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Konzertbericht: All The Luck In The World

Die irische Band All The Luck In The World kennt ihr bestimmt alle. Glaubt ihr nicht? Dann lest mal weiter…

Gestern machten die Jungs einen Stop im club stereo und gleich zwei HDIYL-Schreiber haben sie sich live angehört. Hier unsere Eindrücke:

Matilda: Ich höre mir im Vorfeld selten noch einmal die Lieder der Band an, weil ich mich live lieber überraschen lassen möchte und mir danach noch einmal in Ruhe das Album anhören will. Genauso habe ich das auch hier bei All The Luck In The World gemacht.

Ihr Lied „Never“, das wirklich der perfekte Soundtrack für die „Trivago“-Werbung ist, gefällt mir richtig gut und deshalb war ich gespannt, was die Band so live zu bieten hatte, ob das Konzert eher ruhig werden würde oder doch auch nach vorne geht.

Bevor mir diese Fragen beantwortet wurden, stand erst mal ihre Vorband auf der Bühne. Obwohl „Vorband“ in diesem Kontext nicht ganz passt. Der Sänger der Band The Real Swanlake begleitete All The Luck In The World auf ihrer kleinen Deutschlandtour.

The Real Swan Lake waren mir bis gestern noch völlig unbekannt und deshalb war ich mal gespannt, was die so für Musik machen. Und auch wenn der Rest seiner Band fehlte, war ihr Sänger solo eine sehr gute „Vertretung“. Die Musik war nicht zu langweilig und ruhig und es war eine gute Einstimmung für All The Luck In The World.

André: Zur Vorband, vertreten nur durch den Sänger und seiner Gitarre, kann ich nicht viel sagen, ich war spät dran und habe nur die letzten beiden Songs mitbekommen, klang aber nach einer guten Einstimmung auf die folgende Band. Generell scheint The Real Swan Lake noch ganz am Anfang zu stehen, Facebookseite online seit Anfang September 2014, aktuell 121 Likes, auf Soundcloud zwei hörenswerte Klangbeispiele der irischen Folkpop-Band, sollte man auf dem Radar behalten, mal schauen was uns da noch erwartet.

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Matilda: Dann war es soweit, die drei Jungs von All The Luck In The World plus ihr Schlagzeuger betraten die Bühne. Los ging es mit einem ruhigen Stück. Das erinnerte mich sehr an den Beginn eines Märchens. Ein wenig mystisch, aber auch verspielt und träumerisch. Wer das Albumcover kennt, der hat gleich ein Bild vor Augen für den ersten Titel.

Zwischendrin gab es dann nette Kommentare vom Bassisten – man merkt einfach, dass das alles noch sehr neu für die Jungs ist und wie sehr es ihnen Spaß macht.

Ich hatte die Befürchtung, dass das Konzert nach einer Weile langweilig werden könnte, wenn alle Lieder ruhiger sind und man sich schlecht dazu bewegen kann. Dem war nicht so. Langweilig war es auf keinen Fall, da es manche Lieder gab, die sich live bis zum Ende steigerten. Dazu tanzen ging zwar trotzdem nicht, deshalb war das Stehen dann irgendwie auch anstrengend, aber darüber kann man hinweg sehen.

Mir gefällt die Musik der Band sehr gut! Sie eignet sich perfekt dazu im Hintergrund zu laufen, wenn man an einem regnerischen Tag bequem auf dem Sofa sitzt, noch eine Tasse Tee in der Hand hält und aus dem Fenster schaut. Gut, in der Stadt hat man dann nicht die bomben Aussicht, aber auf dem Land schon eher. Ich glaube, jeder weiß worauf ich hinaus will.

Wem „Never“ gefällt, sich aber noch nicht das komplette Album angehört hat, der begeht einen Fehler, denn die Jungs haben mehr zu bieten.

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André: All the Luck in the World, eine Band unter dem vielversprechenden HaldernPop-Label, mir bis dato unbekannt, aber durch die allseits präsente Werbung war der Song „Never“ bereits unbewusst ins Ohr gedrungen und hatte sich unweigerlich mit Urlaubsfeeling verknüpft: leicht, beschwingt, zum unbekümmert mitsummen.

Dass dahinter die Geschichte einer zerbrochenen Liebe steckt, merkt man erst wenn man sich wirklich mal auf den Text („But I wish I never knew you, wish I never asked your name“) besinnt, dennoch ein wundervoller Titel.

Wenn Bands durch Werbung in den Mainstream rutschen, merkt man das meist auch, wenn man sich vor der Bühne umschaut: vergleichsweise viel los für ein Montags-Konzert im Club Stereo, darunter scheinbar auch ein paar jüngere (weibliche) Besucher in Begleitung eines Elternteils, die ein Besuch der Band in Nürnberg keinesfalls verpassen wollen.

Die Liveperformance des im Januar 2014 erschienenen Albums „All the Luck in the World“ konnte sich hören lassen. Sehr charakteristisch ist, dass die Lieder betont ruhig beginnen, dann etwas an Druck und Tempo gewinnen, um am Ende wieder ruhig zu enden. Die Musik regt dazu an, mit Fuß oder Kopf im Takt mitzuwippen, ist aber eher nix fürs Tanzbein. Die Zwischenansagen der Band waren nur in den ersten Reihen verständlich, da dies im Vergleich zum Gesang doch eher leise über die Boxen ging. Der Sound dagegen war (scheinbar) bewusst etwas basslastig abgestimmt, für meinen Geschmack hätte das nicht sein müssen, aber wenn es der Wunsch der Band ist, meinetwegen.

Fazit: Es gibt so manches One-Hit-Wonder, aber was All the Luck in the World neben ihrer mittlerweile 1,7 Millionen Mal geklickten Single „Never“ abliefern kann sich hören lassen. Wer die Band auf den Werbehit reduziert ist selbst schuld, bei mir wird das Album noch das ein oder andere Mal seine Runden im Player drehen.

https://www.facebook.com/thereallyrealswanlake
https://www.facebook.com/alltheluckintheworld


/ Text: Matilda Pfeil /
/ Text & Bilder: André Prager / Addicted to Concerts NBG