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Ok Kid by STEFAN_BRAUNBARTH

Neue Musik

Kaum hat das neue Jahr angefangen, ist der Januar schon fast wieder vorbei. Verrückt. Geändert hat sich leider nicht besonders viel und auf unsere geliebten Konzert- und Partynächte müssen wir immer noch auf unbestimmte Zeit verzichten. Nur gut, dass trotzdem weiterhin Neue Musik erscheint. Und davon will ich euch auch heute wieder ein bisschen was vorstellen. Mit Bite the Bullet, Lova, $not, Ja, Panik, Joshua Bassett, Jubël, Maria Basel, OK Kid, Telex, Balthazar, Fontaines DC, Nilüfer Yanya, Weezer, MC Rene und Gymmick

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Aus Dänemark kommt die Rockband Bite The Bullet, die mit „Lose myself“ jetzt eine Single aus ihrem im März erscheinenden vierten Album veröffentlicht haben.

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Letzte Woche, genauer am 22. Januar, erschien das großartige Debüt-Album „Grown-Ish“ der Schwedin Lova. Daraus vorstellen möchte ich euch die Songs „Dance for the Hell of it“ und die letzte Single „Lonely Ones“ vorstellen.

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Billie Eilish hat vor einiger Zeit den Song „Gosha“ von $NOT auf Instagram gepostet und seitdem geht es mit dem 23-jährigen Karrieremäßig durch die Decke. Mit „Like me“ ist jetzt ein weiterer Song aus seinem aktuellen Album „Beautiful Havoc“ erschienen.

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Pünktlich um 0.01 am 01.01. hat Ja, Panik ihre neue Single „Apocalypse or Revolution“ veröffentlicht. Mittlerweile wurde auch das Album „Die Gruppe Ja, Panik“ angekündigt, das am 30. April erscheinen wird. Das freut uns sehr!

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Der Newcomer Joshua Bassett aus Kalifornien bringt demnächst seine Debüt-EP raus und hat mit „Lie Lie Lie“ eine weitere Single daraus veröffentlicht.

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Ebenfalls aus Schweden kommt das Duo Jubël, die 2019 mit Strawtown ihr Debüt Album rausbrachten und jetzt mit „Weekend Vibe“ nachlegen.

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Im Frühling wird die Debüt-EP der Wuppertaler Sängerin Maria Basel erscheinen und daraus gibts jetzt mit dem wunderschönen „Wake up Tired“ die dritte Single.

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Am 22. Januar veröffentlichte OK Kid die Single „Frühling Winter“. 100 % des Erlöses geht an das Bündnis „Alarmstufe Rot“. Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Köln und die Kölner Philharmonie hat der Band ihre Räumlichkeiten zum Video-Dreh zur Verfügung gestellt. Regie führte Joseph Strauch. Ein gutes und wichtiges Projekt, das unbedingt unterstützt werden sollte! Alle Kulturschaffenden, egal ob Künstler oder Techniker oder Veranstalter oder alle anderen, die in irgendeiner Form mit Kulturveranstaltung zu tun haben, machen gerade harte Zeiten durch!

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Das belgische Synthpop-Trio Telex hat mit 30 Jahren schon eine beachtenswerte Karriere hinter sich. Jetzt erscheint am 30. April mit „This is Telex“ eine Neue 14-Track-Compilation. Unter anderem sind darauf ihre bekanntesten Stücke geremastered, sowie einige bisher unveröffentlichte Stücke. Zu einem ihrer bekanntesten Songs „Moskow Diskow“ gibts jetzt ein neues Video.

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Am 26. Februar wird das neue Album „Sand“ von Balthazar endlich erscheinen. Daraus gibt es jetzt mit „On A Roll“ bereits die dritte Single. Ein astreiner und schöner Indie-Pop Song!

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Die Remix-Legenden Soulwax haben sich den großartigen Song „A Heros Death“ von Fontaines D.C. vorgenommen und daraus einen noch großartigeren und vor allem tanzbareren Remix gebastelt.

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Im letzten Dezember erschien die EP „Feeling Lucky?“ von Nilüfer Yanya und am 19. Januar wurde auch die Video Trilogie mit „Day 7.5093″ daraus komplettiert.

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Weezer sind back. Und das anders als erwartet. Eigentlich war für 2020 die Veröffentlichung des Albums „Van Weezer“ geplant. Das wurde jetzt erst mal verschoben und stattdessen wird am 29. Januar das, von den Beach Boys inspirierte, Album „Ok Human“ erscheinen. Daraus gibts jetzt mit „All my Favorite Songs“ die erste Single zu hören und sehen.

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Seit bereits 30 Jahren mischt MC Rene jetzt bereits im deutschen Hip-Hop mit. Zum Jubiläum erschien am 22. Januar das Jubiläums-Album „Irgendwas stimmt“ und mit „1993“ hat der gute jetzt einen fantastischen Song daraus veröffentlicht.

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Zu guter Letzt noch etwas Lokalpatriotismus. Unser allseits geliebter und geschätzter Gymmick hat mit „Nürnberg“ eine Ode an unsere fränkische Heimat geschrieben. Ironisch und mit leider viel zu viel Wahrheit. Danke dafür!

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So, das wars schon wieder für diese Woche. Die Songs sind natürlich auch alle wieder in der Neuen Musik 2021 Liste auf Spotify.

// Text: Jens Riedel / Bild: Ok Kid (by Stefan Braunbarth //

tip

Die Woche, Du und Wir ⇨ [KW41]

Winter is Coming! Zugegeben, ziemlich ausgelutscht dieses Zitat. Aber ist halt so. Kalt wirds. Die Lebkuchen liegen schon seit Wochen in den Regalen, die ersten Weihnachtseinkäufe werden getätigt und das Open Air Treiben hat sich bis nächsten Frühling verabschiedet. Es gibt also genug Gründe, sich dem Geschehen in geschlossenen, schön beheitzten Räumen zu widmen. Davon gibts natürlich wieder genug:

Bandkarusell ⇨ Donnerstag, 12. Oktober ⇨ 20:00 Uhr ⇨ MUZ Club
King Father Baboon, The Rolling Chocolate Band, Buzzride und One Car Limited fahren beim Bandkarussell in Polizeiauto, Hubschrauber, Pferdekutsche und auf dem fliegenden Schwein. Dafür dass beim Konzert das Schwein fliegt, seid aber Ihr, das Publikum, zuständig. Also alle am Donnerstag nach Gostenhof und die lokale Musikszene unterstützen. Für die ersten 25 Gäste steht angeblich sogar Freibier bereit. (ss)

Street Art Weekender ⇨ Freitag 13. bis Samstag 14. Oktober ⇨ ganztägig ⇨ Musikzentrale Nürnberg
Graffiti und Street Art sind aus der heutigen Popkultur nicht mehr wegzudenken.
Obwohl Werke von Banksy für Unsummen verkauft werden und Shepard Fairy das berühmte „HOPE“-Plakat für Barack Obama entworfen hat, umweht diese Kunst immer noch der Hauch des Verruchten und Verbotenen. Beim Street Art Weekender sollen die positiven Effekte auf den urbanen Raum und nicht zuletzt auf die Jugendkultur aufgezeigt werden.
Unterstützt wird die Initiative in diesem Jahr unter anderem von unseren Freunden von EgoFM.
Wer auf Graffiti und Street Art steht und auch gerne beim Entstehen der Werke zusieht, der sollte das nicht verpassen. (ss)

IndieFreitag ⇨ Freitag, 13. Oktober ⇨ 23:00 Uhr ⇨ Club Stereo
Natürlich auch diesmal wieder ein Hinweis in eigener Sache: Unser Jens versorgt monatlich im Club Stereo alle Feier- und Tanzwütigen mit aktuellem und Klassikern aus den Berreichen Indie, Hip-Hop und allem was tanzbar ist. Wie immer mit einem Gast an seiner Seite. (jr)

Finale Grande: Ende der Hauptsaison ⇨ Samstag, 14. Oktober ⇨ 16:00 Uhr ⇨ Balkon
Der Balkon direkt am Königstor verabschiedet sich am Samstag in den wohlverdienten Winterurlaub mit einer letzten großen Sause. Und das Wetter soll ja auch mitspielen. (jr)

Max Prosa & Band ⇨ Samstag, 14. Oktober ⇨ 19:00 Uhr ⇨ Club Stereo
Max Prosa ist nicht nur Prosa, er ist Poesie. Wundervolle nachdenkliche Poesie, die das Leben so beschreibt wie es ist, mal schön, mal traurig, mal verträumt. Vor allem aber ist Max Prosa auf Tour. Bei seinem Besuch in Nürnberg präsentiert er sein neuestes und laut einschlägiger Berichte bislang bestes Album. Falls ihr euch also einfach nur einen schönen Abend machen wollt, geht zu diesem Konzert und
bleibt danach noch zu King Kong Kicks im Club Stereo! (ss)

Das Lesen der anderen ⇨ Dienstag, 17. Oktober ⇨ 20:00 Uhr ⇨ Zentralcafé
GYMMICK, Thomas Schmidt, Michael Jakob und Peter Parkster haben die Sommerpause überlebt und starten mit ihrer Lesebühne wieder voll durch. Was erwartet Euch dort? Von Gesang, Impro, Poetry-Slam über Einhornstreicheln und Katzenbabies erwartet Euch dort alles! Was sein wird weiß vorher keiner genau, aber lustig wird es auf jeden Fall. Sind doch hier ein paar der besten Poetry-Slammer der Region mit Liedermacher und Cartoonist GYMMICK in einen Topf geworfen, auf kleiner Flamme lange gegart und anschließend zu einem Ratatouille der guten Laune verfeinert worden. Früh da sein, das Zentralcafé hat nur begrenzt Platz!

Wir wünschen euch viel Spaß mit dem umfangreichen Programm in den nächsten Tagen! Passt auf euch auf!

// Text: Simon Strauss / Jens Riedel //

tip

Die Woche, Du und Wir ⇨ [KW12]

Diese Woche steht ganz im Zeichen der Geburtstagsfeiereien. Überall wo man hinschaut wird Jubiläum gefeiert. Wir feiern natürlich überall mit. Daneben gibt es aber auch noch die ein oder andere beachtenswerte Veranstaltung:

3 Jahre Blume von Hawaii ⇨ Donnerstag, 23. März ⇨ 18: Uhr ⇨ Blume von Hawaii
Mit die wildesten, besten, stärksten, leckersten Cocktails der Stadt gibt’s beim Zack in der Blume von Hawaii. Das weiß grundsätzlich jeder Nürnberger, der sich einigermaßen im Nachtleben auskennt. Und genau diese Bar feiert am Donnerstag ihr 3-jähriges bestehen. Das könnte ein leckerer Abend werden. Glückwunsch!

3 Jahre Studio Wolny ⇨ Freitag, 24. März ⇨ 20:00 Uhr ⇨ 1. Stock Mono Bar
Neben der Blume von Hawaii, die einen Tag vorher Geburtstag feiert, gibt’s auch am Freitag eine leckere Jubiläumssause mit alkoholischen Mischgetränken. Das Studio Wolny feiert 3-jähriges bestehen. Wer sich Freitags in der Grassersgasse 1 in der Bar Mono schonmal in den 1.Stock verirrt hat weiß, das er da nicht mehr so schnell rauskommt, weil die Getränke einfach viel zu lecker sind. Und weil die Hausherren so wahnsinnig symphatisch sind und man einfach ganz schnell die Zeit vergisst. Auch hier gratulieren wir ganz herzlich und schauen natürlich gerne vorbei!

20 Jahre Wildstyle ⇨ Freitag, 24. März ⇨ 22:00 Uhr ⇨ K4 Festsaal
Hach, was wir schon alles bei Wildstyle erlebt haben. Rob Birch von Stereo MCs will nach seinem DJ-Set unbedingt noch freestylen, was fürchterlich in die Hose geht, DJ Koze spielt das erste Mal in Nürnberg, spontaner Breakdance-Kontest beim Glimmers DJ-Set auf der Tanzfläche, in der kleinen Halle im Hirsch läuft zum ersten Mal überhaupt in Nürnberg City LCD Soundsystem was für einige der Anwesenden einem mittleren Skandal gleich kommt, … das ist ein Pflichttermin! Für uns, für euch, für alle! Happy Birthday!!

7 Jahre Veni Vidi Veekend ⇨ Freitag, 24. März ⇨ 23:00 Uhr ⇨ Club Stereo
Johnny und Robert feiern mit ihrer Reihe Veni Vidi Veekend mittlerweile schon das siebte Jahr. Und das natürlich gebührend und ausschweifend mit Indie, Alternative, Electro Pop, Garage… und dem ein oder anderen Getränkespecial im Club Stereo. Happy Birthday!

Veggienale ⇨ Samstag, 25. & Sonntag, 26. März ⇨ 10:00 bis 18:00 Uhr ⇨ Auf AEG
Keine Ahnung ob das ne gute Idee ist, euch da hin zu schicken. Etwa 70 Aussteller stellen laut Info „alles“ vor, was für einen gesunden, veganen Stil von Vorteil sein könnte. Dazu Fachvorträge, Bühnenshow, Kinderprogramm. Am Ende siegt zumindest bei uns die Neugierde, Trends soll man ja überprüfen. Wir sind gespannt… und vielleicht gibt´s nächste Woche nen kleinen Nachbericht.

Bedroomdisco #15 – We are Strangers ⇨ Montag, 27. März ⇨ 20:00 Uhr ⇨ geheim
Wer schon mal bei einem Bedroomdisco Konzert war, der wird wissen was das für eine tolle Atmosphäre ist, einfach nur Musik in einer fremden Wohnung, oder einer Schreinerei, oder einer Werbeagentur anhören. Allen anderen sei empfohlen doch mal an sowas teilzunehmen. Am Montag ist es wieder so weit und wie immer ist der genaue Ort noch geheim. Also schnell eine E-Mail an wohnzimmer@bedroomdisco.de schicken und hoffen, dass ihr zum erlauchten Kreis der Teilnehmer gehört. Dieses Mal gibts mit We were strangers tolle Musik aus Manchester auf die Ohren.

Akua Naru ⇨ Dienstag, 28. März ⇨ 20:00 Uhr ⇨ Hirsch
Die „First Lady of global Hip Hop“ kommt nach Nürnberg und wird den Hirsch definitiv zum Beben bringen. Ich hatte schon die Freude Akua Naru und ihren conscious Rap live zu sehen und kann sie Euch allen wirklich nur ans Herz legen. Unglaublich viel Power und verdammt gute Musik!

Das Lesen der Anderen ⇨ Dienstag, 28. März ⇨ 20:00 Uhr ⇨ Kofferfabrik
Die wohl anarchistischste Lesebühne der Region macht in der Kofferfabrik Halt und wird auch hier die Zwerchfelle zum beben bringen. Liedermacher und Cartoonist Gymmick, der Schwabacher Poetry Slammer und Literat Thomas Schmidt, die Poetry Slam Allzweckwaffe Michl Jakob und Poetry Slammer Peter Parkster, der es mit seinem Slam-Stil sogar schon ins aktuelle Sportstudio geschafft hat, treffen sich in Fürth und lesen Texte vor. Klingt erst mal langweilig, ist aber unglaublich lustig und lässt euch mit nem breiten Grinsen zurück.

Habt Spaß und stellt nix an. Bis nächste Woche!

// Text: guesswhoisbad, Jens Riedel, Simon Strauss //

live

Geburtstags-Interview: LA-BOUM

20 Jahre LA-BOUM! Das wird gefeiert und zwar am Freitag, den 12. September im Nürnberger Hirsch. Die Indie-Polka-Ska-Band hat sich zur großen Jubiläumsparty Gäste, Ehrengäste und Wegbegleiter der vergangenen 20 Jahre eingeladen und verrät im exklusiven Vorab-Interview mit HDIYL auch sonst noch so einiges:

Wie würdet ihr euch in maximal fünf Sätzen vorstellen?
Wir sind die Band LA-BOUM aus Nürnberg. Uns gibt es seit 1994 und wir haben bereits von Kleinkunstbühnen bis zu Festivals mit 20.000 Besuchern alles gespielt. Unseren charakteristischen Sound haben wir bei zahlreichen Straßenmusiktouren auf heißen und staubigen Straßen in Europas Metropolen gefunden und vieles vom Leben auf den Boulevards und in den Gassen mit aufgesogen. Unsere Musik erzählt von diesen Reisen. Sie enthält Einflüsse von Folk, Ska, Polka, Gypsy und Rockabilly neben süd- und osteuropäischen Akzenten.

Was sind eure schönsten Erlebnisse der letzten 20 Jahre gewesen?
Die Straßenmusiktouren in Ungarn, Spanien und Italien. Du bist in einem Land, wo du nicht mal richtig die Sprache verstehst, aber die Leute dort feiern deine Musik und du lernst coole Leute kennen. Und so ein Konzert auf einer Dachterrasse über den Dächern von Barcelona ist schon gigantisch …

In Ungarn haben wir mal auf einer Brücke über der Donau für Hut-Geld gespielt, da kam eine Familie mit einer älteren Dame im Rollstuhl hinzu. Irgendwann ist sie dann aufgestanden und hat vorsichtig zu unserer Musik getanzt. Auf dem Sziget-Festival ist Nachts in einem Teil-Areal der Strom ausgefallen, nur wir konnten weiterspielen, die Zuschauer haben alle Feuerzeuge und sonstige Licht-Utensilien gezückt, das war auch ein wunderschöner magischer Moment.

Was war euer persönliches Worst Case-Szenario?
Haui: Oh, da gab es auch schon mehrere: Ein Veranstalter buchte uns auf eine Kirchweih-Bühne mit 100 Watt-Mini Anlage. Dabei mussten wir im Wechsel gegen eine TOP40-Kärwa-Coverband auf benachbarter Bühne mit fetter P.A. ankämpfen. Lautstärketechnisch ein Horror.

Oder: Die Polizei in Barcelona beschlagnahmte unser Schlagzeug für fünf Tage wegen unerlaubten Spielens mit Drumset. Unser Schlagzeuger spielte daraufhin alle weiteren Konzerte nur mit einer Rassel in der Hand.

Chris: Der Rekordsommer 2003. 40°C im überbelegten Hotel in Florenz. Wir schliefen zu viert im Doppelzimmer. Ein Klo für 30 Leute im Hotel und dann wurde wegen Knappheit in der Stadt das Wasser abgedreht …

Butz: Fürther Kirchweih auf irgendeiner Rampe, bröslige Bratwürste und schlechtes Bier, fiese Alkoholiker, und ständiger Stromausfall, weil ein Kabel in einer Pfütze lag, zum Abschluss eine Schlägerei von Rechten im Publikum. Die Rampen Location wird heute nicht mehr bespielt, zum Glück, schlechtes Karma.

Was ist am Freitag anders als sonst?
Haui: Wir veranstalten ein großes Festival. Unsere befreundeten Bands Vladiwoodstok, Gymmick, Deine Mutter und Sturm&Drang werden mit dabei sein.

Bei unserem Auftritt wird es außerdem viele Gastmusiker geben. Also Bandmitglieder aus früheren Jahren und Freunde. Außerdem werden wir bei ein paar Songs unsere akustischen Instrumente gegen E-Gitarre, Keyboard & Co. eintauschen und so richtig losrocken. Indie-Alternative vom Besten

Butz: Alles, wir spielen fast nur schnelle Lieder und geben Vollgas, nicht nur so halbherziges Gedudel. Anstelle von Ska-Indie-Polka spielen wir Indie-Polka-Ska, und machen zur Abwechslung gut verständliche und intelligente Ansagen.

La-Boum in 20 Jahren, was können wir erwarten?
Haui: Eine Alt-Herren-Band der Extraklasse.

Chris: Fünf neue Alben, zwei Burnouts und eine Leberzirrhose.

Butz: In 20 Jahren schaffen wir den Durchbruch dank eines Wim Wenders-Films über die fränkischen Vorreiter der Musik die keinen Namen hat, dem sogenannten nick nack.

Plant ihr schon euer Best-of-Album?
Haui: Nö, wir werden höchstens mal eine Live-DVD produzieren oder ein ganz altes vergriffenes Album neu einspielen. Ansonsten machen wir lieber neue Songs als ein Best-of auf den Markt zu werfen. In der heutigen digitalen Zeit stellt sich doch jeder Fan sein eigenes Best-of-Album selber zusammen.

Butz: Könnte mich schon mit einem Best-of-Vinyl-Tonträger anfreunden, aber dann eine bunte Doppel LP … Wir können also gespannt sein, was einen am Freitag alles erwarten wird. Sicher ist, dass der Abend grandios werden wird.

/ Interview: Matilda Pfeil
Fotos: Bandfreigabe /

www.la-boum.de
www.facebook.com/laboum.band

live
Foto: Uwe Niklas 2013

Streifzug übers Bardentreffen

Wir sind ja Kummer gewohnt. Bardentreffen ohne mindestens einmal Regen – gab’s das überhaupt in den letzten fast 40 Jahren mal? Aber dass es ein Umsonst-und-draußen-Festival kurzzeitig derart zerhaut, das haben wir noch nicht oft erlebt.

Dabei fing alles so prima an. Freitagabend, bestes Bardenwetter. Schön trocken, warm, aber nicht zu heiß. Bereits am späten Nachmittag Schlangenlinienlauf zwischen Insel Schütt und Hauptmarkt: Die Straßenmusiker, die, die dem Bardentreffen zu seinem ganz speziellen Charme zwischen Neugierde, freudiger Überraschung und beschämt-eiligem Weitergehen verhelfen, hatten sich ihre Plätze bereits gesichert. Dixie neben Querflöte, Krawallgitarre neben Damenchor, Profis am Akkordeon neben ersten Gehversuchen an der Trompete, und die Mama sitzt daneben und blättert die Noten um. Das ist es, was wir mögen und weswegen wir so gern da durchschlendern: Jeder, und zwar wirklich jeder darf.

Wie gut das ankommt, bemisst sich zumeist recht einfach an der Größe der die Kunst umgebenden Menschentraube. Während Bardentreffen-Opa Pippo Pollina, italienischer Liedermacher und seit 1986 zum vierten Mal dabei, um 19 Uhr den Auftakt auf dem Hauptmarkt gibt, ist das Gesamtgewusel außenrum längst groß. Und drunter, drüber, mittendrin noch die acht Hauptbühnen, die von früh bis spät ganztags bespielt werden. Da muss man sich entweder vorher einen generalstabsmäßigen Plan machen, oder – nicht. Nicht! Weiß man eh nicht, was so passiert, und selbst wenn man im Schweinsgalopp von A nach B zu sausen versucht, versperrt einem entweder ein Publikumsbatzen den Weg oder man stolpert über die besteschönstesuperste Neuentdeckung.

„Krieg und Frieden“ war das Motto des 39. Bardentreffens, und weil’s zumal von ersterem grade leider viel zu viel gibt auf der Welt, war man gespannt auf Noa, Israels nicht nur bekannteste Liedermacherin sondern auch Verfechterin des Friedensprozesses in ihrer Heimat und Kämpferin für eine gerechtere Welt. Die sprach dann auch gleich klare Worte von Tragödien und Hoffnung und stupst die Nürnberger an: Weil’s noch gar nicht so lange her ist, dass der Hauptmarkt recht anders aussah und auf ihm ganz andere Menschen standen. Undenkbar damals: eine Israelin, die auf der Bühne steht und singt. „But here we are! Shalom!“

Dezimierte Rockin‘ Lafayettes, entspannter Welt-Jazz von Carmen Souza in St. Katharina, draußen Gymmick unplugged machtlos gegen die Verstärker der anderen, derweil der Schutzzauber vor My New Zoo ganz simpel lautet: schnell weg hier! Oder so laut unterhalten, dass die Hintergrundbeschallung nicht weiter unangenehm auffällt … Die Nacht nimmt so ihren Lauf irgendwo zwischen Bardendisko und Spontan-Sit-In, und dann sah’s am Samstag erst so toll aus, und urplötzlich herrscht neben all dem Frieden zwar gottlob kein Krieg, aber ein gewaltiger Kampf: Natur gegen Technik, Barden gegen Stromausfall, Besucher gegen Jahrhundertregen. Sah aus Couch-Perspektive schon nicht so schön aus, wurde von Facebook und Twitter gefüttert und hernach im Gespräch bestätigt. Schöne Scheiße. Und schön frisch, auf einmal.

Herzerwärmend dafür das Konzert der Nürnberger Your Careless Spark auf der MUZ Bühne am Lorenzer Platz, das lieber einfach mal gar nicht hätte aufhören sollen. Musste es aber, Zugabe machen wir nicht so beim Bardentreffen. Zu Salsa und Cuba der Soneros de Verdad auf dem Hauptmarkt gab’s dann Bratwurst und Bier, damit das nicht zu südländisch wird alles, bevor die Samstagnacht tut, was sie tun muss.

Und weil man da weitermachen soll, wo man aufgehört hat, wird nach einer angemessenen Rekonvaleszensphase tags darauf am Sonntagabend flugs vom Lorenzer Platz zum Hauptmarkt geschlendert, zu Tuareg-Musik von Tamikrest und Sonnenschein, weiter zu einer sehr angenehm-entspannten Yasmine Hamdan auf der Insel Schütt, um anschließend über El Mago Masin zu stolpern, dem man einfach nicht auskommt beim Bardentreffen (das aber auch nicht will), vergeblich nach Essen zu suchen, weil so gegen 20 Uhr schon beinahe jeder Stand leergefressen und / oder abgebaut ist, schleunigst den Lorenzer Platz und die dortige fränkisch-musikalische Grenzerfahrung wieder zu verlassen und zurück zur Insel Schütt zu pilgern, weil „dass da die letzte Gruppe am Sonntagabend eine Bank ist, da kannste dich eigentlich drauf verlassen.“ Und, juhu, wieder Recht behalten: Das Dubioza Kolektiv hat gelbe Trikots, lustige Frisuren, offensichtlich einen Dachschaden und noch offensichtlicher derart viel Energie, dass auch der letzte festivalgeplagte Leib unweigerlich mitzappeln muss beim Mitreiß-Mix aus Rock, Reggae, Dub, Punk, Polka, Konfetti und Purzelbaum. Zwei verwunderte Stunden später war’s das dann. Endlich. Heim, Ruhe, schlafen, bitte keine Überraschungen mehr! Und vor dem Koma aber noch schnell das Datum fürs nächste Mal nachschlagen …

/ Text: Katharina Wasmeier. Titelfoto: Uwe Niklas /

www.bardentreffen.de

Hier noch einige Kommentare, Bilder und Videos der in diesem Artikel erwähnten Künstler, die via Facebook gepostet und von uns für Euch entdeckt wurden:

NOA
„last night we had a great concert in Nuremberg Germany, a city which not too long ago was a symbol of the Nazi regime. 15 thousand people gathered there to hear and Israeli singer!! if that is possible, anything is possible. i suggest we stop with the „them and them and us and us“. the self righteousness and absolute truths have only brought devastation upon our people and on all humanity throughout history. better to start talking, and to start NOW, with whomever is willing to do so.“
( www.facebook.com/AchinoamNini)

CARMEN SOUZA
„Yesterday concert in Nuremberg was Great!!! Amazing crowd!!! LOVED to play with this great musicians and persons on stage Theo Pascal Elias Kacomanolis Benjamin Burrell and special guest first time on stage with the band Zoe Pascal…“
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(www.facebook.com/carmensouzaofficial)

YOUR CARELESS SPARK
„Bardentreffen, das war großartig!!! Vielen vielen Dank an alle die da waren, an den unermüdlichen Andreas Basner von Lokale Leidenschaften, an den Mischer Alex, an Linda und Franzi, an die krankheitsverhinderten Doro und Flo, an die MUZ-Bühnen-Crew und an Andreas Friedrich für das Video! …“

Your Careless Spark – Bardentreffen 2014 – Underwater from Andreas Friedrich on Vimeo.

(www.facebook.com/yourcarelessspark)

SONEROS DE VERDAD
„Gracias Nürnberg!“

(www.facebook.com/sonerosdeverdad)

DUBIOZA KOLEKTIV
„… Thanx people!“
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(www.facebook.com/dubioza)