sizarr

MABADEMO (November’15)

Wenn ich so alleine vor meinem Notebook sitze, Word schon geöffnet und die Überschrift schon getippt ist, dann warte ich kurz auf eine Eingebung und dann geht das Tippen los. Eine Traumvorstellung, da die Eingebung immer kurz vorm Einschlafen kommt. Voll nervig, weil ich dann wieder hellwach bin. Was auch gerne passiert, ich tippe drauf los und vergesse was ich eigentlich schreiben wollte. Im Hintergrund läuft immer die Musik der Band, über die ich gerade schreiben möchte.

Bloggen kann etwas einsam machen, weil der direkte Kontakt zu den Lesern fehlt. Tag für Tag sitzt man am Schreibtisch und tippt vor sich hin. Wie ein Autor, der zurückgezogen irgendwo an der rauen englischen Küste sitzt und sich seine Geschichten ausdenkt. Ob die sich wohl damit beschäftigen, dass viele Menschen ihre Bücher lesen werden?

Ich mache mir darüber nicht so viele Gedanken. Ehrlich gesagt, ist mir das unangenehm zu wissen, dass es Leute da draußen gibt, die sich meine Artikel durchlesen. Die Reaktionen kann und will ich mir nicht vorstellen. Die Frage „Was hat sie sich bei diesem Artikel gedacht?“ stellt sich mir auch des Öfteren. Nun gut, ein Gedanke war da, definieren kann ich ihn nicht. Selbst bei meinen Freunden ist es mir immer noch fast peinlich. Am Ende ist es aber egal, ob es eine bekannte Person ist oder jemand Fremdes ist, der zu mir sagt, dass er einen Artikel gelesen hat. Ich bedanke mich höflich, lächle nett und wechsle das Thema. So auch damals, als Philipp von Sizarr mir erzählte, er hätte sich die Plattenkritik zu Nurture durchgelesen. Und dann fing das Kopfkino an.

Muss den drei Jungs von Sizarr bestimmt auch so gehen. Wir alle hören uns ihre Lieder an, bilden uns eine Meinung dazu und verbinden mit manchen Liedern vielleicht Erinnerungen. Seit dem Interview muss ich immer daran denken, wenn ich ihre Lieder höre. Ich hab das damals in der Plattenkritik ganz gut beschrieben. Sizarrs Musik packt mich und zieht mich in ihren Bann. Da heißt es für mein Hirn: Sendepause. Eigentlich ein Wunder, dass ich da noch an das Interview denken kann… Es ist diese Coolness, aber gleichzeitig auch das Gefühlvolle an ihrer Musik, das mich jedes Mal staunen lässt.

Damals im April hatte es mir Philipp schon verraten und jetzt ist es offiziell. Die drei verbrachten in Paris, London, New York und Berlin Zeit in den Red Bull Studios und nahmen neue Songs auf. In jeder Stadt arbeiteten sie mit einem anderen Künstler zusammen. Das Resultat kommt am 20.11. auf der „Nurture – Studios Tour EP“ raus. Wer sich live von ihnen überzeugen möchte, könnte ja am 27.11 zum PULS Festival ins E-Werk kommen.

Ich freue mich wie ein Schnitzel auf die neuen Titel und bin mal sehr gespannt, ob mein Hirn dann wieder Sendepause hat oder ob etwas anderes passiert…

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/ Text: Matilda Pfeil / Bild: Stefan Zinsbauer /