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Konzertbericht: Monobo Son

Was passt besser zur Weihnachtszeit als Blasmusik?
Auf jedem Weihnachtsmarkt wird man damit beschallt, alles schön andächtig, ruhig und friedlich. „Die stade Zeit“ eben.

Dass Blasmusik auch anders geht, haben Monobo Son gestern im MUZclub eindrucksvoll bewiesen.
Satte zwei Stunden Vollgas, Party, Tanzen, Singen, Inbrunst.

Die Kombo um Labrassbanda Posaunist Manuel Winbeck kommt auf CD ruhig und weltmusikalisch daher, nur einige wenige der 12 Songs des aktuellen Albums „Jambo“ deuten an, dass hier unglaublich viel Power dahintersteckt. Wenn man die Jungs dann live erlebt, wird man direkt vom ersten Ton an von den Füßen gefegt.
Manuel wechselt zwischen Posaune und Gesang, hüpft auf der Bühne umher wie ein Eichhörnchen auf Speed und lebt jeden Ton mit voller Inbrunst aus. Inbrunst ist übrigens das, was man rauslässt, wenn’s beim Singen im Bauch zieht, sofern ich das gestern richtig verstanden habe.

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Gepaart mit dem Multiblasinstrumentalisten Wolfi an Querflöte, Saxophon und Mundharmonika und seiner Rhythm-Section im Hintergrund entsteht hier ein Sound, der zwar die Nähe zu Labrassbanda in sich trägt, aber trotzdem einzigartig ist. Jazzeinflüsse treffen auf Klezmerklänge, bayerische Blasmusik trifft auf Bob Dylan und zaubert nebenbei ein Cover von „The times they are a changing“, alles einfach ganz wundervoll.
Auch die Ausflüge der ganzen Band ins Publikum, wo dann ein Sitzkreis gebildet wird, sind nicht etwa teil der Zugabe, sondern fangen direkt beim zweiten Lied an und ziehen sich durch das gesamte Konzert. Fannähe wird hier noch großgeschrieben. Das Publikum zahlt aber die entgegengebrachte Sympathie mit gleicher Münze zurück und zeigt beim Mitsingen, dass sie das mit der Inbrunst drauf haben.

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Ich würde ja gerne mit der Lobhudelei aufhören und irgendeinen Störfaktor finden, aber es gab schlicht keinen. Es gab keine Leute im Publikum, die durch lautes Quatschen störten, es gab keine schlechte Laune, kein Geschubse, es war einfach nur toll.
Wer das selbst mal erleben will, der muss sich leider noch etwas gedulden. Nächstes Jahr geht’s erst mal ins Studio, wo am neuen Album gefeilt wird, und erst 2018 wird wieder getourt.
ABER: Manuel hat mir nach dem Konzert noch geflüstert, dass es ein Konzert in Altdorf im nächsten April geben wird. Da sollte man dann wohl die Reise auf sich nehmen.

Wir sehen uns dann im April in Altdorf, ich freu mich.

Und euch allen wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein hoffentlich tolles 2017.

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/ Text & Bilder: Simon Strauss,
/ Titelbild: Pressefreigabe