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Konzertbericht: KARIES & Turbostaat

Vergangenen Dienstag spielten Turbostaat im KunstKulturQuartier/K4 Festsaal. Wir waren vor Ort:

Dienstagabend. Es wurde Zeit für das erste Konzert der Woche, diesmal veranstaltet vom Musikverein im Künstlerhaus/K4 in Kooperation mit dem E-Werk Erlangen. Das Ticket hatte ich mir bereits vor Monaten bestellt, als der Tourstop in Nürnberg von Turbostaat angekündigt wurde. Bisher hatte ich die Band noch nicht live gesehen, das 2013 erschienene fünfte Album „Stadt der Angst“ sollte ein guter Anlass sein, das zu ändern.

Doch bevor die Nordlichter die Bühne für sich beanspruchen durften, läutete KARIES den Abend als Vorband ein. Musikalisch ist die junge Band im Sektor Postpunk mit Noise-Einschlägen zu verorten. Mit von der Partie auch Drummer Kevin Kuhn (u.a. DIE NERVEN), der wieder einmal mit sehr viel Enthusiasmus das Schlagzeug bearbeitete und die langen Haaren schwungvoll kreisen ließ – schön wenn man sieht, dass man mit Leib und Seele dabei ist.

KARIES

Der Festsaal im KunstKulturQuartier füllte sich nach und nach, das Publikum stand im Halbkreis vor der Bühne und ließ noch etwas Abstand. Es schien mehr ein gespanntes Warten auf Turbostaat zu sein, wenn man so in die Gesichter blickte. Dennoch ein gelungener Auftakt, das bestätigte der Applaus nach dem halbstündigen Set. Das Debütalbum von Karies „Seid Umschlungen, Millionen“ erschien am 02. Oktober beim Indie-Label The Charming Man Records.

Nach knapp 15 Minuten Umbaupause standen Turbostaat auf der Bühne. Der freie Halbkreis vor der Bühne war verschwunden, stattdessen wurde der Raum sehr schnell von pogo-tanzenden mitsingenden Fans eingenommen, während die Band unter anderem ihr neues Album auf ihrer „Eine Stadt gibt auf“-Tour präsentierte. „Stadt der Angst“ stellt dabei die Zusammenfassung der thematisch zumeist auf Angst und Geld basierenden Texte dar. Neben den wohldurchdachten Texten gibt es eingängige Melodien zwischen melancholischem Punk und Indierock. Dass die fünf Jungs seit 15 Jahren auf der Bühne zu Hause sind, spiegelt sich im buntgemischten Altersdurchschnitt des Publikums wieder. Die Stimmung unter den geschätzt 350+ Gästen (es war noch etwas Luft im Festsaal) war bestens, egal wo man sich im Publikum befand, und auch Turbostaat stellte fest, dass sich der Tag unter diesen Umständen definitiv nicht wie ein Dienstag anfühlte.

Turbostaat1

Das letzte Lied war vorüber, doch die Leuten wollten mehr und wie es sich gehört, wurde der Wunsch erfüllt und die Band legte nach mit zwei (!) Zugabe-Blöcken. Sowas kommt an, und als schlussendlich die Lichter angingen, konnte man mit dem Nachhall des Konzerts im Ohr zufrieden den Heimweg antreten.

Turbostaat2

P.S.: Das nächste Mal kommen Turbostaat im Rahmen von Rock im Park 2015 in die Stadt.

/ Text & Bilder: André Prager / Addicted to Concerts NBG