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Konzertbericht: My Flint (20 Jahre Mata Hari Bar)

In den Redaktionstipps / KW41 hatten wir es bereits angekündigt: „Eine ganze Woche feiert die Mata Hari Bar ihr 20-jähriges Jubiläum. […] Wir feiern definitiv mit!“ Hier unsere Eindrücke von der Montags-Wohnzimmermusik:

Meine Konzertwoche startete diesmal bereits am Montag, denn im Rahmen des Mata Hari Jubiläums stand eines der beliebten Wohnzimmerkonzerte an.

Für all diejenigen, welche die Mata Hari Bar trotz 20-jährigem Bestehen nicht kennen:
Zu finden in der Weißgerbergasse Nummero 31 ist sie die wohl kleinste Bar Nürnbergs. Dementsprechend gemütlich geht es also innen zu und wer Platzangst hat, sollte diese besser vor der Tür abgeben. In der beliebten Getränkekarte finden sich, neben der Entstehungsgeschichte, über 300 Drinks, und da das Lokal brauereifrei ist, steht auch regelmäßig ein anderes fränkisches Landbier zum entdecken bereit – für Vielfalt ist also gesorgt.

Seit 2007 bereits lädt die Mata Hari Bar neben dem üblichen Programm zur Wohnzimmermusik. Bis dato gab es über 150 Liveauftritte auf der 3,5 Quadratmeter großen Bühne links vom Tresen. Meist sind die Konzerte (für ca. dreißig Gäste) bereits im Vorfeld ausverkauft. Kein Wunder, der kleine Raum schafft eine intime Wohlfühl-Atmosphäre, verbindet so Künstler und Publikum und sorgt für ein einmaliges Konzerterlebnis. Daher schon mal mein grundsätzliches Prädikat: empfehlenswert!

Genug der Vorrede und rein in die Mata Hari Feierei mit dem Konzert von My Flint.

Erste Amtshandlung der Band: Sie fragten nach „Martha“ und „Harry“, irgendwas hatten sie da wohl falsch verstanden, egal.
Los ging es mit dem Set von My Flint, vier Herren aus Nürnberg, deren Musik wenn überhaupt im Genre Indie Pop Punk Rock einzuordnen ist. Die Songs allesamt melodisch eingängig und in einem breiten Spektrum von gefühlvoll nachdenklich bis druckvoll punkig.

myflint

Zwischen den Titeln gab es jede Menge (zumeist flachen) Humor von Sänger Stephan, der gemeinsam mit der Band und dem Publikum über den gesamten Abend viel zu lachen hatte und das steckte an. Das Ergebnis aus Setlist und Improvisationsgags war eine sehr unterhaltsame Live-Show, welche fest ins Konzept der Band gehört.

Wie man erfuhr gab es nicht nur das 20-jährige Jubiläum der Mata Hari zu feiern: Noch zig andere Jubiläen des Jahres wurden vom Frontmann aufgezählt, unter anderem der zehnte Geburtstag seiner Band. Auch den ein oder anderen Auftritt gab es bereits in diesen Räumlichkeiten, sowie unzählige Anekdoten. Als neuste dürfte wohl die Geschichte mit der Spülmaschine eingehen, deren SOLL- und IST-Wert Angaben der Temperatur den Sänger fast aus dem Konzept brachte („Bloß nicht die Quersumme bilden!“).

Zwischendurch wurde ebenfalls mit spaßigen Aktionen das aktuelle Album „My Horoscope Told Me That I Will Be A Hero Today“ verlost. Wie es sich für Geburtstage gehört gab es auch Kuchen: 20 rosa Muffins, selbstgebacken von der Band wurden Stephan (dem Inhaber der Mata Hari Bar) überreicht, welcher diese während des Konzerts unter den Gästen verteilte. Gegen Ende des Abends gab es von ihm noch eine Runde des Mata Hari Kultgetränks Caretta (in der Geburtstags-Spezialedition „Apfel“) für alle spendiert um gemeinsam anzustoßen, bevor die Aufmerksamkeit für die letzten Titel von der Band eingefordert wurde („Entschuldigung, wir haben noch zwei Songs!“).

Doch selbst danach war es nicht vorbei, die nächste Überraschung wurde von My Flint verkündet: Wer mochte durfte bleiben, um als Statist beim anschließenden Videodreh in der Bar für ein neues Musikvideo der Band mitzuwirken. Als auch das erfolgreich absolviert war, wurde der Ruf nach mehr lauter, und nach etwas Diskussion fanden sich noch zwei Stücke für die Zugabe, welche das (erste) Geburtstags-Konzert gebührend abschloss.

Ich geh einfach einmal davon aus, dass auch die restliche Jubiläumswoche so ausgiebig gefeiert wird und wurde. Prost auf die nächsten 20 Jahre mit Caretta und Wohnzimmermusik …

Ach ja, mein Fazit zur Band: Wer My Flint noch nicht live erlebt hat, sollte das durchaus nachholen. Die Band spielt des Öfteren in der Region, macht Spaß und das nicht nur musikalisch.

/ Text & Bilder: André Prager / Addicted to Concerts NBG