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Gefragt: BETAMENSCH

BETAMENSCH, das ist der neue heiße Scheiß in der Nürnberger Alternative-Rock-Szene.

In der Bandbeschreibung heißt es so schön: „Der BETAMENSCH ist ein Aufschieber, ein Drückeberger, ein Schauspieler und ein zynischer Egomane. Einer, mit dem sich niemand gerne identifiziert.
Und trotzdem: Der Inbegriff des Menschseins.“
Als chronischer Aufschieber und Drückeberger musste ich Miguel, Nick und Johannes natürlich interviewen.

Beim diesjährigen Nürnberg.Pop Festival fanden sie nach ihrem Auftritt auf der BY-on Stage in der Kulturkellerei zum Glück noch die Zeit um sich kurz mit mir über Musik, das Internet und verrückte Musiktipps zu unterhalten.

HDIYL: Über euch findet man sehr wenig im Internet, außer ein paar Livevideos mit zweifelhaftem Sound, ist das so gewollt, oder kommt da noch mehr?

BETAMENSCH:
Johannes: Natürlich kommt mehr, aber wir wollen da nicht vorschnell irgendwas veröffentlichen, sondern das muss dann so sein, dass wir alle voll dahinterstehen und es geil finden. Es gibt zwar schon Aufnahmen, aber die sind aktuell noch nicht veröffentlicht.
Miguel: Wir gehen Anfang Dezember nochmal ins Studio und da wird es passieren.
Nick: Wir gehen davon aus, dass im nächsten Frühjahr richtige Sachen veröffentlicht werden.

HDIYL: Als Nürnberger wart ihr ja bestimmt schon mal als Gast auf dem Nürnberg.Pop, wie hat es euch damals gefallen?

BETAMENSCH:
Miguel: Ich muss gestehen, ich war noch nicht hier.
Johannes: Ich bin gar kein Nürnberger.
Nick: Frag mich nicht, welche Bands ich angeschaut hab, aber ich finds allgemein schön, wenns in Nürnberg wieder mal musikalisch irgendwas gibt. Hier gibt’s nicht viel, hier wird auch nicht viel angeboten, was Kultur betrifft. Was Rockmusik und Popmusik angeht, da haben wir einfach nicht viel. Es gibt halt im Hirsch ab und zu mal was. Deswegen ist es schon geil zu sehen, dass sich so viele Leute noch für Musik interessieren. Vor allem für Livemusik. Wenn du hier durch die Straßen ziehst und in Clubs gehst, da geht immer was, aber immer weniger Leute interessieren sich für Livemusik und das ist schon schön zu sehen, dass die Straßen hier voll sind.
Miguel: Ich mein, ausverkauft ist schon ne Ansage. Das ist cool für das Nürnberg.Pop und alle, die beteiligt sind.

HDIYL: Welchen eurer Songs würdet ihr wählen, um jemand auf einen Schlag für euch zu begeistern?

BETAMENSCH:
Miguel: Schwierig, wir haben heute die Hälfte alte und die Hälfte neue Songs gespielt und gerade ist eh, weil wir so kurz vorm Studio sind, so ne Umbruchphase, dass ich schwer fassen kann, welcher Song uns gerade so fasst. Kennt eh keiner die Songs, weil noch keiner releast ist. Also kann ich sagen, was ich will.
Nick: Aber in nem Jahr wird jeder nachblättern bei Google, was hat der Miguel damals gesagt.
Miguel: Okay, ich nehm „Alles beginnt“.
Nick: Ich bin eigentlich ein Fan von „von Liebe“, weil „von Liebe“ ein Song ist, der in eine komplett andere Richtung geht, zu dem, was wir bisher gemacht haben. Wir sind ja gerade in so einer Soundfindungsphase. „Von Liebe“ war der erste Song, bei dem ich gedacht habe, „Boah, krass, geil!“ Und Bass ist da sehr präsent in dem Song und ich als Bassist bin immer Fan, wenn ich mal etwas mehr zu melden habe in nem Song.
Johannes: Es ist auf jeden Fall kein Standardrocksong vom Arrangement her, den finde ich auch super.

HDIYL: Social-Media, Fluch oder Segen?

BETAMENSCH:
Miguel: Kommt drauf an, eigentlich in der heutigen Zeit für jede Band ein Muss. Es kommt natürlich drauf an, welcher Act und welches Genre du benutzt. Elektro wäre eher Soundcloud, für Hipster, Indie und Pop auf jeden Fall Instagram und Facebook quasi sowieso für jeden. Es gibt zwar hier und da welche, die passen mehr für Youtube.
Nick: Ich würde es mal so sagen, gerade in der Anfangszeit ist für ne Band Social-Media extrem wichtig. Weil du mit null Kosten Aufsehen erregen kannst, wenn du es clever anstellst. Was ich nicht so gerne am Internet mag, es gibt halt einfach keinen Filter. Jeder kann reinstellen, was er will. Es ist halt schwierig noch rauszufinden, wer ist gut, was gefällt mir. Und inzwischen hat ja auch jeder ne Band. Es wird echt schwierig, da noch neue Bands zu finden und den Durchblick zu bewahren.

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HDIYL: Was sind eure musikalischen guilty pleasures?

BETAMENSCH:
Miguel: Wir hören HipHop, wir hören Pop, wir hören Indie…
Nick: Ich hör am meisten Pop von uns wahrscheinlich. Ich bin dann schon so auf Taylor Swift, oder erwisch mich dabei, wie ich ein Apple-Konzert von One Direction ansehe, um zu sehen, warum der Hype so groß ist. Um dann festzustellen, dass es gute Musiker sind. Aber ich bin zu alt dafür. Ich mag HipHop, The Weeknd, Kendrick Lamar. Du bist dann eher in die härtere Gitarrenmusik, oder?
Miguel: Früher war ichs noch mehr, aber jetzt eher so die Klassiker.
Nick: Is was peinliches dabei?
Miguel: Nö, ab und zu hör ich mal wieder System an, die Klassiker halt. Aber auch viel Neues, vor allem in die progressive Richtung. Coheed and Cambria…
Nick: Guilty pleasures, guilty pleasures!! Irgendwas peinliches, Manowar? Du hörst doch auch so asiatisches Zeug.
Miguel: Ich hör auch viel so japanisches Zeug. Aber mit denen können die gar nix anfangen. Aber ich find das voll geil. Weil die voll abgedrehtes Zeug spielen. Ich verstehs nicht mal, aber es ist halt einfach freaky. Japan Rock, fett!

HDIYL: Was ist euer Geheimtipp? Was muss man gehört haben, was eigentlich keiner hört?

BETAMENSCH:
Nick: Ich finde immer noch, es gibt so viele Bands von früher, die ein bisschen untergegangen sind. Wenn ich mich an meine Skatezeit erinnere, MXPX und solche Geschichten. Ich finde zu wenige Menschen kennen noch die guten alten Bands wie NOFX, Mad Caddies.
Miguel: NOFX wollten uns für den Support haben, aber unser Schlagzeuger konnte nicht und dann mussten wir dem Booker absagen. Also NOFX, hallo, geht’s noch?
Nick: Ich würde als Geheimtipp weniger neue Newcomerbands nennen, sondern einfach, Leute vergesst nicht, dass es von früher echt gute Sachen gibt.
Johannes: Ich würde „Manual Kant“ sagen. Das ist eine Münchner Band. Supergeile Texte, geiler Style. Die scheißen halt nur leider auf alles. Hauen einfach mal ein Album raus ohne Vorankündigung, zum freien Download. Kümmern sich null um Social-Media, spielen kaum Gigs, aber trotzdem geiler Scheiß.
Miguel: Japan Rock, Cinema Staff, hörts euch an, geiler Scheiß.


HDIYL: Um sich auf euren Bandnamen zu beziehen: Betas im Leben, Alphas auf der Bühne?

BETAMENSCH:
Nick: Ich glaub, man selbst ist immer kritischer auf der Bühne, aber ich kann es gar nicht beurteilen, wie wir live sind.
Miguel: Wir brennen fürs Livespielen auf jeden Fall. Im Leben, ja, mit den alltäglichen Herausforderungen zu kämpfen, wie jeder andere. Dem Alltag zu entfliehen.
Nick: Wir haben alle unsere Probleme und auf der Bühne hast du die Möglichkeit, wirklich abzuschalten und nicht dran zu denken.
Miguel: Einfach alles mal rauszulassen…

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/ Text: Simon Strauß / Bild: Pressefreigabe /