Ryan Sheridan & Ronan Nolan

Nachbericht: Ryan Sheridan & Ronan Nolan

Was haben Christoph Waltz, Heath Ledger und Jared Leto gemeinsam? Richtig, sie alle haben in den letzten Jahren einen Oscar für die beste Nebenrolle bekommen. Was das mit einem Konzert von Ryan Sheridan zu tun hat?

Nun ja: Das könnte man herausfinden, ließe man das irische Bühnentalent einen Abend ohne Ronan Nolan bestreiten, um zu schauen, was dann noch übrigbleibt. Zweifelsohne eine Ausnahmestimme mit mitreißenden Songs, mit Melancholie und Herzblut und dramatisch gestreckter Faust. Zweifelsohne ein zackiger Abend mit rhythmisierten Beinen, mit Zwischenrufen und Gelächter. Zweifelsohne aber würde verdammt viel fehlen. Denn Ronan Nolan ist – viel.

Ja, ein Hintergrundschlagzeuger, der den Star an der Front zu flankieren hat, zu dekorieren mit dem richtigen Drive. Aber eben auch einer, der aus der aus der Ein-Mann-Band die Show macht, nämlich weil: er die Show ist. Ist Cheerleader und Ganzkörperpercussionist, ist Ballerina und Sumoringer, ist Begleitung und Solo, ist Sportler, Komiker und Anheizer und, naja, Schwitzer schon auch. Und das ist auch gut so.

Der eine die Stimme, der andere den Leib, galoppieren die beiden durch die Jahre, seitdem Sheridan vor bald 15 Jahren dem Broadway den Rücken zukehrte, um fortan nicht mehr Riverdance, sondern lieber die eigenen Lines zu pflegen. Nur zwei Alben, dafür eins davon mit Platin, dafür beide vollgepresst mit Leidenschaft und Tempo – und dem Vorteil, dass man mit zwei Alben so eine Abendshow schon füllen kann, ganz ohne dass hinterher ein Lieblingsliedherz weint.

So kriegen sie alle ihren Willen, ihre Homes und Dreamers, ihre StandUpTalls und AllOfIts und, natürlich, natürlich ihren Jigsaw. Aber auch leise Lieder über Liebe und Leben, irres irisches Gekicher und Kreischen, Soli und Duette und Zugaben noch lang bevor’s zu Ende ist mit dem Abend, der zielsicher auch diejenigen mitnimmt, die nur mitgenommen sind, die Begleitpersonen, die nicht anders können als sich anstecken lassen von diesem lebenslauten Infekt, der da so volltönend und variantenreich in den Hirsch gesungen, geschrammt, gepaukenschlagt wird.

I’ll follow, where you go I’ll follow you. Stay, stay stay, you blew my mind! reibeist die Stimme und sehnsuchtet und weint und fleht und feiert und jauchzt. Gebt mir ein Pferd, einen Strohhalm, wenigstens einen Whiskey, aber bitte doppelt! Und dann umarmen wir uns!

Zum Glück heißt es eh schon „Ryan Sheridan & Ronan Nolan Tour“. Alles andere wäre so befremdlich.

 

//Text & Foto: Katharina Wasmeier //