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Konzertbericht: Enno Bunger

Mit jedem einzelnen Herzschlag…

Mehr durch Zufall bin ich irgendwann auf Enno Bunger gestoßen. Es war der Track „Regen“ – mein Lieblingstitel des Debüt-Albums von Gloria der mich auf den Weg brachte. Irgendwann schaute ich TV Noir und hörte „Regen“, doch das waren nicht Gloria, die man da in schwarz/weiß über den Bildschirm flimmern sah. Ich hab die ganze Zeit nur ein Coversong gehört und dabei mag ich gecoverte Sachen an sich gar nicht.

Also Zeit sich mal den Originalkünstler vorzunehmen. Sein drittes Album und die dazugehörige Tour war ein guter Anlass dafür, also ging es ins E-Werk.

Ich hatte mich ausnahmsweise im Vorfeld mit seiner Musik beschäftigt und war gespannt, wie der Künstler die doch so unterschiedlichen Alben ins Konzert einbindet.

Da hätten wir zum einen das drei Jahre alte tief melancholische Konzept-Trennungsalbum „Wir sind vorbei“ und im krassen Gegensatz dazu das neue und dritte Album „Flüssiges Glück“, welches musikalisch überrascht. Dessen Pressetext bringt es auf den Punkt: „Ein Werk, das geprägt von verschiedensten Musikgenres und Themen kaum abwechslungsreicher sein könnte. Der 28jährige verknüpft Indie mit Folk und Klavierballaden mit Elektronik.“

Ungewohnt elektronisch begann nach kurzen Gastspielen von Lestat Vermon und Projector (beides Bands aus der aktuellen Band Besetzung von Bunger) das Konzert von Enno Bunger und ebenso wurde es auch geschlossen. Ruhige Melancholie mit Herzschlag-Höhepunkt umrahmt von Bass und elektronischen Beats des neuen Albums – Wow!

Enno Bunger / 08.03.2016 / E-Werk

Enno Bunger / 08.03.2016 / E-Werk

Dazu noch eine ausgeklügelte Lichtshow, die perfekt auf die Musik ausgelegt war: farbig blitzende Stroboskopeffekte für die Elektronischen Parts, gedimmte Glühdrahtlampen für die Melancholie.

Enno Bunger / 08.03.2016 / E-Werk

Die Show ist ihm gelungen, ich war unerwartet überrascht und ebenso begeistert!

Das fand auch das Publikum, das ihn schon während der Show zu Zugaben aufforderte. Der Wunsch wurde nach Konzertende erfüllt und Enno legte nach. Für manche nicht genug: Die Band trat ab, das Licht ging an, leise Musik spielte, doch die lautstarken „Enno“ Rufe einer einzelnen Damen wollten nicht verstummen – selbst als ich bereits im Treppenhaus war, hörte ich sie noch rufen. Ob sie ihren Enno noch bekommen hat, wer weiß…

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/Text & Bild: André Prager /