Wanda

Gefragt: Wanda

Dank der Cousine, mit der Marco Michael Wanda schlafen will, sich aber nicht traut, wurden sie bekannt: Wanda – mit die schönste Entdeckung aus Österreich. Ich traf zwei von ihnen zum Interview und weiß jetzt, was hinter diesem Hüftschwung von Marco steckt. Oder sollte ich besser sagen – wer? Ein interessantes Gespräch über eine Zuhälterin, Helene Fischer und die Musik – eben ganz normale Themen auf einem Festival.

HDIYL: Im März hat Marco in einem Interview erzählt, dass die Situation zu dem Zeitpunkt sehr abstrakt war. Wanda war überall im Gespräch und ihr wusstet auch nicht immer, in welcher Stadt ihr gerade seid oder morgen spielen werdet. Es war alles austauschbar. Hat sich etwas getan seitdem?

Ray: Es ist genau so jetzt und ich denke nicht, dass es sich in den nächsten sechs oder sieben Jahren ändern wird. Wir spielen momentan überall und wissen mittlerweile auch nicht, welche Städte in den nächsten Wochen anstehen. Wir lassen uns einfach überraschen. Wir haben viel zu tun und darüber sind wir sehr froh.

HDIYL: Ihr habt gerade euer zweites Album „Bussi“ angekündigt. Worauf darf man gespannt sein?

Lukas: Auf sehr viel! Es unterscheidet sich von „Amore“ nur dadurch, dass es tiefgehender ist. Man kann sich auf einige Hits und sehr viel schönes Material freuen. Mir gefällt die zweite Platte sehr gut.

HDIYL: Besser oder anders gut als die erste?

Lukas: Für mich persönlich kann ich gar nicht besser oder anders sagen. Sie bedeutet mir sehr viel, weil wir, während wir die Platte aufgenommen und entwickelt haben, auf Tour waren und immer beisammen. Das ist ein ganz anderes Gefühl.

Ray: Es sind auch ein paar Nummern drauf, in die ich mich verliebt habe. Aber Amore habe ich auch sehr gern. Amore ist immer noch ein liebevolles, wunderbares, super tolles, geiles Album.

HDIYL: Es hat euch auch dahin gebracht, wo ihr jetzt seid. Würde es Amore nicht geben, wüsste man ja gar nicht, wo Wanda jetzt stehen würde. Habt ihr während des Albumprozesses überlegt, wohin es mit der zweiten Platte gehen soll? Wolltet ihr an den Erfolg anknüpfen oder ihn sogar toppen?

Ray: Wir sind Musiker, wir haben keine Ansprüche bzw. wir haben unsere Ansprüche, die wir niederschreiben. Es gab keine Strategie, wie wir Amore toppen könnten. Wir haben unsere Lieder einfach genauso weitergeschrieben, wie wir es bei Amore gemacht haben, und es wird wahrscheinlich bei den zukünftigen Alben auch so sein.

HDIYL: Dem Erfolgsrezept unbewusst treu bleiben.

Ray: Ja, sich selbst treu bleiben.

Lukas: Ich glaube, sobald man etwas wirklich will, hört man das auch.

HDIYL: Das stimmt. Eure Musik wird öfter mal mit Schlager verglichen. Stimmt ihr dem zu?

Lukas: Die Musik ist natürlich von vielen Richtungen beeinflusst. Es gibt ein paar italienische Schlager oder Lieder, die einen Einfluss auf uns hatten. Bewusst machen wir es aber nicht.

Ray: Zum Beispiel Bologna ist entstanden, als wir Mozart und Nirvana gehört haben. Wir haben uns nicht von einem Schlager inspirieren lassen.

HDIYL: In Deutschland ist Helene Fischer unsere Schlagerqueen, das ist für euch keine Inspiration, oder?

Lukas: Das ist eine sehr schöne und erfolgreiche Frau, die große Konzerte spielt, aber sie hat weniger mit Wanda zu tun. Wir würden uns freuen, sie mal kennenzulernen.

Ray: Also ich mag sie schon sehr gerne. Sie ist eine ganz sympathische, junge und talentierte Dame. Sie erreicht wirklich viele Leute. Hoffentlich lernen wir sie mal kennen.

HDIYL: Na vielleicht seid ihr irgendwann mal ihre Supportband. Wanda auf Große-Stadien-Tour mit Helene Fischer.

Lukas: Auf großer Schlagertour.

Ray: Heute bin ich schon neben der Kylie Minogue gelaufen und wurde dann von den Securitys weggedrängt, weil ich nicht einen Meter näher kommen durfte. Aber sie ist eine ganz liebe Frau, was ich von ihrer Körpersprache ablesen konnte.

HDIYL: Das bestimmt! Ich komme aus Bayern und habe mit Österreich nicht viel am Hut. Deshalb frage ich mich, was ist dieser „Wiener Schmäh“? Ich kann mir darunter nicht so viel vorstellen und dachte mir, das lass ich mir mal von zwei Wienern erklären, wenn ich schon die Möglichkeit habe.

Ray: Wiener Schmäh ist, dass wir die Wörter länger ziehen und einen gewissen Schmäh haben. Den wir jetzt im Interview nicht so raus lassen.

Lukas: Ich glaube, ein Aspekt des Wiener Schmähs ist auch eine gewisse morbide Seite in Gesprächen. Dass man den Tod als einen Freund betrachtet. Den schwarzen Humor einbaut. Das ist ein Teil des Wiener Schmähs. Wir wissen es selber nicht genau und es kommt in den Liedern so rüber, dass es in Deutschland als Wiener Schmäh angesehen wird.

Ray: In Interviews sind wir halt wir und reden wienerisch. Das kommt anscheinend ganz sympathisch rüber.

HDIYL: Euer Frontmann, ist er euer Namensgeber? Würde ja ein wenig auf der Hand liegen.

Ray: Wir haben uns eigentlich nach einer bekannten Wiener Zuhälterin, Wanda Kuchwalek, aus den 70er Jahren benannt. Ich könnte jetzt eine Stunde über sie erzählen. Sie war eine starke, imponierende Frau.

Lukas: Sie ist ins Gefängnis gekommen, weil sie einen anderen Zuhälter abgestochen hat. Der ihr im Weg stand.

Ray: Sie war ganz groß in dem Milieu.

HDIYL: Also das, was man von außen meinen könnte, nämlich dass Marco der Namensgeber ist und vielleicht das letzte Wort hat, stimmt nicht?

Ray: Wir sind eine Band und entscheiden alles gemeinsam.

HDIYL: Was ist euer musikalischer Tipp aus Österreich? Mit Bilderbuch und euch schwappte eine Welle von österreichischen Künstlern zu uns rüber. Wäre ganz interessant zu wissen, was ihr so hört.

Ray: Ich bin ein ganz großer Fan von „Nino aus Wien“. Den könnte ich sehr ans Herz legen. Und Reinhard Fendrich ist zwar nicht mehr aktiv, war es aber in den 80er Jahren. Er hat einen sehr guten Schmäh und lustige gute Nummern. Ein super Musiker mit einer guten Stimme. Den könntest du dir mal anhören. Kennst du ihn nicht?

HDIYL: Nee, aber muss ich jetzt mal nachholen! Dann wären wir auch schon bei meiner letzten Frage: Was wollt ihr den Leuten noch mitgeben außer ganz viel Amore?

Lukas: Unsere Lieder definitiv. Freude an unseren Liedern, der Musik, dem Leben. Wir genießen jeden Moment.

Ray: Wir wollen, dass die Leute sich ein wenig vergessen, ihren Alltag, und sich befreien. Den Moment leben.

HDIYL: Das bekommt ihr hin! Vielen Dank für das Interview!

Später steckten mir Lukas und Ray noch das Geheimnis des Hüftschwungs der Band: ein brasilianischer Hüftschwungtanztrainer! Vielleicht hätte ich den Artikel auch einfach „DAS GEHEIMNIS HINTER WANDAS HÜFTSCHWUNG“ nennen sollen.

Ob es wahr ist oder nicht, erfahrt ihr auf einem ihrer Konzerte. Und das gebe ich euch mit, noch ganz beschwingt mit viel Amore, Wanda darf man sich nicht entgehen lassen!

Auf bald, Wanda!

Bussi, Matilda

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// Text: Matilda Pfeil / Bild: Flo Senekowitsch //