Konzertbericht: Dead Kennedys

Punk’s sowas von not dead!

Die Dead Kennedys sollten jedem geneigten Punkhörer ein Begriff sein. Man muss über eine Band, deren Shirt und Logo fast schon Weltkulturerbe sind, nicht viel schreiben. In Kettcars „Sommer ’89“ trug zum Beispiel der junge Mann, der an der österreichisch-ungarischen Grenze Löcher in den Grenzzaun schnitt, ein Shirt der Dead Kennedys.

Als die Herren dann am Dienstag die Bühne betraten, sah das eher so aus, als hätte sich das ehemalige Kollegium des örtlichen Gymnasiums zum gemeinsamen jammen getroffen, weil einfach nur Pensionär sein auch langweilig ist.

Aber Pfeifendeckel, trotz grauer Haare und bereits deutlichem Wohlstandsbauch, gingen die alten Herren besser ab als so manche Newcomer. Musikalisch war da kein Unterschied zu früher, alleine der Gesang von Jello Biafra konnte nicht zu 100% ersetzt werden. Das trübte aber die Laune nicht. Das Publikum selbst hatte zwar auch größtenteils schon lange Punk-WG gegen Häuschen im Grünen eingetauscht, feierte aber diese Reminiszenz an die eigene Jugend mächtig ab.

Die Jungs ballerten in ihren Stakkato-Riffs alle Klassiker raus. Nazi Punks Fuck Off, California über alles, Holiday in Cambodia. Alles in ne gute Stunde Vollgas gepackt und der Hirsch verwandelte sich in eine Sauna. Aber einmal im Leben die Dead Kennedys erlebt zu haben, war das Schwitzen wert!

Hervorheben möchte ich auch die Vorband Catholic Action; die vier Schotten machten sehr gefälligen Alternative-/Stoner-Rock und werden bei mir demnächst häufiger in der Playlist landen.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Punk zwar nicht vor dem Alter Halt macht, aber das Alter eben auch nicht vor Punk!

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/ Bilder &  Text: Simon Strauß /