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Konzertbericht: Egotronic

Egotronic – C’est moi!

Die große Frage die sich vor dem Egotronic-Konzert im Club Stereo stellte, war wohl „Kann eine Elektro-Punk Band auch richtig Punk?“. Um die Antwort vorweg zu nehmen, sie kann – und wie!

Man nehme einen ausverkauften Club, eine Band mit richtig Bock und ein bunt gemischtes Publikum mit unendlich guter Stimmung, garniere das mit einer guten Handvoll Moshpit, schmeiße alles in einen Mixer und fertig ist der perfekte Konzert-Smoothie.
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In meiner über 15 jährigen Konzertgänger-Karriere habe ich selten einen so perfekten Abend erlebt. Es passte einfach alles.

Egotronic brachten alle Songs so rüber, als hätte es sie nie in einer Elektroversion gegeben. Auch wenn Torsun im Eifer des Gefechts „Glücksversprechen“ gleich zweimal nacheinander spielen wollte, tat das dem Spaß auf und vor der Bühne keinen Abbruch. Es hätte auch wahrscheinlich niemanden gestört, wenn es nochmal gespielt worden wäre. Das Publikum, bunt gemischt, vom Yuppie bis zum Punk, hatte sich sowieso schon in einen komplett ekstatischen Feierrausch getanzt.

Zwischendrin wurde noch kurz aufgeklärt, dass Balladen die Welt verändern. Demnach hatten die Scorpions die Sowjetunion im Alleingang zum Zusammenbruch gepfiffen und David Hasselhoff war auf seiner Suche nach Freiheit der einzig wahre Mauerspecht.

Am Ende waren alle, wirklich alle durch geschwitzt, tauschten noch so einige gegenseitige Sympathiebekundungen, auch was Tag, Ort, Stelle, Raumtemperatur und den Moment des Augenblicks anbelangte, und entließen sich mit der gefühlten festen Vereinbarung, dass das nicht das letzte Mal war.

Was bleibt nach diesem Abend? Pures Glück weil man dabei war und auch ein bisschen Trauer, weil man so schnell wahrscheinlich nicht mehr so ein geiles Konzert erleben wird. Oder vielleicht doch? Egotronic. Bitte ja!

Egotronic – Das bin ich, das bist du, das sind wir alle!

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/ Text und Bilder: Simon Strauß /