Konzertbericht: Gloria

Der neongelbe Hühnertod…

Dritter Tag, drittes Konzert.
Um mich vom Kettcar-Konzert etwas zu erholen und den Konzertmarathon langsam ausklingen zu lassen, war in meinen Augen Gloria die richtige Wahl. Der ruhige Indiepop von Pro Sieben Allzweckwaffe Klaas Heufer-Umlauf und Wir sind Helden Mastermind Mark Tavassol sollte hierfür perfekt sein. Sollte…

Denn erstaunlicherweise ging das Konzert dann doch mehr in die Beine als geplant und auch das Zwerchfell wurde durch die humorvollen Ansagen durchaus strapaziert. Egal ob Klaas und Mark über den Namen „Hühnertod“ für ein Erlanger Restaurant diskutierten und sich fragten, ob es denn auch Rindertod und Kartoffeltod gibt, oder die Klamottenwahl des jungen Mannes in der ersten Reihe mit dem neongelben Shirt in Frage stellten. Stets schlagfertig und gut gelaunt. Ab und an noch ein paar Spitzen in Richtung der Vorband „Emma6″ geschickt, da diese bei ihrem Auftritt vollmundig angekündigt hatten, dass bei ihnen alle Merchandise-Artikel günstiger als bei Gloria seien.
Das Publikum war auf jeden Fall bestens unterhalten.

Es war nicht nur bestens unterhalten, sondern auch stellenweise sehr sehr jung. Die erste Reihe hätte man, bis auf den älteren Herren mit frappierender Ähnlichkeit zum Comicbuchverkäufer der Simpsons (vermutlich ein Erziehungsberechtigter), genauso auch auf jedem Pausenhof der Umgebung beim heimlichen Rauchen sehen können.
Wenn sie nur mal in der Schule so fleißig auswendig lernen würden, wie bei den Songtexten. Denn textsicher waren sie. Egal, ob neuer oder älterer Song, es wurde fleißig mitgesungen. Leider waren auch wieder ein paar Tratschtanten im Publikum, die vor allem bei der Vorband so laut quatschten, dass man die Band kaum verstand. Dies gepaart mit der Stimme einer Ente im Stimmbruch und meine Stimmung ging zielstrebig Richtung Keller. Zum Glück hielt die junge Dame dann bei Gloria den Schnabel.

Aber das ist jetzt schon Jammern auf hohem Niveau. Gloria lieferten eine absolut solide und gefällige Show ab und bewiesen erneut, dass Klaas eben mehr ist, als der Typ aus dem Fernsehen, der mit Joko und Olli Schulz Pimmelwitze reißt. Wenn er jetzt beim Singen den Mund noch ein bisschen weiter aufmachen würde, dann wäre alles perfekt.

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/ Text und Bilder: Simon Strauß /