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Konzertbericht: William Fitzsimmons

Ein Abend der ganz großen Gefühle

Ich habe selten erlebt, dass ein Konzert mich auf so eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen hat.
Von herzhaftem Lachen über nachdenkliches Lauschen bis hin zur berührenden Melancholie bot William Fitzsimmons ein unglaublich breites Spektrum an Emotionen für sein Publikum.

Dass seine Musik wunderbar nachdenklich ist, ist ja landläufig bekannt. Aber dass er selbst ein grandioser Entertainer ist, wusste ich noch nicht.

Zwischen seinen Songs gab er lustige Anekdoten zum Besten, und auch traurige Hintergrundgeschichten zu seinen Songs schaffte er so zu verpacken, dass einem sogar der Tod der Oma noch ein Schmunzeln entlockte.

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Im Vordergrund standen aber nicht seine Geschichten, sondern die Songs, die aus vielen seiner Anekdoten entstanden. Die von seinen Fans geliebt werden, weil sie unter anderem die Kinder so gut einschlafen lassen und von seiner Mutter gehasst werden, weil sie alle so traurig sind.

In der an ein griechisches Amphitheater erinnernden DESIrena spielte er teils mit Band, teils alleine, nur von seiner Gitarre begleitet. Große Rockstarposen gab es nur, als er sich seine Doppelgitarre umhängte und vor das begeisterte Publikum  trat.

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Mal leise und nur mit Gitarre, mal laut und von Synthesizern begleitet, jedoch immer nachdenklich und mit diesem ihm eigenen Hauch von Melancholie entlockte er dem Nürnberger Publikum wahre Begeisterungsstürme (bis auf die beiden älteren Damen hinter mir, die, nachdem sie eine halbe Stunde gemeckert und gelabert hatten, zum Glück wieder gingen). Da er die Bühne nicht wirklich verlassen konnte, ohne durch die Menge zu müssen, war eine Zugabe selbstverständlich. Zum Abschluss des Abends begaben sich William und seine beiden Mitstreiter in die letzten Reihen, um dort noch ein paar Songs akustisch zum Besten zu geben. Kommentiert wurde dies von ihm süffisant mit „Sucks to be in the first row now, doesn’t it?“ Als jemand aus der dritten Reihe kann ich dies nur bestätigen.

Nachdem schon lange der letzte Song verklungen war, konnte man den sympathischen Pittsburgher noch eine kleine Ewigkeit im Plausch mit den Fans und beim fleißigen Autogramme schreiben beobachten. Ein unglaublich herzlicher Mensch ohne jegliche Starallüren.

Ich weiß schon warum ich den mag!

// Text+Bilder: Simon Strauss //

www.williamfitzsimmons.com

www.desi-nbg.de