straßen in Europas Metropolen gefunden und vieles vom Leben auf den Boulevards und in den Gassen mit aufgesogen. Unsere Musik erzählt von diesen Reisen. Sie enthält Einflüsse von Folk, Ska, Polka, Gypsy und Rockabilly neben süd- und osteuropäischen Akzenten.

Was sind eure schönsten Erlebnisse der letzten 20 Jahre gewesen?
Die Straßenmusiktouren in Ungarn, Spanien und Italien. Du bist in einem Land, wo du nicht mal richtig die Sprache verstehst, aber die Leute dort feiern deine Musik und du lernst coole Leute kennen. Und so ein Konzert auf einer Dachterrasse über den Dächern von Barcelona ist schon gigantisch …

In Ungarn haben wir mal auf einer Brücke über der Donau für Hut-Geld gespielt, da kam eine Familie mit einer älteren Dame im Rollstuhl hinzu. Irgendwann ist sie dann aufgestanden und hat vorsichtig zu unserer Musik getanzt. Auf dem Sziget-Festival ist Nachts in einem Teil-Areal der Strom ausgefallen, nur wir konnten weiterspielen, die Zuschauer haben alle Feuerzeuge und sonstige Licht-Utensilien gezückt, das war auch ein wunderschöner magischer Moment.

Was war euer persönliches Worst Case-Szenario?
Haui: Oh, da gab es auch schon mehrere: Ein Veranstalter buchte uns auf eine Kirchweih-Bühne mit 100 Watt-Mini Anlage. Dabei mussten wir im Wechsel gegen eine TOP40-Kärwa-Coverband auf benachbarter Bühne mit fetter P.A. ankämpfen. Lautstärketechnisch ein Horror.

Oder: Die Polizei in Barcelona beschlagnahmte unser Schlagzeug für fünf Tage wegen unerlaubten Spielens mit Drumset. Unser Schlagzeuger spielte daraufhin alle weiteren Konzerte nur mit einer Rassel in der Hand.

Chris: Der Rekordsommer 2003. 40°C im überbelegten Hotel in Florenz. Wir schliefen zu viert im Doppelzimmer. Ein Klo für 30 Leute im Hotel und dann wurde wegen Knappheit in der Stadt das Wasser abgedreht …

Butz: Fürther Kirchweih auf irgendeiner Rampe, bröslige Bratwürste und schlechtes Bier, fiese Alkoholiker, und ständiger Stromausfall, weil ein Kabel in einer Pfütze lag, zum Abschluss eine Schlägerei von Rechten im Publikum. Die Rampen Location wird heute nicht mehr bespielt, zum Glück, schlechtes Karma.

Was ist am Freitag anders als sonst?
Haui: Wir veranstalten ein großes Festival. Unsere befreundeten Bands Vladiwoodstok, Gymmick, Deine Mutter und Sturm&Drang werden mit dabei sein.

Bei unserem Auftritt wird es außerdem viele Gastmusiker geben. Also Bandmitglieder aus früheren Jahren und Freunde. Außerdem werden wir bei ein paar Songs unsere akustischen Instrumente gegen E-Gitarre, Keyboard & Co. eintauschen und so richtig losrocken. Indie-Alternative vom Besten

Butz: Alles, wir spielen fast nur schnelle Lieder und geben Vollgas, nicht nur so halbherziges Gedudel. Anstelle von Ska-Indie-Polka spielen wir Indie-Polka-Ska, und machen zur Abwechslung gut verständliche und intelligente Ansagen.

La-Boum in 20 Jahren, was können wir erwarten?
Haui: Eine Alt-Herren-Band der Extraklasse.

Chris: Fünf neue Alben, zwei Burnouts und eine Leberzirrhose.

Butz: In 20 Jahren schaffen wir den Durchbruch dank eines Wim Wenders-Films über die fränkischen Vorreiter der Musik die keinen Namen hat, dem sogenannten nick nack.

Plant ihr schon euer Best-of-Album?
Haui: Nö, wir werden höchstens mal eine Live-DVD produzieren oder ein ganz altes vergriffenes Album neu einspielen. Ansonsten machen wir lieber neue Songs als ein Best-of auf den Markt zu werfen. In der heutigen digitalen Zeit stellt sich doch jeder Fan sein eigenes Best-of-Album selber zusammen.

Butz: Könnte mich schon mit einem Best-of-Vinyl-Tonträger anfreunden, aber dann eine bunte Doppel LP … Wir können also gespannt sein, was einen am Freitag alles erwarten wird. Sicher ist, dass der Abend grandios werden wird.

/ Interview: Matilda Pfeil
Fotos: Bandfreigabe /

www.la-boum.de
www.facebook.com/laboum.band

live